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Gehaltsklassen

Weniger düngen: Richtwerte für Phosphor gesenkt

Bodenprobe
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Karl Bockholt, agrarheute
am
14.03.2018

Die Richtwerte für die Phosphor- (P) Gehaltsklassen im Boden werden abgesenkt. Das hat Folgen für die P-Düngung.

Die Richtwerte für die Phosphor (P)-Gehaltsklassen im Boden werden abgesenkt. Das hat der Verband Deutscher Landwirtschaftlicher Untersuchungs- und Forschungsanstalten (VDLUFA) beschlossen.

Die Spanne für den optimalen Bereich im Oberboden liegt nun bei 3,1 bis 6 mg P je 100 g Boden in Gehaltsklasse C. Bisher waren 4,5 bis 9 mg zulässig.

Jetzt gelten für Acker- und Grünlandstandorte die folgenden Richtwerte für die Versorgungsstufen:

  • A (sehr niedrig): <1,5 mg P, in Trockengebieten <2,5 mg P,
  • B (niedrig): 1,5 bis 3 mg P, in Trockengebieten 2,5 bis 5 mg P,  
  • C (optimal): 3,1 bis 6 mg P, in Trockengebieten 5,1 bis 7,5 mg P,
  • D (hoch): 6,1 bis 12 mg P, in Trockengebieten 7,6 bis 12 mg P,
  • E (sehr hoch): >12 mg P pro 100 g Boden, auch in Trockengebieten.

Mit Trockengebieten sind dabei Standorte mit weniger als durchschnittlich 550 mm Jahresniederschlägen gemeint.

Kalkzustand optimal halten

Die abgesenkten Richtwerte sparen erhebliche Kosten für die P-Düngung. Dafür ist es künftig noch wichtiger, den genauen Düngebedarf der Kulturen zu kennen und detailliert zu berücksichtigen. Vor allem auch ist der Kalkzustand des Bodens optimal zu halten. Mit suboptimalem pH-Wert sinkt die P-Verfügbarkeit.

Die neuen Richtwerte stehen sie im Einklang mit dem Zweck der 2017 verabschiedeten Düngegesetze, die Produktions- und Umweltziele gleichrangig sehen. Sie haben auch Folgen für die künftige Gesetzgebung. Sie sind das Ergebnis eines mehrjährigen Prozesses. Oberste Richtschnur waren dabei aktuelle Erkenntnisse. Laut VDLUFA-Präsident Prof. Franz Wiesler tragen die neuen Werte den wissenschaftlichen Erkenntnissen der letzten 15 Jahre Rechnung.

Fünf Folgen für die P-Düngung

  1. Einarbeiten: Für eine möglichst hohe P-Düngerausnutzung bei abgesenkten Bodenwerten lohnt ein Einarbeiten des P-Mineraldüngers auf Acker vor der Saat. Bei Gülle und Gärresten ist das schon nötig, um Ammoniakverluste zu vermeiden.
  2. Platzieren: Die Unterfußdüngung bei Mais ist inzwischen Standard. Entsprechende Düngerplatzierung bei Getreide und Raps müssen ebenfalls entwickelt werden.
  3. Höhe anpassen: Die Kulturpflanzen müssen spezifisch gedüngt werden. In der Fruchtfolge ist P vornehmlich zu Mais, Raps, Rüben, Kartoffeln und Leguminosen zu düngen.
  4. Richtige Form wählen: Gute Pflanzenverfügbarkeit zählt. Die P-Verfügbarkeit aus organischen ist wie bei mineralischen Düngern langfristig mit 100 Prozent anzusetzen.
  5. Erosion mindern: Verlustpfade entstehen durch Wasser- und Winderosion. Darum ist Erosionsschutz wichtig. Über Zwischenfrüchte lässt sich zusätzlich P für Folgefrüchte mobilisieren.
Mit Material von VDLUFA

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