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Mais

USA: Ethanolmandat wird nicht gekippt

von , am
20.11.2012

In den USA hat die zuständige Umweltschutzbehörde (EPA) die von einem breiten Bündnis von landwirtschaftlichen Organisationen und Politikern beantragte zeitweise Aufhebung oder Einschränkung des sogenannten Ethanolmandates abgelehnt.

Die Maisernte liegt in diesem Jahr rund 14 Prozent unter der des Vorjahres. © Glaser/fotolia.com
In dem zu Grunde liegenden Gesetz (Erneuerbarer Energien Standard (RFS)) wird der Umfang und die Nutzung von Mais zu Herstellung von Bioethanol festlegt. Damit soll die Abhängigkeit der US-Wirtschaft von fossilen Brennstoffen verringert werden. Ausgelöst wurde die Initiative durch die extreme Dürre im zurückliegenden Sommer mit explodieren Mais- und Sojapreisen. Dies brachte die Vertreter der besonders von der Kostenexplosion betroffenen Branchen Fleisch-, Milch- und Futtermittelwirtschaft dazu, gemeinsam mit Vertretern der Politik einen Antrag auf die Überprüfung des Ethanolmandates zu stellen. Diese Überprüfung ist im Rahmen des Gesetzes bei extremen wirtschaftlichen Situationen ausdrücklich erlaubt. Die Überprüfung wurde auf Antrag der Gouverneure von Arkansas und Nord Carolina im August eingeleitet und dauerte 90 Tage.

Keinen Einfluss auf die Maispreise?

Die offizielle Antwort der EPA erfolgte am letzten Freitag und lautete, dass nicht die Nutzung von Mais zur Bioethanolherstellung die Ursache für den Preisanstieg und die ökonomischen Probleme der Farmer ist, sondern die Dürre im Mittelwesten. Eine Aufhebung des Ethanolmandates würde nach den Untersuchungen der EPA den Maispreis lediglich um ein Prozent reduzieren. Gleichzeitig bestätiget man jedoch, dass der Preisanstieg einige Sektoren der Landwirtschaft - insbesondere die Tierhalter - extrem hart getroffen hat. Gleichwohl haben alle Untersuchungen und Analysen des EPA ergeben, dass eine Aufhebung des Mandats die Preise kaum beeinflussen würden.

Tierhalter extrem enttäuscht

Die Vertreter der Fleisch und Milchfarmer regierten extrem enttäuscht auf die Nachricht und bekräftigen noch einmal ihre Auffassung, dass das Ethanolmandat, das für die Tierhalter verfügbare Angebot an Mais extrem verknappt und die Preise mit nach oben getrieben hat. Gleichzeitig berichteten die Branchenorganisationen über zahlreiche Betriebsaufgaben und die Überschuldung vieler Farmer wegen der extrem gestiegenen Futterkosten in den letzten Monaten.

Mehr Mais zu Ethanol als zu Futter

In diesem Jahr ernten die US-Farmer etwa 272 Mio. t Mais. Dies sind 42 Mio. t weniger als im letzten Jahr und sogar 100 Mio. t weniger als man zur ersten Ernte-Prognose im Mai erwartet hat. Von dieser Menge werden 105 Mio. t bzw. knapp 39 Prozent verfüttert, rund 10 Mio. t weniger als im letzten Jahr und sogar 16 Mio. t weniger als vor zwei Jahren. Zur Herstellung von Bioethanol werden in diesem Jahr rund etwa 108 Mio. t Mais eingesetzt. Das sind knapp 40 Prozent der Gesamt-Produktion und mehr als verfüttert wird. Allerdings verweist die Ethanolindustrie an dieser Stelle darauf, das ein beträchtlicher Teil der bei der Ethanol-Herstellung anfallenden Nebenprodukte (DDGS) an die Landwirte zurückfließt und ebenfalls verfüttert wird. Daddurch würde sich der Anteil an Mais, der der Verfütterung entzogen wird, auf weniger als 26 Prozent reduzieren.
 
Weitere Informationen, Analysen und Preise zum Maismarkt finden sie im neuen dlv-Angebot Marktkompass in der Rubrik Marktfrüchte oder unter Futtermittel.
 
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