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Richtiger Erntezeitpunkt

Sturmschäden im Mais: Was passiert nun mit der Ernte?

Maisfläche im Lager
Herbststurm Sebastian verursachte teilweise massive Schäden in Maisbeständen. © Sören Diersing-Espenhorst
von am
15.09.2017

Sturmtief Sebastian ist diese Woche über Norddeutschland hinweggezogen. Wie sollte man jetzt mit umgelegten Mais verfahren?

Sturmtief Sebastian ist am 13. September über Norddeutschland hinweggezogen und hat dabei viele Maisbestände abgeknickt. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen erklärt aktuell, wie betroffene Betriebe mit den beschädigten Beständen umgehen können.

Wie die Kammer schreibt, sind auf den betroffenen Feldern die meisten Pflanzen auf 20 bis 50 cm Höhe abgeknickt, das heißt sie liegen in der Regel nicht vollständig auf dem Boden. Diese Bestände können mit reihenunabhängiger Erntetechnik weitgehend vollständig aufgenommen und gehäckselt werden.

Die Erfahrungen aus dem letzten Jahr hätten laut LWK jedoch auch gezeigt, dass nicht jeder Erntevorsatz dies leisten kann. Eine geplante Körnermaisnutzung abgeknickter Bestände erscheint recht aussichtslos, diese Flächen sollten nun als Silomais geerntet werden.

Mais nach dem Sturm: Wann ist der richtige Erntezeitpunkt?

Unter diesen Umständen ist es schwierig den richtigen Erntetermin festzulegen. Es müsse derzeit neben dem TS-Gehalt, der in vielen Beständen eigentlich noch nicht ausreicht, auch die Befahrbarkeit der Flächen und die weitere Entwicklung des Maises berücksichtigt werden.

Bei der Entscheidung zur Ernte betroffener Bestande rät die Kammer ihren Landwirten, Ruhe zu bewahren. Wichtig sei dabei eine genaue Beobachtung der Pflanzen in den kommenden Tagen.

Mais nach dem Sturm: Darauf müssen Sie achten

  1. Treten durch unterbrochenen Leitungsbahnen im Maisstängel erste Welkeerscheinungen auf, so ist dies ein Zeichen für trockener werdende Pflanzen. Dies bedeutet dann weniger oder gar keine Sickersaftbildung mehr. Dies ist laut LWK durchaus vorteilhaft. Allerding sei das Erntefenster dann recht kurz. Bei zu langem Warten verholzt die Pflanze verstärkt und auch die Qualität leidet, da erste Zersetzungsprozesse einsetzen können.
     
  2. Ergebe die Beobachtung jedoch, dass die Bestände weiterhin saftig grün bleiben, so sind noch genügend Verbindungen zum Wurzelwerk vorhanden und die Pflanzen reifen weiter annähernd normal ab. In diesem Falle sollte mit der Ernte noch gewartet werden, allerding muss beobachtet werden, ob der Bestand weiter zusammenbricht. Die Ernte muss erfolgen, bevor die Kolben am Boden liegen, verschmutzen und schlechter erfasst werden können.
     
  3. Im günstigsten Falle stehen die Pflanzen nur schief oder sind oberhalb des Kolbens abgebrochen, dann kann zum normalen Zeitpunkt geerntet werden, da die Abreife normal weitergeht.

Im Falle einer vorzeitigen Ernte müsse mit zum Teil größeren Mengen Sickersaft gerechnet werden. Um den aktuellen TS-Gehalt der Bestände besser einschätzen zu können, kann laut LWK Niedersachssen auch ein Abgleich mit den Daten der aktuellen Maisreifeprüfung (Probenahme vom 12. 09.) hilfreich sein.

Maisschäden nach Sturm Sebastian

Maisfläche im Lager
Herbststurm Sebastian verursachte teilweise massive Schäden in Maisbeständen. © Sören Diersing-Espenhorst
Schäden im Mais
Einige Landwirte berichten, dass bis zu 50 Prozent ihrer Maisbestände ins Lager gegangen sind. © Sören Diersing-Espenhorst
Umgeknickte Maispflanze
Mit bis zu 120 km pro Stunde fegte Sturmtief Sebastian über Norddeutschland und knickte die Maispflanzen um. © Sören Diersing-Espenhorst
Maisernte nach Sturm
Die Maispflanzen werden sich nicht mehr aufrichten. Um einen Totalausfall zu vermeiden, werden sie sofort geerntet. © Sören Diersing-Espenhorst
Abgeknickte und abgeerntete Maispflanzen
Im nördlichen Landkreis Osnabrück berichten Landwirte - Rinderhalter und Biogasanlagenbetreiber -, dass ein erheblicher Teil ihrer Maisbestände ins Lager gegangen ist. Sie müssen umgehend geerntet werden. Dies gestaltet sich schwieriger, da anscheinend nicht alle Maisgebisse die abgeknickten Pflanzen ernten können. © Sören Diersing-Espenhorst
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