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Mais

USA: Rekordtempo bei Aussaat von Sommergetreide

© landpixel
von , am
08.05.2012

In den USA übertrifft das Tempo der Aussaat von Mais und Sommerweizen alle Erwartungen. Das zeitige und warme Frühjahr und günstiges Wetter ermöglichten einen sehr frühen Beginn der Feldarbeiten.

© Roland Dahl - Fotolia.com
Damit verlängert sich die Wachstumsperiode und gleichzeitig erhöht sich das Ertragspotenzial. Analysten gehen davon aus, dass das USDA in seiner neuen Prognose am 10. Mai sowohl bei Mais als auch bei Weizen Produktion und Bestände nach oben korrigieren wird.
 
Beim Weizen tragen dazu nicht nur die sehr schnelle Aussaat beim Sommerweizen bei sondern auch der sehr gute Zustand des Winterweizens.

Maisaussaat deutlich schneller als üblich

Bis Ende April hatte die US-Farmer rund 53 Prozent (%) der geplanten Flächen mit Mais bestellt. Im letzten Jahr waren es zu diesem Zeitpunkt lediglich zwölf Prozent und im langjährigen Mittel 27 %. Damit bewegt sich das Ertragspotential nach Einschätzung von US-Analysten nahe am bisherigen Rekord. Zwar dürften Regenfälle das Tempo der Maisaussaat in den nächsten Tagen etwas bremsen, jedoch rechnen US-Beobachter nicht mit wesentlichen Beeinträchtigungen. Vielmehr wird der Regen durchaus gebraucht und verbessert die Wachstumsaussichten sogar weiter.
 
Hinzu kommt, das die Anbaufläche bei Mais in diesem Jahr fast einen neuen Rekord erreichen soll. Die letzte offizielle Schätzung des USDA geht von 95,9 Millionen Acres (38,8 Millionen Hektar) aus. Dies ist die größte Anbaufläche seit mehr als 50 Jahren.

agrarheute.com unterwegs: Maisaussaat in den USA

Unser Kollege, Tammo Gläser, war zusammen mit seinem Bruder Jörn bis Ende vergangener Woche in den USA unterwegs. Unter anderem haben sie die Maisaussat in den USA begleitet.

Trotz Rekordernte relativ stabile Preise

Damit steht in den USA für 2012 beim Mais eine Rekordernte an. Trotz dieser Aussichten haben sich die Preise zuletzt jedoch auf relativ hohem Niveau gehalten, denn die globale Nachfrage soll ebenfalls kräftig wachsen. Insbesondere China könnte zur Versorgung seiner Schweinebestände mehr Mais (und Soja) in den USA kaufen als bislang erwartet.
 
In der letzten Woche hatten die Chinesen an nur einem Tag 1,56 Millionen Tonnen US-Mais geordert. Das war der größte Deal an einem Tag seit 20 Jahren.
 
Die schwache Maisernte in Argentinien, dem bislang zweitgrößten globalen Exporteur, könnte die Nachfrage nach US-Mais zusätzlich befeuern und die Preise stützen.

Drei Viertel des Sommerweizens im Boden

Beim Sommerweizen ist der Aussaatfortschritt in den USA ebenso groß wie beim Mais. Hier waren zum Monatswechsel 74 % der geplanten Flächen bestellt. Im letzten Jahr waren es zu diesem Zeitpunkt lediglich neun Prozent und im langjährigen Mittel 32 %. In den Bundesstaaten South Dakota und Minnesota sind sogar über 90 % der Flächen bestellt. Die mit dem frühen Aussaat-Termin wachsenden Ertragserwartungen könnten den moderaten Rückgang der Aussaatfläche bei Sommerweizen in den USA möglicherweise mehr als ausgleichen.
 
Ende März hatte das USDA in seiner Flächenschätzung für Sommerweizen einen Rückgang des Anbaus um gut drei Prozent auf knapp 12 Millionen Acres (Mio. Acres) beziehungsweise 4,8 Millionen Hektar (Mio. ha) ermittelt.

Winterweizen in sehr guter Verfassung

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Ebenfalls spürbar verbessert haben sich die Ertragsaussichten beim US-Winterweizen. Hier hatte die letzte Anbauschätzung einen Flächenzuwachs von knapp drei Prozent auf 41,7 Mio. Acres beziehungsweise 16,9 Mio. ha gebracht. Das USDA meldete nun Ende April dass 64 % der Pflanzen sich in guter oder sogar sehr guter Verfassung befinden. Im letzten Jahr waren es gerade einmal 34 %. Gleichzeitig prognostiziert eine aktuelle Feldbesichtigungstour im größten Winterweizen-Anbaustaat Kansas sehr hohe Erträge (nahe am bisherigen Rekord von 1998) und damit die größte Ernte seit neun Jahren. Der sehr frühe Erntetermin dürfte nach Einschätzung von Beobachtern zudem auch zum verstärkten Anbau von Soja als Zweitfrucht und damit zu einer Ausweitung der Sojaproduktion führen. Die Berichte über eine möglichweise deutlich über den Erwartungen liegende Weizenernte, führten allerdings zu einem Rückgang der Terminmarktpreise in Kansas auf ein 22-Monatstief. 

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