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Mais

Umfrage: Mehr als 30 Prozent weniger Silomais

von , am
15.10.2013

Die deutschen Landwirte beklagen eine sehr schlechte Silomaisernte. Wie die aktuelle agrarheute-Umfrage zeigt, erntete die Mehrheit dieses Jahr mehr als 30 Prozent unter Durchschnitt.

Silomaisernte 2013: Rund 18 Prozent weniger Ertrag als 2012. © Mühlhausen/landpixel
Der Großteil der befragten Landwirte (35,5 Prozent) gab an, dieses Jahr 30 Prozent weniger Silomais als im langjährigen Durchschnitt geerntet zu haben. 14,5 Prozent der Umfrageteilnehmer beklagen Erträge, die 40 Prozent unter Durchschnitt liegen. Und 12,6 Prozent gaben sogar Ertragsverluste von 50 Prozent oder mehr an. Nur 12 Prozent der befragten Silomaisbauern verzeichnen durchschnittliche Erträge. Die Ertragsverluste ziehen sich durch alle Bundesländer. Insgesamt haben 1500 Landwirte an der Umfrage teilgenommen.

Bundesweit 18 Prozent weniger Silomais

Silomais: Produktion 2013 © Zinke/marktkompass
Laut Daten des Statistischen Bundesamtes ist die Erntemenge von Silomais in Deutschland mit 77,976 Millionen rund 18 Prozent bzw. knapp 16,8 Millionen Tonnen kleiner als im letzten Jahr. Dabei ist die Anbaufläche gegenüber dem Vorjahr nur geringfügig (2,0 Millionen Hektar). Die Erträge brechen um fast 74 Dezitonnen auf nur noch 391 Dezitonnen ein. Im Vorjahr lagen die Durchschnittserträge bei 464 Dezitonnen je Hektar. Der langjährige Durchschnitt liegt bei 450 Dezitonnen je Hektar. Beim Hauptproduzent Bayern war die Ernte 23 Prozent geringer als im langjährigen Durschnitt. Niedersachsen verzeichnete 19 Prozent weniger Ertrag.
 

Preisfindung beim Silomais

    "Die Preisfindung beim Silomais ist schwierig, denn es gibt regionale Unterscheide", so Marktexperte, Olaf Zinke. Für Silomais gibt es auch keinen überregionalen Markt und deshalb auch keine Richtpreise wie etwa bei Körnermais. Ausschlaggebend dürfte jedoch die Entwicklung der Preise für Futtergetreide sein und damit auch die möglichen Alternativen für die Tierhalter. Für Körnermais der neuen Ernte werden im Deutschland im Großhandel derzeit Preise von 165 Euro pro Tonne bis 175 Euro pro Tonne genannt, so Zinke.
     

    Schlechteste Maisernte seit 2007

    Die Ernteprognose des Statistischen Bundesamtes sagt eine insgesamt schlechte Maisernte voraus. Sollten sich die Daten bestätigen, wäre es die schlechteste Ernte seit dem Jahr 2007 als die deutschen Landwirte 3,8 Millionen Tonnen ernteten. Die erwartete Erntemenge liegt aktuell bei 4,07 Millionen Tonnen (Mio. t). Im Vergleich zur Rekordernte des vergangenen Jahres (5,5 Mio. t) wäre dies ein Einbruch der Produktion um gut ein Viertel oder 1,5 Mio. t. Auch der langjährige Durchschnitt von 4,7 Mio. t wird noch deutlich um 14 Prozent verfehlt.

    Marktreport: Erntefazit zum Silomais

     
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