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Mais

USA/Mais: Preisrallye nach schwachem Aussaatfortschritt

© Wirepec/fotolia
von , am
31.05.2013

Schwere Regenfälle in den Hochburgen des US-Maisanbaus im Mittelwesten haben die Maisausaat in der zurückliegenden Woche erneut massiv behindert und das Aussaattempo deutlich gedrosselt.

Nach gültiger EU-Richtlinie im Maisanbau in Ökobetrieben darf jetzt nur noch ökologisch produziertes Saatgut ausgesät werden. © landpixel
Schwere Regenfälle im Mittelwesten der USA haben die Maisausaat in der zurückliegenden Woche erneut behindert. An den Terminmärkten in den USA aber auch in Europa reagierte man auf diese Entwicklung am Dienstag Abend (MEZ) mit kräftigen Preisaufschlägen. In den USA legten die Kontraktpreise für die neue Ernte um 2,7 Prozent (153 Euro pro Tonne) zu und der aktuelle Termin verteuerte sich um 1,4 Prozent (188 Euro pro Tonne). An der Matif in Paris kostete der Mais der alten Ernte am Dienstag knapp 225 Euro (Juli) und die neue Ernte wurde für 188 Euro gehandelt.

Tempo deutlich langsamer

Insgesamt haben die US-Farmer bis zum 26. Mai auf 86 Prozent der geplanten Fläche (39,36 Millionen Hektar) Mais ausgesät. Im langjährigen Mittel waren bis zum aktuellen Termin rund 90 Prozent des Mais ausgesät und im letzten Jahr war die Aussaat zu diesem Termin sogar schon abgeschlossen (99 Prozent).  Angesichtes des großen Rückstands bei der Maisaussaat dürften immer mehr Farmer darüber nachdenken, vom Mais doch noch zum später pflanzbaren Soja zu wechseln oder die überfluteten Felder gar nicht mehr zu bestellen. Nach Einschätzung von Analysten nimmt die Gefahr zu, dass der Mais in seiner wichtigsten Wachstumsphase immer mehr in die Zeit der größten Sommerhitze (Juli) kommt. Die Verschiebung des Erntezeitpunkt nach hinten erhöht zudem die Gefahr von Frostschäden und Ernteverlusten.

Weitere Regenfälle und Überflutungen

Autor: Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass © dlv
Zudem sind für die nächste Woche weitere Regenfälle für die am Mississippi gelegenen Anbaugebiete angekündigt. Bereits jetzt stehen dort viele Felder unter Wasser und bräuchten nach dem Ende des Regens noch einige Zeit um abzutrocknen, so dass in Teilen des Mississippi-Deltas kurzfristig gar keine Pflanzung möglich ist.
 
In Iowa hatten die Farmer bis zum 26. Mai jetzt auf 85 Prozent der geplanten Fläche Mais gesät. In Illinois waren 89 Prozent, in Nebraska 96 Prozent im weiter nördlich gelegenen Minnesota waren etwa 82 Prozent des Mais ausgesät. In den genannten vier US-Bundestaaten wird fast die Hälfte des gesamten US-Mais angebaut und die Entwicklung dort ist entscheidend für die neue US-Ernte.

USDA rechnet mit drei Millionen Hektar Flächenverlust

Das USDA unterstellte im aktuellen Mai-Report eine Erntefläche von 36,2 Millionen Hektar, im Vergleich zu 35,3 Millionen Hektar zum letzten Jahr. Im vorigen Jahr waren große Flächen wegen der Dürreschäden nicht abgeerntet worden. Die für dieses Jahr geplante Aussaatfläche ist mit 39,36 Mio. ha in etwa so groß wie im letzten Jahr.

agrarheute.com unterwegs: Maisaussaat in den USA

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