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Marktreport: Folgen der Ukraine-Krise auf die Ernte

von , am
08.05.2014

Die aktuelle politische und wirtschaftliche Krise hat auch Auswirkungen auf die Getreideernte in der Ukraine. Sowohl bei Mais als auch bei Weizen gehört das Land zu den größten globalen Exporteuren.


Grundlage für die Einschätzung liefert eine aktuelle Prognose des USDA sowie Daten von russischen und ukrainischen Analysten. Probleme bereitet den ukrainischen Landwirten derzeit vor allem die Kostenexplosion durch die Abwertung der ukrainischen Währung um etwa 40 Prozent (%) in den letzten vier Monaten und die rasant steigenden Preise für Betriebsmittel, Saatgut und Maschinen. Der Anstieg der Produktionskosten für die ukrainischen Landwirte gegenüber dem Vorjahr liegt nach derzeitigen Schätzungen bei etwa 20 bis 30 %.
Derzeit geht man davon aus, dass die neue Weizenernte in der Ukraine etwa 10 % kleiner wird als 2013. Ursache ist dabei in erster Linie die (witterungsbedingt) etwas kleinere Aussaatfläche im letzten Herbst sowie die (etwas) niedrigeren Erträge wegen des geringeren Einsatzes von Dünger und Pflanzenschutz.

Weizenexport könnte stabil bleiben

Der Weizenexport der Ukraine könnte dennoch fast das hohe Niveau des aktuellen Wirtschaftsjahres erreichen. Für das zu Ende gehende Wirtschaftsjahr 2013/14 liegen die Exporterwartungen bei 10 Mio. t. Im April haben sich die Ausfuhren wegen der politischen und ökonomischen Turbulenzen jedoch verlangsamt. Die Ausfuhr von Weizen und anderem Getreide erfolgt im Wesentlichen jedoch nicht über die Krim. Bis März wurden lediglich 5 % über den Krimhafen Sewastopol verschifft.
 
Die wichtigsten Abnehmer von ukrainischem Weizen sind im laufenden Jahr Ägypten und Spanien. Hinzu kommt eine große Anzahl weiterer Länder aus dem Nahen Osten und Nordafrika. Weitere europäische Importeure (außer Spanien) sind Italien, die Niederlande, Portugal, und in relativ geringem Umfang auch Deutschland.
 
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