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Mais

USA: Hitze und Trockenheit sorgen für Preisrallye

© Tobias Marx/aboutpixel
von , am
20.06.2012

Hitze und Trockenheit bedrohen in den Hauptanbaugebieten der USA die erwartete Rekordernte bei Mais. Daher zogen die Preise an den Terminmärkten bei Mais um fast sechs Prozent an.

Die anhaltende Trockenheit setzt dem Mais zu. © Mühlhausen/landpixel
In den USA nehmen die Befürchtungen über größere Hitze- und Trockenschäden an der heranwachsenden Maisernte zu. Auslöser für die immer massiver werdenden Sorgen sind weiter ausbleibenden Niederschläge in den Hauptanbaugebieten im Mittelwesten sowie Temperaturen bis 38 Grad Celsius (100 F).
 
Noch in der letzten Woche waren die meisten Wetterdienste von einer Entspannung der Situation in Folge umfangreicher Niederschläge ausgegangen. Diese prognostizierten Niederschläge sind nun aber sehr deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben bzw. waren auf wenige Regionen begrenzt. Dabei befindet sich der Mais mit der Pollination (Bestäubung) mittlerweile in einer Schlüsselphase des Wachstums und dürfte ohne baldige Niederschläge die erwarteten Rekorderträge deutlich verfehlen.

Mais verteuert sich kräftig

Vor dem Hintergrund der anhaltenden Hitze und weiter ausbleibender Niederschläge im Mittelwesten hat das USDA in seinem wöchentlichen Crop-Report die Bonitierung für den Mais (aber auch für Soja) erneut nach unten korrigiert. Danach befinden sich 63 Prozent des Mais in guter oder sehr guter Verfassung, nach 66 Prozent in der letzten Woche. Am 20. Mai hatte des USDA noch 77 Prozent des Mais in diese Kategorie eingestuft. Mittlerweile gehen Analysten davon aus, dass die vom USDA erwarteten Rekorderträge nicht mehr erreicht werden können. Die Preise für US-Mais sind vor diesem Hintergrund an den US-Terminmärkten gestern für alterntige Ware um 3,5 Prozent und für die neue Ernte um 5,5 Prozent nach oben geschnellt.

Soja leidet ebenfalls

Auch die neue Sojaernte ist von der Hitze und Trockenheit betroffen Allerdings ist der oft deutlich später gepflanzte Soja noch nicht so weit in seiner Entwicklung fortgeschritten wie der Mais. Dennoch hat das USDA die Bonitierung für den die Soja ebenfalls nach unten korrigiert. Nur noch 56 Prozent der Pflanzen befinden sich danach in guter oder sehr guter Verfassung, nach 60 Prozent in der letzten Woche und 65 Prozent zum Monatsbeginn. Viele Farmer haben den Soja allerdings erst nach dem regional besonders früh geernteten Winterweizen gepflanzt. Dennoch sind die Sojapreise für den September-Kontrakt gestern um knapp zwei Prozent angestiegen.

Die Hälfte des Winterweizens geerntet

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Auch der Winterweizen hat unter der Trockenheit gelitten. Allerdings war diese Woche bereits 48 Prozent der Ernte eingebracht. Im langjährigen Mittel sind es zu diesem Termin gerade einmal 16 Prozent. Im wichtigsten Anbaustaat Kansas war der Weizen diese Woche bereits zu 80 Prozent geerntet. Von dem noch auf den Feldern befindlichen Winterweizen befanden sich 44 Prozent in guter und sehr guter Verfassung, nach 43 Prozent in der letzten Woche.
 
Zum Beginn des Monats hatte allerdings noch 54 Prozent des Weizens gute und sehr gute Noten erhalten. Am US-Terminmarkt sind die Weizenpreise für den Septemberkontrakt gestern um rund 3,5 Prozent gestiegen.
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