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Mais

Zinkenstriegel, Sternrollhacke & Co: Unkraut im Mais mechanisch regulieren

© Markus Mücke/LWK Niedersachsen
von , am
01.06.2015

Junger Mais kann nur schwer mit Unkräutern konkurrieren. Deswegen hat die mechanische Unkrautregulierung gerade im ökologischen Maisbanbau großen Einfluss auf den Anbauerfolg.

Mit dem Zinkenstriegel muss man sehr früh kommen. © Markus Mücke/LWK Niedersachsen
Damit Striegel- und Hackwerkzeuge im Mais exakt arbeiten können, muss bereits auf eine gleichmäßige Pflugarbeit, sorgfältige Saatbettbereitung und Aussaat geachtet werden. Ziel ist ein ebener, gut rückverfestigter Acker ohne tiefe Fahrspuren.
 
Für den präzisen Einsatz der Hackwerkzeuge ist es besonders wichtig, dass die Spurreißer am Maissägerät richtig eingestellt sind und bei der Aussaat exakt gefahren wird, damit die Reihenanschlüsse genau eingehalten werden. Außerdem sollte an den Schlagrändern die erste Maisreihe mit ausreichenden Abstand zur Schlagkante gelegt werden, damit später das äußere Aggregat der Schar- oder Rollhacke störungsfrei arbeiten kann.

Zinkenstriegel verschüttet kleine Unkräuter

Eine wichtige Vorarbeit bei der Unkrautregulierung leistet der Zinkenstriegel. Die wesentliche Wirkung ist das Verschütten der noch kleinen Unkräuter. Es muss deshalb bereits das frühe Fädchen- bis Keimblattstadium getroffen werden. Die tiefere Ablage des Maissaatgutes ermöglicht ein intensiveres Blindstriegeln.
 
Um den Acker besser einzuebnen und die Arbeitsweise des Striegels und den Unkrautregulierungserfolg zu optimieren, ist nach der Saat auch ein Anwalzen möglich. Zu bedenken ist, dass durch das Anwalzen mehr Unkräuter zum Keimen angeregt werden. Ein Blindstriegeln ist danach zwingend erforderlich.
 
Zudem sind die Wetterprognosen im Auge zu behalten. Ideal ist trockenes, sonniges und windiges Wetter, damit die freigelegten Unkräuter schnell vertrocknen. Ziel ist, möglichst einmal wöchentlich einen mechanischen Regulierungseinsatz im Mais durchzuführen. Der Mais reagiert empfindlich auf den Striegel, wenn der Keimling kurz vor dem Durchstoßen der Bodenoberfläche ist.

Auf das Blattstadium achten

Die Verträglichkeit verbessert sich mit dem Übergang vom Spitzen zum 1-Blattstadium des Maises. Das Striegeln ist auf die Nachmittagsstunden zu legen, da die Maispflanzen dann elastischer sind und nicht so schnell abbrechen. In dieser Phase muss zudem mit reduzierter Arbeitsgeschwindigkeit und weicherem Striegelzinkendruck gearbeitet werden.
 
Bei Striegeleinsätzen ab dem Zwei- bis etwa zum Sechs-Blattstadium ist darauf zu achten, dass die Maispflanzen durch eine angepasste Arbeitsgeschwindigkeit beim Striegeln nicht verschüttet oder schräg gestellt werden. Sie richten sich nur sehr langsam wieder auf und sind in der Entwicklung gehemmt.

Sternrollhacke: Gut geeignet für lehmige, verkrustete Böden

Auf Ökobetrieben kommt zunehmend die Sternrollhacke (Rotary Hoe) zum Einsatz. Sie arbeitet wie der Striegel reihenunabhängig. Durch die abrollenden Werkzeuge mit löffelartigen Spitzen, die in den Boden einstechen, hat sie eine krustenbrechende und lockernde Wirkung. Durch diese Arbeitsweise werden junge Unkrautpflanzen teilweise verschüttet, vorrangig aber entwurzelt und auf der Erdoberfläche abgelegt, sodass sie vertrocknen können.
 
Vor allem auf verschlämmten, verkrusteten oder festeren lehmigen Böden hat die Sternrollhacke deutliche Vorteile gegenüber dem Zinkenstriegel. Das Gerät muss aber frühzeitig eingesetzt werden.
 
Die Einsätze sind konsequent am Fädchenstadium oder am Keimblattstadium der Unkräuter und zweitrangig am Entwicklungsstadium der Maispflanzen auszurichten. Positiv hervorzuheben ist die kulturschonende Arbeitsweise auch in der empfindlichen Aufgangsphase des Maies.

Darauf sollten Sie beim Einsatz der Sternrollhacke achten

Doppelte Überfahrten in entgegengesetzter Fahrtrichtung verbessern die Unkrautregulierung. Auf Sandböden sind hier aber Grenzen gesetzt, da die Sternrollhacke in der gelockerten Bodenstruktur schnell zu tief arbeitet und zu Pflanzenschäden führt. Besonders wichtig ist beim Einsatz auf leichteren, lockeren Böden, dass eine Tiefenbegrenzung durch Stützräder  vorhanden ist.
 
