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Mais

USDA: Vorab Druck auf Mais und Soja - Korrekturen erwartet

© agrar-press
von , am
11.09.2014

Im Vorfeld des neuen USDA-Report herrscht Druck auf Mais und Soja. Die Analysten erwarten Korrekturen vor allem mit Blick auf die Ernte. Die Marktprognosen sind bärisch.

Das USDA schätzte die Anbaufläche für Mais nach unten, sodass der Preis nach oben schoss. © Andrea H./Aboutpixel.de
Am Getreidemarkt richtet sich die Aufmerksamkeit von Landwirten, Analysten und Händlern auf den neuen USDA-Report, den heute, Donnerstag, das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) veröffentlicht. Dann werden die globalen Bilanzen bei Getreide und Ölsaaten aktualisiert. Das bleibt (meist) nicht ohne Auswirkungen auf die Preise. Korrekturen der Produktion erwarten Analysten im Vorfeld des Reports vor allem bei der Mais- und Sojaernte in den USA.
 
Sollte der USDA-Report die Analysen-Erwartung bestätigen, wären wohl weitere Preisabschläge bei Mais und Futtergetreide sowie bei Soja und anderen Ölsaaten die Folge.

Noch höhere Mais- und Sojaerträge

Beim Mais geht die aktuelle Konsensschätzung der US-Analysten für den September von einer noch größeren US-Rekordernte von 363 Millionen Tonnen (Mio. t) aus. Die Spanne der Analysten-Schätzungen lag zwischen 355,7 Mio. t und 372 Mio. t und zeigt weiterhin eine gewisse Unsicherheit bei den erwarteten Erträgen. Die Maiserträge werden jedoch von allen Analysten deutlich höher als 2013 eingeschätzt. Das USDA hat den Maisertrag im August immerhin auf 10,51 Tonnen je Hektar (t/ha) geschätzt nach 9,97 t/ha in 2013. Die Anaysten gehen von 10,72 t/ha aus.
 
Beim Soja geht die Konsensschätzung der Analysten im September von einer Ernte von 105,7 Mio. t aus und damit weiterhin von einer Produktion deutlich über der 100-Mio.-t-Marke. Das USDA hatte die Produktion im August bereits auf die neue Rekordmarke von 103,8 Mio. t geschätzt. Die Konsensschätzung der Analysten erwartet jetzt 3,12 t/ha und damit deutlich mehr als das USDA. Die Spanne der Anlystenserwartungen liegt bei 3,06 t/ha bis 3,23 t/ha. 

Bestandsdaten sorgen für Preisdruck

Große Bedeutung für die Versorgungsbilanzen bei Getreide und Ölsaaten sowie für die Entwicklung der Preise haben die Veränderungen bei den Lagerbeständen. Das USDA aktualisiert heute Abend auch die Daten zur Entwicklung der Endbestände bei Mais, Soja und Weizen. Diese Daten spiegeln unter anderem die Exportdynamik, die Verbrauchsentwicklung und damit die Versorgungbilanzen beim größten globalen Mais-, Weizen- und Sojaexporteur USA wider.

Mais: US-Maisbestände wachsen um 70 Prozent

In ihrer Konsensschätzung erwarten die Analysten für das neue Wirtschaftsjahr ein Anwachsen des US-Endbestandes bei Mais auf 51,10 Mio. t. Im Vergleich zur Analystenschätzung für das Wirtschaftsjahr 2013/14 (30,26 Mio. t) wäre dies ein Bestandszuwachs von 69 Prozent (%). Das USDA hatte die Endbestände im August-Report für die kommende Saison 2014/15 auf 45,93 Mio. t  geschätzt.
 
Die globalen Endbestände bei Mais setzten die Analysten in ihre September-Schätzung für die neue Saison 2014/15 auf 190,3 Mio. t an. Gegenüber der aktuellen USDA-Prognose von 187,8 Mio. t ist dies ein Anstieg von knapp drei Millionen Tonnen. 

Soja: US-Sojabestände mehr als dreimal so groß

Ganz besonders drastisch verändern sich die Endbestände bei Sojabohnen. Für das Ende der nächsten Saison 2014/15 erwarteten die Analysten einen US-Endbestand bei Sojabohnen von 12,65 Mio. t. Das wären mehr als eine Verdreifachung der derzeitigen Endbestände und zudem der größte US-Bestand seit 2006/07.
 
Für das alte Wirtschaftsjahr 2013/14 gehen die Analysten in ihrer Konsensschätzung von einem US-Sojabestand von 3,7 Mio. t 136 Mio. aus. Das USDA hatte die Endbestände für das Wirtschaftsjahr 2013/14 im August auf 3,8 Mio. t geschätzt. 
 
Mit erwarteten globalen Endbeständen von 86,6 Mio. t. bei Sojabohnen liegt die Analystenschätzung für die neue Saison mit 87,2 Mio. t ebenfalls über der Prognose des USDA. 

Weizen: US-Bestände mit leichten Korrekturen

Die US-Endbestände bei Weizen haben die Analysten für die neue Saison etwas nach oben korrigiert. Mit erwarteten Endbeständen von 18,15 Mio. t im neuen Wirtschaftsjahr liegen die Analysten jedoch nur geringfügig über der USDA-Prognose vom August.
 
Die Endbestände für das zurückliegende Wirtschaftsjahr 2013/14 hat das USDA zuletzt mit 16,05 Mio. t angegeben, nach Endbeständen von 19,54 Mio. t im Wirtschaftsjahr 2012/13.
 
Bei Weizen rechnen die Analysten mit einer Korrektur der globalen Endbestände auf 193,8 Mio. t nach oben. Das USDA hatte die globalen Weizenbestände im August auf 192,9 Mio. t und damit ebenfalls etwas kleiner geschätzt.

Eine ausführlichere Analyse und Prognosen zu USDA vorab finden Sie auf den Seiten im marktkompass ... 

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