Login

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Maissorten

Sortentypen bei Mais: Lassen Sie sich nicht ins Bockshorn jagen

AF_mais-Blüte
am Montag, 09.12.2019 - 09:20 (Jetzt kommentieren)

Die intensive Zuchtarbeit macht’s möglich: Bei den Maissorten finden sich heute stärkere Unterschiede in Wuchs und Abreife als noch vor wenigen Jahren. Aber lassen Sie sich von Verkaufsberatern deswegen nicht verwirren. Wir sagen, welche Sortentypen Sie kennen sollten.

Viele Anbauer entscheiden sich jetzt für ihre Wunschsorte zur Maisbestellung. Die Ergebnisse der Landessortenversuche (LSV) erlauben es, einzelne Kandidaten zu vergleichen. Erfahrungsgemäß werben die Züchter mit hochtrabenden Versprechungen, um ihre Maissorten herauszustellen.

Diese 4 Sortentypen sind wichtig

Als Folge der Zuchtarbeit sind heute bei den Maissorten weit stärkere Unterschiede im Wuchs- und Abreifetyp zu erkennen als noch vor wenigen Jahren. Welche Sortentypen Sie kennen sollten.

  1. Stay-green-Sorten: Sie haben oft bis über die Körnerreife hinaus grüne Blätter und Stängel. Wegen ihrer langen Vitalität sind die oft widerstandsfähig gegen Stängelfäule. Das Risiko einer raschen Verstrohung ist gering, das heißt, dass die optimale Silierreife, die Kombination aus guter Silierfähigkeit, hohem Ertrag und hoher Futterqualität über längere Zeitraum erhalten bleibt. Das Erntezeitfenster ist relativ weit. Die Siloreifezahl ist größer als die Körnerreifezahl. In ungünstigen Lagen führen lange grünbleibende Bestände leicht zu verspäteter Silomaisernte.
  2. Dry-down-Sorten: Ihre Restpflanze reift vergleichsweise rasch ab. Besonders bei Trockenstress und hohem Fusariumdruck ist mit rascher Verstrohung zu rechnen. Das Erntezeitfenster ist recht schmal. In ungünstigen Lagen erfolgt die Restpflanzenabreife aber deutlich langsamer als in günstigen Lagen. Die Siloreife- ist kleiner als die Körnerreifezahl.
  3. Sortentypen mit harmonischer Abreife: Kolben und Restpflanze reifen relativ gleichzeitig. Die Eigenschaften dieses Typs liegen zwischen denen von stay green und dry down. Die Silo- und Körnerreifezahlen sind gleich.
  4. Stiff-stalk-Sorte: Standfeste Sorte wurde in den 1950er-Jahren im US-Bundesstaat Iowa gezüchtet. 16 Linien wurden mit dem wichtigen Merkmal Stängelfestigkeit kombiniert. Europäische Maiszüchter nutzten diese Linien für standfeste Sorten.

Diese Kolbentypen gibt es

  1.  Fixkolbentypen: Bei den Sorten sind die Zahl der Körner und die Kornreihen am Kolben stark genetisch fixiert. Mit ihnen ist die standort- und sortenspezifische Bestandesdichte sicher zu planen.
  2. Flexkolbentypen: Sie weisen entsprechend den Standort- und Umweltbedingungen Flexibilität in der Anlage der Kornzahlen pro Kornreihe auf. Unter Stress werden Körner reduziert, bei optimalen Verhältnissen die Kolben bis in die Spitze ausgebaut. Beim Flächenertrag reagieren die Sorten weniger auf unterschiedliche Aussaatstärken.

Diese Korntypen unterscheidet man

Zahnmais hat im Anbau die größte wirtschaftliche Bedeutung. In Europa finden sich im Konsumanbau in der Regel Kreuzungen aus Zahn- und Hartmaisformen. Die Korntypen zeigen den Nutzungszweck an. Sie unterscheiden sich nach Korngröße und - form und vor allem durch das Nährgewebe. Das sind die Merkmale:

  • Zahnmais          dent      Indenta
  • Hart-/Hornmais   flint       Indurata
  • Puff-/Knallmais   pop      Everta
  • Zuckermais        sweet   Saccharata
  • Stärkemais        flour      Amylacea
  • Wachsmais        waxy    Ceratina
  • Spelzmais          pod      Tunicata

Diese Beschreibungen passen für die Maistypen

Zahnmais hat zwischen den hornigen Seiten weiches Nährgewebe. Diese mehlige Stärke trocknet bei der Abreife rasch ein. Das führt zu der charakteristischen Einsenkung an der Kornspitze. Zahnmais toleriert Kälte in der Jugend am besten.

Hartmais hat in der Jugendentwicklung eine größere Kältetoleranz als Zahnmais. Er weist ein rundes und härteres Korn auf. Der weiche Mehlkörper ist rings von einer hornigen Schicht umgeben.

Puffmais hat stark horniges Nährgewebe. Wird das Korn erhitzt, platzt die Samenschale und der Korninhalt pufft explosionsartig raus. Zuckermais hat die Eigenschaft, dass die Umwandlung von Zucker in Stärke im Korn unterbrochen ist. Die Ursache hierfür liegt wahrscheinlich in einer Genmutation. In der Reife schrumpfen die Körner wie bei Zuckererbsen.

Stärkemais zählt zu den ältesten Typen. Das gesamte Endosperm ist mehlig. Daher lassen sich die Körner leicht zu Mehl verarbeiten. Wachsmais zeichnet sich durch ein kleines Korn und den sehr hohen Gehalt an glasiger Stärke aus, dem Amylopektin.Spelzmais ist heute bedeutungslos.

Mit Material von Deutsches Maiskomitee (DMK)
Das agrarheute Magazin Die digitale Ausgabe Oktober 2020
agrarheute digital iphone agrarheute digital macbook
cover_agrarheute_magazin.jpg

Das Mais-Experiment: Alte Sorten im Anbau

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...