Login
Ernte

Sturmschäden im Mais: Das gilt es bei der Silage zu beachten

Schäden im Mais
Einige Landwirte berichten, dass bis zu 50 Prozent ihrer Maisbestände ins Lager gegangen sind. © Sören Diersing-Espenhorst
von , am
20.09.2017

Regional haben Stürme in den vergangenen Wochen dem Mais geschadet. Was gilt es bei der Silage zu beachten?

Durch die Stürme in den vergangenen Wochen sind regional auch einige Maisflächen in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen zeigt, auf was es bei der Silage derartiger Flächen zu achten gilt.

Prinzipiell gelte es, alle Regeln für eine beste Silierarbeit zu beachten, gut zu verdichten und für einen raschen Siloverschluss zu sorgen, schreiben die Pflanzenbauexperten der Kammer.

Durch den geringen TM-Gehalt siliert das Futter relativ stark. Bei ordnungsgemäßer Abdeckung ist mit kräftigen Gärgashauben zu rechnen. Damit die Silofolie inklusiv dem Siloschutznetz fest verzurrt bleiben, sind am unteren Rand Kiessäcke mit Überlappung auszulegen. Ein zweites Band kann dabei zusätzlich rund um die Silokante gelegt werden.

Keimbelastung beim Mais

Wie die LWK Niedersachsen weiter schreibt, ist in diesem Jahr bereits im vitalen Mais eine hohe Keimbelastung mit Hefen festgestellt worden. Durch den bereits unvermeidbaren Schmutzeintrag bei der Ernte und in der Absterbephase des umgeknickten Maises werde sich die Situation weiterhin verschlechtern.

Gegen die unerwünschte Nacherwärmung kommt deshalb dem richtigen Einsatz von Siliermitteln eine hohe Bedeutung zu.

Die Kammerexperten empfehlen für die Gesamtbehandlung heterofermentative Milchsäurebakterien oder auch Kombinationen von homo- und heterofermentativen Impfkulturen mit der Wirkungsrichtung 2. Achten Sie deshalb besonders auf das DLG-Gütezeichen, welches die Wirkungsrichtungen ausweist.

Sickersaft fällt in höherer Menge an

Zudem sei mit Sickersaft zu rechnen, den es aufzufangen gilt. Wo keine Gärsaftgruben vorhanden sind, müsse mit absorbierenden Materialien reagiert werden. Da Häckselstroh in 2017 ein knappes Gut ist, könne auch die zu trockene Maissilage aus dem Vorjahr genutzt werden.

  • Dafür auf die Siloplatte zuerst die trockene Maissilage oder Häckselstroh und dann Melasseschnitzel einbringen. Beides darf durchaus Schichtdicken von mindestens 30 cm haben.
  • Für die weitere Silobefüllung stellen Zuckerrübenschnitzel oder auch gequetschtes Getreide gute Absorptionsmaterialien dar, die in das Siliergut bei abnehmender Schichtdicke eingemischt werden können. Das Getreide muss aus hygienischer Sicht von guter Qualität sein, um nicht zusätzlich die Keimbelastung zu erhöhen.

Wenn das Silo mit den Flächen des geschädigten Mais separat angelegt wird, steht es für die Verfütterung nach frühestens zwei, besser drei Wochen zur Verfügung.

Mit Material von LWK Niedersachsen

Maisschäden nach Sturm Sebastian

Maisfläche im Lager
Herbststurm Sebastian verursachte teilweise massive Schäden in Maisbeständen. © Sören Diersing-Espenhorst
Schäden im Mais
Einige Landwirte berichten, dass bis zu 50 Prozent ihrer Maisbestände ins Lager gegangen sind. © Sören Diersing-Espenhorst
Umgeknickte Maispflanze
Mit bis zu 120 km pro Stunde fegte Sturmtief Sebastian über Norddeutschland und knickte die Maispflanzen um. © Sören Diersing-Espenhorst
Maisernte nach Sturm
Die Maispflanzen werden sich nicht mehr aufrichten. Um einen Totalausfall zu vermeiden, werden sie sofort geerntet. © Sören Diersing-Espenhorst
Abgeknickte und abgeerntete Maispflanzen
Im nördlichen Landkreis Osnabrück berichten Landwirte - Rinderhalter und Biogasanlagenbetreiber -, dass ein erheblicher Teil ihrer Maisbestände ins Lager gegangen ist. Sie müssen umgehend geerntet werden. Dies gestaltet sich schwieriger, da anscheinend nicht alle Maisgebisse die abgeknickten Pflanzen ernten können. © Sören Diersing-Espenhorst
Auch interessant