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Markt für Braugerste bleibt ruhig

von , am
12.07.2010

Mannheim/München - Die Preise für Braugerste nehmen weiterhin zu. Ausschlaggebend für die Notierungen sind in erster Linie die freundliche Stimmung an den Getreidemärkten und die Diskussion um den Wettereinfluss auf die Qualitäten.

© agrarfoto.com

Brotweizen
Weizennotierungen steigen

Nach einer kurzen Atempause eilen die Weizennotierungen an der Matif derzeit weiter nach oben. Haupteinflussfaktor bleibt die Hitzewelle in Frankreich, Deutschland und Russland und die damit verbundenen Befürchtungen über ernsthafte Ertragseinbußen.

Das französische Landwirtschaftsministerium geht in seiner ersten offiziellen Schätzung für die Ernte 2010 von einer Weichweizenernte von 35,3 Mio. Tonnen (2009: 36,2) aus. Ein Rückgang der Erträge um knappe 8 Prozent auf 7,1 t/ha wurde durch die Ausweitung der Anbaufläche um rund 4,5 Prozent zum Teil ausgeglichen. 

Der Ägyptentender in der letzten Woche machte deutlich, dass die Exportchancen der EU nach dem rapiden Preisanstieg der letzten Woche definitiv zunichte gemacht wurden. In Deutschland folgte den Vorgaben der Matif beinahe im Gleichschritt. Zuletzt lag das Preisniveau für B-Weizen franko Hamburg Basis September bei knapp über 160 Euro/t. Ohne ein Ende der Hitzewelle, dürfte der Markt vorerst weiter in der Hand der Bullen bleiben.

Braugerste
Markt bleibt ruhig

Die Braugerstenpreise marschieren weiter aufwärts. Die Notierungen werden hauptsächlich von der allgemein freundlichen Stimmung an den Getreidemärkten und der Diskussion um den Wettereinfluss auf die Qualitäten getragen. Alterntige Ware konnte seit Wochenbeginn rund 10 Euro/t zulegen, wird aber nur noch vereinzelt von Zweithändlern gesucht. Die neue Ernte wird franko Mälzerei aktuell mit rund 165 Euro/t Basis Oktober bewertet. Insgesamt bleibt die Marktlage jedoch ruhig und es herrscht eine allgemeine Zurückhaltung. Vorerst sollte die Tendenz stabil bleiben.

Futtergetreide
Freundliche Tendenz für Roggen und Triticale

Der Bullenmarkt an den Terminbörsen beflügelt auch den Markt für Futtergetreide. Von Seiten der Kraftfutterwerke wird Ware gesucht, Offerten sind aber nur spärlich gesät. Die Landwirtschaft ist ausgesprochen zurückhaltend, was die neue Ernte betrifft. Die Preise für Roggen und Triticale tendieren freundlich. Es zeichnet sich ein nahtloser Übergang von der alten zur neuen Ernte ab. Franko Oberrhein nähern sich die Ex-Ernte Preise dem Niveau von 130 Euro/t an. Auch die Futtergerste legte im Vergleich zur Vorwoche gut 5 Euro/t zu. Tendenz: Weiterhin freundlich für Roggen und Triticale. Stabil für Gerste nach dem Motto: Steigt Butter steigt Käse.

Ölsaaten
Rapsmarkt weiterhin aufwärts


 Die Aufwärtsbewegung der Rapskurse setzte sich weiter fort. Ausgelöst wurde die Rallye durch eine deutliche Korrektur der Ertragsprognosen in Frankreich. Bei einem Hektarertrag von 3,1 Tonnen (2009: 3,8) dürfte sich die Ernte auf lediglich 4,55 Mio. Tonnen (2009: 5,6) belaufen. In der Ukraine sind rund 20 Prozent der Flächen bereits abgeerntet. Die Erträge pendeln sich bei 1,4-1,5 t/ha ein und liegen damit deutlich niedriger als 2009. Auf dem physischen Markt bleibt es relativ ruhig. Alterntiger Raps ist kaum mehr verfügbar und wird nur noch vereinzelt zu horrenden Preisen gehandelt. Damit wird von Tag zu Tag klarer, dass der Rapsmarkt in 2009/10 deutlich knapper versorgt sein dürfte als in der letzten Kampagne. In Anbetracht dieser Faktoren dürfte sich der Aufwärtstrend am Rapsmarkt weiter fortsetzen. (KS Agrar)

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Martin Hares
Marktanalyst
KS Agrar GmbH

 

 

 

 

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