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Marktreport: Günstiger Mais verdrängt Weizen im Tierfutter

© Fritz/agrarheute.com
von , am
15.01.2014

Die neuen Marktdaten des USDA sorgten am Weizenmarkt für einen kräftigen Preisrutsch, während sich die Maispreise in den USA von ihren letzten Tiefständen erholten.


Eine wesentliche Ursache für den Preisrückgang beim Weizen ist der über den bisherigen Erwartungen liegenden Bestandsaufbau. Anstelle von Weizen fließt der am Weltmarkt (und in den USA) sehr billige Mais verstärkt in die Tierfütterung. Damit wird auch der Weizenverbrauch gedrosselt. Nach den Schätzungen des des USDA erreicht der Einsatz von Weizen in der Tierfütterung trotz einer rund neun Prozent größeren globalen Produktion gerade einmal die Menge des Vorjahres. Dafür steigt der Verbrauch von Mais im Tierfutter auf Basis einer Rekordproduktion in den USA und in der Welt um rund zehn Prozent.
Ausschlaggebend für die veränderte Verwendung der Getreidearten sind die Preisunterschiede zwischen Mais und Weizen. In den USA kostet Futterweizen am Terminmarkt derzeit umgerechnet 30 Euro mehr als Futtermais. (In Europa kostet Weizen derzeit etwa 20 Euro mehr wie Mais.)

Höhere Nachfrage nach Brotweizen

Der über den Erwartungen liegende Einsatz von Mais in der Tierfütterung war dann auch der Auslöser für den jüngsten Preisanstieg bei Mais. Trotz des Anstieges sind die Maispreise in den USA derzeit über 40 Prozent niedriger als vor einem Jahr. Anders als bei Futterweizen ist die Nachfrage nach Brotweizen hingegen deutlich höher als im letzten Jahr. Das zeigt sich in der Entwicklung der globalen Weizenexporte, die um knapp sieben Prozent auf einen neuen Rekordwert steigen.
 
Neben den USA (und Kanada) profitieren vor allem auch die Europäer von der starken Nachfrage nach Brotweizen. Auch hier entscheiden sich die Absatzmöglichkeiten jedoch über die Angebotspreise der großen Exporteure. Das USDA hat den erwarteten Weizenexport für die EU im Januar auf einen Rekordwert nach oben gesetzt. Anderseits haben die USA diese Woche erstmals eine Exportausschreibung des größten Importeurs Ägypten gewonnen und damit (preisbedingt) trotz deutlich höherer Transportkosten den Zuschlag erhalten.
 
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