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Mais

USDA: Maisernte bricht alle Rekorde

von , am
13.06.2012

Washington - Am globalen Maismarkt stehen die Zeichen auf Expansion. Sowohl Produktion als auch Verbrauch, Export und Bestand wachsen kräftig.

© Roland Dahl - Fotolia.com
In der aktuellen Juni-Prognose setzt das USDA seine Schätzung für weltweite Maisernte nochmals nach oben und übertrifft damit noch die Rekorderwartung des Vormonats. Die Gründe für den weiteren Produktionszuwachs liegen in einer verbesserten Produktionsprognose für China, die EU und Russland.
 
Außerdem beließ man die für die USA erwartete Rekordernte - trotz der anhaltenden Trockenheit im US-Maisgürtel- auf dem bisherigen Rekordstand. Die globale Produktionsmenge erreicht nach Einschätzung des USDA jetzt einen Wert von rund 950 Millionen Tonnen (Mio. t) und damit neun Prozent (77 Mio. t) mehr als im letzten Jahr.

US-Produktion zu hoch?

Mittlerweile zweifeln aber nicht wenige Analysten die erwarteten sehr hohen US-Ertragsprognosen an. Eine Korrektur der globalen Maisernte hätte allerdings vor dem Hintergrund einer defizitären Weizenbilanz und einer engen Gerstenversorgung sicherlich beträchtliche Auswirkungen auf die Märkte (und die Preise). Anderseits würde eine sehr große Ernte wohl auch die Preise bei den anderen Getreidearten nach unten drücken.
 
Derzeit liegen die Ertragsprogosen für den weltweit größten Produzenten und Exporteur USA bei knapp 376 Mio. t und damit 62 Mio. t über der Erntemenge des Vorjahres. Das US-Exportvolumen wird bei etwa 48 Mio. t erwartet und die Bestände sollen sich gegenüber dem Vorjahr auf 47 Mio. t mehr als verdoppeln. Dies trägt natürlich wesentlich zum Anwachsen der globalen Maisbestände um 26 Mio. t auf 155 Mio. t bei.

China kurbelt die Nachfrage an

Für die EU hat das USDA die Ernteprognose um eine Million Tonnen auf 64,1 Mio. t nach oben gesetzt und damit fast auf das Rekordniveau des letzten Jahres. Der Verbrauch soll (wegen der knappen Weizenernte) ebenfalls steigen und einen Wert von 69,5 Mio. t erreichen. Damit würden bei Exporten von etwa zwei Millionen Tonnen Maiseinfuhren von rund sieben Millionen Tonnen nötig. Besonders kräftig wird die globale Nachfrage allerdings durch China angekurbelt. Trotz einer erwarteten Rekordernte von 195 Mio. t kann das Reich der Mitte seinen noch rascher wachsenden Verbrauch immer weniger selbst decken und muss sieben Millionen Tonnen Mais importieren. Im letzten Jahr waren es lediglich fünf Millionen Tonnen und im Jahr davor nicht einmal eine Million Tonnen.
 
Auch Japan als weltweit wichtigster Importeur wird sein Einfuhren leicht um 0,5 Mio. t auf 16 Mio. t ausweiten, gleiches gilt für Südkorea (8,5 Mio. t).

Ukraine und Südamerika stark im Export

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Anderseits rechnet das USDA auch bei den anderen drei großen Exporteuren Argentinien, Brasilien und Ukraine mit stabilen oder wachsenden Ausfuhrmengen. Damit könnte der globale Maishandel einen Rekordwert von 103 Millionen Tonnen erreichen. Sowohl in den beiden südamerikanischen Ländern als auch in der die Ukraine stehen hinter den wachsenden Exporten große (Brasilen) oder sogar rekordhohe (Argentinien, Ukraine) Ernteerwartungen.
 
 
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