Zu fahren ist die sie mit vergleichsweise hohen Arbeitsgeschwindigkeiten zwischen 15 bis 20 km/h. Mit zunehmender Geschwindigkeit arbeitet sie kulturschonender.
 
Mit dem Auflaufen der Pflanzen kann gehackt werden. Bei diesem frühen Einsatz sind Schutzbleche oder -scheiben zu empfehlen, um ein Verschütten des Maises zu verhindern. Als Arbeitswerkzeuge können Schar-, Stern- oder Rollhacken zum Einsatz kommen. Diese Werkzeuge erfassen auch spätere Wachstumsstadien der Unkräuter zwischen den Reihen vergleichsweise sicher.

Fingerhacke: Hohe Anschaffungskosten, auf fast allen Böden einsetzbar

Die Fingerhacke wird zusätzlich an die Scharhacke montiert.
 
Angetrieben über den Boden, arbeitet jeweils eine mit flexiblen Gummifingern bestückte, drehbare Metallscheibe von beiden Seiten in die Pflanzenreihe hinein. Sie ist auf nahezu allen Böden einsetzbar.
 
Allerdings ist der Aufwand für Einstellung vergleichsweise hoch. Sie muss sehr genau erfolgen, um Kulturschäden zu vermeiden. Zudem können sich auch mal Steine in den Fingerelementen verklemmen und zu Schäden in den Maisreihen führen. Die meisten Hersteller von Scharhacken bieten die Fingerhacke an. Allerdings sind die Anschaffungskosten mit durchschnittlich 700 Euro pro Reihe vergleichsweise hoch.

Torsionshacke: Niedrige Anschaffungskosten, gut auf lockeren Böden

Ein weiteres geeignetes Zusatzwerkzeug für die Regulierung innerhalb der Kulturreihe im Mais ist die Torsionshacke. Zu beiden Seiten der Maisreihe arbeitet jeweils ein gefederter und am Ende leicht gekröpfter Zinken. Beide Zinken arbeiten vibrierend in einem flachen Anstellwinkel. Die Neigung und der Abstand zur Kulturpflanze sind verstellbar.
 
Kleine Unkräuter werden verschüttet. Größere Pflanzen bis etwa zum Zweiblattstadium werden gelockert, teilweise mitgezogen und von Erde befreit, sodass sie vertrocknen.
 
Besonders auf lockeren, sandigeren Böden ist ein guter Regulierungserfolg zu erwarten. Auf festeren lehmigeren Böden kommt sie an ihre Grenzen.
 
Die Anschaffungskosten sind mit rund 150 Euro pro Reihe vergleichsweise niedrig.

Anhäufeln ist effektiv

Werkzeuge mit verschüttender Wirkung sind im Mais gut einsetzbar. In Frage kommen beispielsweise spezielle Häufelkörper für die Scharhacke, oder Flachhäufler bzw. Häufelschare, die an den Hackscharen montiert werden. Auch können einfache, preiswerte Lösungen wie steiler angestellte Hackschare oder aufgeschweißte Flacheisen auf den Hackscharen gute Häufeleffekte bewirken.
 
Im Maisanbau hat sich außerdem die Rollhacke bewährt. Sie kann je nach Werkzeugeinstellung sowohl von der Maisreihe "weghäufeln" als auch zur Reihe häufeln. Häufelnde Werkzeuge sind bis zu einer Mais-Wuchshöhe von etwa 30 Zentimetern besonders präzise einzusetzen. Werden die jungen Maispflanzen durch die häufelnde Erde zur Seite gedrückt oder stark verschüttet, richten sie sich nur langsam wieder auf und sind im Wuchs deutlich gehemmt.
 
Ab etwa 30 cm Wuchshöhe bis kurz vor dem Reihenschluss kann auch kostengünstige Häufeltechnik aus dem Kartoffelanbau zum Einsatz kommen. Diese Technik ist mit 75 cm Reihenabstand auch im Mais gut einsetzbar. 

Immer häufiger: Kameragesteuerte Scharhacken

Im Bereich der Hacktechnik halten zunehmend kameragesteuerte Scharhacken in der Praxis Einzug. Eine oder mehrere Kameras am Hackrahmen erfassen die Pflanzenreihe(n). Ein Rechner verarbeitet die Kamerasignale und gibt sie an die Lenkhydraulik der Hacke weiter. Die Steuerung erfolgt entweder über Lenkstützräder oder über einen Verschieberahmen, an dem die Hacke angebaut ist.
 
Mit dieser Technik sind hohe Flächenleistungen bei Arbeitsgeschwindigkeiten von acht bis zwölf Kilometern pro Stunde und gleichzeitig sicherer und dichterer Führung der Hackaggregate an den Kulturpflanzenreihen möglich.
 
Kombinierbar ist die optoelektronische Steuerung mit einer GPS-gesteuerten Lenkung am Schlepper, was zusätzlich zu einer Fahrerentlastung führt. Fast alle Hersteller von Hackgeräten haben mittlerweile kameragesteuerte Ausführungen im Programm.
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