Login
Mais

USDA: Mais wird sehr knapp und teuer

von , am
13.08.2012

Washington - Die Auswirkungen der Hitzewelle in den USA auf die dortige Maisernte und damit auf das globale Angebot für das wichtigste Futtergetreide sind dramatisch.

© goccedicolore/fotolia.com
Im August hat das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) die erwartete Erntemenge im Vergleich zum Juli um weitere 17 Prozent (%) (55 Mio. t) auf 274 Mio. t nach unten korrigiert. Damit schrumpft auch das Exportpotential des weltweit größten Maisexporteurs USA dramatisch zusammen und gleichzeitig klafft zwischen Produktion und Bedarf eine große Lücke.
 
Angesichts der ebenfalls schwachen Weizenernte ist diese Lücke nur über einen Rückgriff auf die Lagerbestände zu füllen.

Explosion der Futterkosten zu befürchten

Die schlimmste Trockenheit in den USA seit 1988 hat zu einer weiteren drastischen Reduzierung der dortigen Maisernte um 17 % auf 274 Millionen Tonnen (Mio. t) geführt. Damit verfehlen die US-Farmer nicht nur die ursprünglichen Produktionserwartungen sondern sie bleiben auch 21 Mio. t unter der Vorjahresernte. Die Folgen für den US-Markt sind
  • eine Halbierung der Lagerbestände,
  • ein sehr kräftiger Rückgang des Verbrauchs um 30 auf 252 Mio. t und zudem
  • ein deutlicher Rückgang der Exporte um sechs Millionen  auf 33 Millionen Tonnen.
 
Damit wird Mais am Weltmarkt bis zu neuen Ernte in Südamerika knapp sein und die Preise bleiben hoch. Davon gehen sowohl das USDA als auch private Analysten aus. Gleichzeitig werden die Futterkosten weltweit kräftig steigen, denn nicht nur der Mais bleibt knapp und teuer sondern auch das wichtigste Substitut der Futterweizen sowie das benötigte Eiweißfutter (Soja).

Ukraine erntet und exportiert weniger

Kleiner als zunächst erwarte dürfte auch die Ernte des zuletzt drittgrößten Maisexporteurs Ukraine ausfallen. Hier reduziert die Hitze im Osten des Landes die Maisernte um drei Millionen Tonnen auf 21 Mio. t und damit geht auch das Exportpotential um zwei Millionen Tonnen auf 12,5 Mio. t zurück.
 
Für die EU wird die Ernte wegen der Trockenheit in Südosteuropa ebenfalls um rund vier Millionen Tonnen auf 61,5 Mio. t reduziert. Hinter den Erwartungen bleibt die Ernte vor allem in Rumänien und Ungarn aber auch in Italien. Deutliche trockenheitsbedingte Einbußen verzeichnet auch Serbien.
 
Dagegen gehen die Ernteschätzungen für Frankreich um eine Million auf 16,5 Mio. t nach oben. Die Importe der EU dürften wegen der hohen Weltmarktpreise und des knappen Angebots deutlich auf drei Millionen Tonnen zurückgehen.

Größere Ernte in Südamerika?

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Für die Südamerikaner geht das USDA in seiner aktuellen Prognose hingegen von einer Ausweitung der Anbauflächen und der Produktion aus. Auslöser sind das knappe globale Angebot und die sehr hohen Weltmarktpreise. Auf der Südhalbkugel beginnt die Aussaat für die neue Ernte jedoch nicht vor September/Oktober und die Ernte erfolgt dann erst im nächsten Jahr.
 
Für Argentinien haben dortige Analysen im Widerspruch zum USDA zudem eine Reduzierung der Anbauflächen und eine kleinere Produktion prognostiziert. Ursache ist, dass die Farmer am streng regulierten argentinischen Maismarkt nicht handeln können wie sie wollen. Dies ist bei anderen Kulturen (Soja) weitaus besser möglich.

China mit Rekordernte

Nach oben gesetzt hat das USDA auch die Produktionsschätzung für China. Hier könnte mit 200 Mio. t eine Rekordernte eingebracht werden, was den Importbedarf der Chinesen von den zunächst erwarteten fünf auf zwei Millionen Tonnen reduziert. Dagegen könnte die im November anstehende Maisernte in Indien wegen des schwachen Monsuns kleiner ausfallen und damit die bestehenden indischen Exportmöglichkeiten und zumindest das Angebot in Asien reduzieren.
 
Auch interessant