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Mais

Ukraine: Fast zwei Drittel der Exporte sind Mais

© agrar-press
von , am
11.04.2012

Bis Anfang des Monats hat die Ukraine im laufenden Wirtschaftsjahr rund 15,8 Millionen Tonnen Getreide exportiert. Die Maisexporte haben sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt.

Sabotage im Maisfeld: In Bayern ist es vermehrt zu Anschlägen auf Feldhäcksler gekommen. © landpixel
Bis zum Ende des Wirtschaftsjahres im Juni könnte das Land nach Einschätzung des ukrainischen Landwirtschaftsministeriums insgesamt 23 Millionen Tonnen Getreide am Weltmarkt absetzten. Das wäre etwas mehr als das Ministerium noch vor zwei Monaten erwartet hatte (20 bis 21 Millionen Tonnen) jedoch deutlich weniger als man nach der guten Ernte des letzten Jahres gehofft hatte.
 
Ursache für den schwächeren Export sind vor allem die hinter den Erwartungen zurückbleibenden Ausfuhren bei Weizen und bei Gerste. Dagegen entwickelte sich die Ausfuhr bei Mais vor dem Hintergrund einer Rekordernte von 22,5 Millionen Tonnen und im internationalen Vergleich niedriger Preise außerordentlich gut.

Maisexporte mehr als verdoppelt

Bis Anfang April hat die Ukraine nach Ministeriumsangaben bereits 9,63 Millionen Tonnen Mais am Weltmarkt abgesetzt. Das ist mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr und mehr als 60 Prozent (%) der bislang exportierten Getreidemenge. Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) hält bis zum Ende Wirtschaftsjahres im Juni sogar Maisexporte von insgesamt 14 Millionen Tonnen Mais für möglich.
 
Im nächsten Jahr könnten die Maisausfuhren (wegen der Flächenexpansion infolge der Auswinterungsschäden) sogar noch weiter zunehmen.
 
Weizen exportierte die Ukraine bis Anfang April hingegen nur 3,88 Millionen Tonnen. Davon waren 2,2 Millionen Tonnen Brotweizen und 1,7 Millionen Tonnen Futterweizen. Im Vergleich ist dies zwar ein Viertel mehr als im durch Exportbeschränkungen und Zölle reglementierten Vorjahr, jedoch deutlich weniger als man angesichts der sehr guten Ernte von 22 Millionen Tonnen erwartet hatte. Das USDA hat die Exportprognose für das laufende Wirtschaftsjahr mittlerweile auf sechs Millionen Tonnen reduziert und auch dies könnte noch zu hoch angesetzt sein.

Ukrainischer Weizen derzeit zu teuer

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Bei Gerste erreichten die ukrainischen Ausfuhren bis Anfang April rund 2,16 Millionen Tonnen und damit gut zehn Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres und auch weniger als man zu Beginn des Jahres erwartet hatte. Für das Gesamtjahr rechnet das USDA noch mit Exporten von 3,4 Millionen Tonnen Gerste.
 
Die ukrainischen Ausfuhren von Ölsaaten lagen bis Anfang April knapp 13 Prozent unter der Vorjahresmenge. Unter anderem exportierte die Ukraine rund eine Million Tonnen Rapssaat und 0,87 Millionen Tonnen Sojabohnen.
 
Die Ausfuhren von Sonnenblumen erreichte mit 107.000 Tonnen nur etwa ein Drittel der Vorjahresmenge. Bei Getreide rechnet das ukrainische Landwirtschaftsministerium in den verbleibenden drei Monaten mit Ausfuhren von 2,5 bis 2,7 Millionen Tonnen je Monat. Allerdings sollen 70 bis 80 Prozent der noch erwarteten Getreideexporte auf Mais entfallen. Ukrainischer Weizen ist derzeit am Weltmarkt, im Vergleich zu Weizen aus den USA und aus Argentinien zu teuer und damit nicht wettbewerbsfähig. Dies haben zumindest die letzten Exportausschreibungen des weltweit größten Importeurs Ägypten gezeigt.
 

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