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Ökologische Vorrangflächen

Zwischenfrüchte als Greeningmaßnahme: Das sind die Vorgaben

Zwischnfrüchte auf dem Feld
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Anke Fritz, agrarheute
am
14.06.2017

Für den Anbau von Zwischenfrüchten als Greeningmaßnahme gelten gesetzliche Vorgaben. Die LWK Niedersachsen gibt einen Überblick.

Der Anbau von Zwischenfrüchten ist die am häufigsten angemeldete Maßnahme, um ökologische Vorrangflächen zu schaffen. Dabei schränken die gesetzlichen Anforderungen häufig die pflanzenbaulichen Möglichkeiten des Zwischenfruchtanbaus ein. Vor der Entscheidung, eine Zwischenfruchtfläche auch als ökologische Vorrangfläche anzumelden, muss also abgewogen werden, ob die gesetzlichen Vorgaben mit den Anbauzielen im Einklang stehen.

Artenwahl für Greening-Zwischenfrüchte

Die Zwischenfruchtmischung muss mindestens aus zwei Arten bestehen, wobei kein Anteil größer als 60 Prozent sein darf. Alle Gräser müssen kleiner oder gleich  60 Prozent sein. Getreidearten sind mit Ausnahme von Rauhafer nicht erlaubt.
 

Aussaattermine für Greening-Zwischenfrüchte

Die Terminvorgab liegt zwischen dem Terminvorgabe: zwischen 16. Juli und 1. Oktober. Der späteste Aussaattermin nach Greeningvorgaben ist der 1. Oktober. Es ist aber empfehlenswert, die Zwischenfrüchte so zeitig auszusäen, dass der Bestand sich gut entwickeln kann, um die gewünschten pflanzenbaulichen Effekte zu erzielen. Eine Aussaat spätestens bis zum 1. September sichert die Bestandesentwicklung, eine Aussaat ab Mitte September ist nicht zu empfehlen. Im Herbst muss eine hinreichende Bodenbedeckung erreicht werden.

Düngevorgaben für Greening-Zwischenfrüchte

Die Stickstoffversorgung ist nur organisch möglich. Klärschlamm ist nicht erlaubt, sodass ungleichmäßig entwickelte Bestände hier etwas häufiger zu beobachten sind.
Bei der bedarfsgerechten N-Düngung der Zwischenfrüchte gilt es, die Vorgaben der Düngeverordnung einzuhalten.

  • Düngung bei Bedarf: maximal: 60 kg Ges.-N/ha oder
  • 30 kg NH4/ha

Ausbringung von P und K sowie Kalkung sind erlaubt.

Pflanzenschutz für Greening-Zwischenfrüchte

Ab der Getreideernte bis zum 15. Februar ist kein chemischer Pflanzenschutz erlaubt. Ausfallgetreide muss möglichst vor Aussaat der Zwischenfrucht z. B. durch intensive Stoppelbearbeitung oder Pflügen beseitigt werden. Auch eine Nutzung ist erst nach dem 15. Februar möglich. Davor ist nur eine Beweidung mit Schafen und Ziegen erlaubt.

Bodenbearbeitung für Greening-Zwischenfrüchte

Die als ökologische Vorrangfläche vorgesehene Zwischenfruchtfläche darf erst nach dem 15. Februar des Folgejahres bearbeitet werden. Vorher ist nur ein Schlägeln oder Walzen (ohne Bodeneingriff) eines blühenden Bestandes erlaubt, um eine drohende Samenreife zu verhindern. Hier sollte lediglich ein hohes Schlägeln vorgenommen, werden, damit die Zwischenfrucht hinsichtlich der ausgesäten Arten erkennbar bleibt und ein Wiederaustrieb möglich ist. Schwere Böden, auf denen im Frühjahr keine tiefe Bearbeitung möglich ist, müssen bereits vor Aussaat der Zwischenfrüchte entsprechend sorgfältig bearbeitet werden (gute Strohverteilung, Beseitigung von Fahrspuren und Verdichtungen).

Mit Material von Landwirtschaftskammer Niedersachsen

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