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Maisherbizide

Unkrautbekämpfung im Mais: So klappt's auch mit Untersaaten

Grasuntersaaten in Mais
am Mittwoch, 18.03.2020 - 12:55 (Jetzt kommentieren)

Rückstände im Grundwasser, Untersaaten und mehr Mechanik: Die Unkrautbekämpfung im Mais wird anspruchsvoller. Ausreichend Wirkstoffe sind verfügbar, aber die müssen sinnvoll kombiniert werden – auch mit Hacke und Striegel.

Mais besitzt ein enormes Ertragspotenzial. Wo Wetter und Standort passen, kann er das auch voll ausspielen. Kommt aber gerade in der Jugend Unkraut dazwischen, reagiert Mais sehr empfindlich auf die Konkurrenz.

Das gilt besonders für leichte, schnell austrocknende Böden und generell für Jahre mit zu wenig Regen. Eine wirksame Unkrautbekämpfung ist also unerlässlich.

Allerdings kann der Mais im späteren Vegetationsverlauf eine gewisse Begleitflora verkraften. Das öffnet die Möglichkeit für Untersaaten.

Spritzzeitpunkt nicht verpassen

Maisherbizid-Packs für 2020

Entscheidend ist, bei starkem Unkrautdruck und vor allem bei früher Saat den günstigen Behandlungszeitpunkt im jungen Mais nicht zu verpassen. Hier gewinnen Spritzfolgen zunehmend an Bedeutung. Damit die Herbizide bestmöglich wirken, ohne den Mais zu schädigen, sollten Sie einige Bedingungen beachten.

Der erste Einsatz erfolgt im 2- bis 3-Blatt-Stadium mit mindestens 50 Prozent der zugelassenen Menge. Eine gezielte Nachbehandlung im 5- bis 6-Blatt-Stadium ist zwingend erforderlich. Sie sollte auch dann nicht unterlassen werden, wenn der Bestand noch relativ unkrautfrei erscheint.

Eine Einmalbehandlung hat unter norddeutschen Verhältnissen nach wie vor in Fruchtfolgen mit weniger als 50 Prozent Maisanteil ihre Bedeutung. Das gilt vor allem bei später Aussaat und damit schnellerem Reihenschluss.

Nach Witterung entscheiden

In Jahren mit hohem Niederschlag im Juni wirken die Bodenherbizide voll und Nachspritzungen sind oft überflüssig. Streben Sie mit der Option auf nur eine Durchfahrt das 4-Blatt-Stadium der Kultur mit mindestens 75 Prozent der Aufwandmengen der Packs an. Höher sollten sie nicht sein, wenn blattaktive Herbizide wie Sulfonylharnstoffe zugemischt werden.

Besonders bei trockenem Wetter nach der Behandlung empfehlen sich Nachkontrollen und bei Bedarf preisgünstige Nachbehandlungen.

Wo Mais noch relativ neu in der Fruchtfolge steht

In Gebieten, in denen der Mais erst in den letzten Jahren aufgrund des Biogasbooms Einzug gehalten hat und damit eher zur Fruchtfolgeauflockerung beiträgt, ist die Unkrautbekämpfung wenig problematisch.

Einmalbehandlungen mit blattbetonten Herbiziden reichen hier oft aus, weil eine Dauerwirkung wegen eines geringen Nachlaufs von Unkräutern nicht erforderlich ist.

Wo Ackerfuchsschwanz eine Rolle spielt, lässt sich ein Sulfonylharnstoff ergänzen. In Fruchtfolgen mit Zuckerrüben ist auf Flächen nach dem Wirkstoff Mesotrione (Calaris, Callisto) kein direkter Nachbau von Zuckerrüben möglich.

Bei Untersaaten blattaktive Mittel

Es sprechen viele Gründe für die ganzjährige Begrünung von Maisflächen: Sie fördert die Bodenfruchtbarkeit, verbessert die Humusbilanz und die Befahrbarkeit zur Ernte, mindert Wasser- und Winderosion und verhindert Nitratauswaschung in Größenordnungen um 40 kg/ha Stickstoff. Auch Agrarumweltmaßnahmen, Greening und Förderprogrammme in Wasserschutzgebieten unterstützen Untersaaten.

Bei später Behandlung zwischen 60 und 70 cm Wuchshöhe ist die Gefahr von Ertragsverlusten beim Mais minimal. Die Herbizidwahl entscheidet über die Entwicklung der Untersaat. Sie müssen sicher wirken und gleichzeitig verträglich für die Gräser sein.

In Untersaaten Schäden vermeiden

Je kürzer der Abstand zwischen Grasaussaat und der Herbizidbehandlung, desto größer ist das Schädigungsrisiko. Das gilt in erster Linie für Mittel mit bodenwirksamen Anteilen (wie Gardo Gold, Dual Gold, Successor T). Hier dürfen maximal 30 Prozent der zugelassenen Aufwandmenge zum Einsatz kommen, sonst drohen erhebliche Schäden bei der Untersaat. Damit grenzt sich die Mittel- und Mengenwahl gegen Unkräuter und Hirsen bei Untersaaten deutlich ein.

Unkrautwirksame Herbizide wie B 235 und Peak verursachen keine Verträglichkeitsprobleme.

Neue Ergebnisse zeigen: Auch Dicamba-haltige Produkte wie Arrat und Mais Banvel sind möglich. Die hirsewirksamen Triketone wie Sulcogan, Callisto und Laudis ergänzen die Herbizidpalette.

Gräserwirksame Sulfonyle schließen die Wirkungslücken bei Borstenhirse, Einjähriger Rispe und Quecken. Aufgrund einer teilweisen Bodenwirkung dieser blattaktiven Mittel sollten zwischen letzter Herbizidanwendung und der Grasaussaat mindestens zwei bis drei Wochen liegen.

Maister Power ist für Untersaaaten nicht verträglich. Es läuft also meist auf eine zweimalige Behandlung mit weidelgrasverträglichen blattaktiven Mitteln hinaus.


Der vollständige Beitrag ist in der Printausgabe März 2020 von agrarheute erschienen.

Mit Material von Dr. Josef Kuhlmann, LWK Niedersachsen in Cloppenburg

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