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Mais

USDA: Lagerbestände beim Mais schrumpfen dramatisch

© Fritz/agrarheute.com
von , am
12.10.2012

Einen Kurssprung löste der aktuelle USDA-Report an den Börsen aus. Die drastische Reduzierung der US-Maisbestände in den Lagern, ließ die Maispreise nach oben klettern.

© Mühlhausen/landpixel
Am Maismarkt verursachte der neue USDA-Report vom Oktober einen regelrechten Kurssprung. Am US-Terminmarkt verteuerte sich Mais nach Veröffentlichung der neuen Daten um fast fünf Prozent und auch in Europa legten die Preise kräftig zu. Der globale Verbrauch von Mais geht erstmals seit 20 Jahren zurück.

US-Lagerbestände auf 17-Jahrestief

Grund für diesen Preissprung war nicht die weitere moderate Rücknahme der US-Produktion, die sogar die Erwartungen der Analysten verfehlte. Vielmehr löste die drastische Reduzierung der US-Lagerbestände auf den niedrigsten Stand seit 17 Jahren das Kursfeuerwerk aus.
 
Die erwarteten Exporte beim größten Produzenten und wichtigsten Exporteur fielen sogar auf den tiefsten Stand seit 38 Jahren. Damit fällt die Versorgung bis zur neuen Ernte in Südamerika noch knapper aus als bislang gedacht. Zudem könnte die Produktion in Südamerika nicht ganz so stark wachsen wie das USDA erwartet. Neben den Witterungsproblemen (Aussaatverzögerung durch Trockenheit) in Teilen Brasiliens, ist hierfür vor allem die Absicht vieler südamerikanischen Farmer verantwortlich, lieber Soja (Erstfrucht) anstelle Mais anzubauen.

US-Exporte gehen weiter zurück

Internationaler Maispreisindex (Exportpreise)
In den USA wird die Erntemenge jetzt auf knapp 271 Millionen Tonnen (Mio. t) geschätzt und damit nur geringfügig kleiner als bei der letzten Prognose von September. Im Vorfeld hatten Analysten einen etwas stärkeren Rückgang der Produktion erwartet. Zwar hat das USDA die erwarteten Erträge stärker gesenkt als die Konsensschätzung der Analysten unterstellt hatte, jedoch hat man geleichzeitig die Erntefläche nach oben korrigiert und damit den Ertragsrückgang kompensiert. Gerade diese Maßnahme wurde von Analysten jedoch kritisiert, denn viele Farmer haben ihre Flächen umgebrochen oder den Mais wegen des schlechten Zustands als Viehfutter verwendet oder zu Silage verarbeitet.
 
Der US-Export wurde, wegen des knappen Angebots und der im Vergleich zur südamerikanischen Ware sehr hohen Preise, um 2,3 Mio. t auf 31 Mio. t gesenkt.

Brasilien baut Exporte kräftig aus

Unverändert hat das USDA die Ernteerwartungen für Argentinien und Brasilen gelassen. Für beide Länder ist die Aussaat in vollem Gange. Sowohl für Brasilen als auch für Argentinien erwarte das USDA im kommenden Frühjahr sehr gute oder sogar Rekordernten von 70 Mio. t bzw. 28 Mio. t.
 
Brasilianische Stellen (conab) halten sogar eine Maisernte von 71,9 bis 73,3 Mio. t für möglich, und die argentinischen Schätzungen liegen bei 28 bei 30 Mio. t. Brasilien hat seine alte Ernte nach eigen Angaben bis Oktober fast vollständig vermarktet. In Argentinien wird der Export hingegen zentral reguliert. Dort rechnet man je nach Entwicklung der neuen Ernte mit einer Wiederaufnahme der Ausfuhren aus der alten Ernte im Dezember.
 
Das USDA hat für die neue Ernte in Südamerika die Exportmenge für Brasilen jetzt deutlich von 14,5 Mio. t auf rekordhohe 19 Mio. t nach oben gesetzt. Damit würde Brasilien den argentinischen Nachbarn als zweitgrößten Exporteur ablösen. Dort rechnet das USDA wie bereits im September mit Exporten von etwa 17,5 Mio. t.

EU muss erheblich mehr Mais importieren

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Um 1,5 Mio. t auf nur noch 55,6 Mio.t hat das USDA (wie erwarter) die Maisernte der EU nach unten korrigiert. Hier hat man vor allem die Folgen der Trockenheit in Südosteuropa stärker berücksichtigt als im September. Insbesondre in Rumänien und Ungarn wurde die Produktion nochmals deutlich reduziert. Dagegen setzte man die polnische Maisernte weiter nach oben.
 
Den zum Vorjahr (67 Mio. t) bereits deutlich reduzierten Verbrauch, belässt das USDA bei 61,5 Mio. t. Damit klafft zwischen Produktion und Verbrauch eine Lücke von rund sechs Millionen Tonnen, weshalb das USDA die Importe von drei Millionen Tonnen im September jetzt auf Fünf Millionen Tonnen nach oben setzt.

Ukraine trotz Trockenheit mit guter Ernte

Bei 21 Mio. t hat das USDA im Oktober die ukrainische Ernte stehen lassen. Nicht wenige Analysten haben hier wegen der schwachen Erträge (Trockenheit) eine Korrektur nach unten erwartet. Zwar hatte die Ukraine den Maisanbau auf den Auswinterungsflächen um rund eine Million Hektar ausgedehnt.
 
Die durchschnittlichen Erträge lagen jedoch gerade einmal bei 4,67 t/ha und damit mehr als ein Viertel niedriger als im letzten Jahr.
 
Der Export der Ukraine wurde vom USDA ebenfalls unverändert bei 12,5 Mio. t erwartet, nach etwa 15 Mio. t im letzten Jahr. Damit ist die Ukraine der weltweit viertgrößte Maisexporteur. Für die EU dürfte die Ukraine zum wichtigen Lieferanten werden.
 
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