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Aus der Wirtschaft

Marktreport/Weizen: Rekordernte fängt Qualitätsprobleme auf

© Mühlhausen/landpixel
von , am
14.08.2014

Zum Ende der Haupternte sind Mitte August die Preise für Weizen, Gerste und Raps so niedrig wie seit vier Jahren (Ernte 2010) nicht mehr. Qualitätsprobleme werden durch die großen Mengen aufgefangen.


Das Preisniveau der vorigen Ernte 2013 wird sehr deutlich verfehlt. Auch die Maispreise rutschten vor dem Hintergrund der großen globalen Ernteprogosen bereits vor Erntebeginn auf den niedrigsten Stand seit vier Jahren. Lediglich Roggen kostete in Deutschland mehr als zur Ernte 2013, auch wenn die Preise zuletzt ebenfalls nachgegeben haben.
 
Anfang August hatten die aus Frankreich, Deutschland und anderen Ländern gemeldeten Qualitätsprobleme beim Weizen in Verbindung mit den befürchteten Auswirkungen der Ukraine-Krise für eine zwischenzeitliche Erholung der Weizenpreise gesorgt. Diese Erholung kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die neue Weizenernte sowohl im globalen Maßstab als auch in Europa sehr groß ist und neue Rekordmarken erreicht.

Große Erntemenge fängt Qualitätsprobleme auf

Andererseits hat der massive Regen während der Ernte in einigen europäischen Ländern den Anteil von Qualitätsweizen reduziert. Wegen der insgesamt sehr großen Erntemenge könnte dennoch ausreichend Weizen in guter Qualität für den europäischen Binnenmarkt und für den Export zur Verfügung stehen.
Diese Annahme wird unter anderem auch durch den starken Beginn der europäischen Weizenausfuhren bestätigt. Außerdem gehen Analysten bislang davon aus, dass die sehr gute Ernte am Schwarzen Meer den Europäern deutlich weniger Exporte erlaubt als zunächst gedacht und somit mehr Weizen auf den Binnenmarkt drückt der dann hier verwertet (Futter) oder auch gelagert werden muss.

Weltmarkt steht reichlich Weizen zur Verfügung

Insgesamt steht dem Weltmarkt in diesem Wirtschafsjahr reichlich Weizen zur Verfügung, so dass mögliche qualitätsbedingte Lieferprobleme einiger Exporteure wohl rasch ausgeglichen werden können. Außerdem verstärkt die große europäische und globale Weizenernte den Druck auf die Futtergetreidepreise (ebenso wie die sehr große globale Maisernte).
 
In Europa sind die Weizenpreise am Terminmarkt im Verlauf des Julis von etwa 185 Euro auf etwa 170 Euro/t gefallen. Das sind die niedrigsten Weizenpreise seit der Ernte 2010 - also seit vier Jahren. Das von vielen Analysten als Untergrenze erwartete Ernteniveau des Vorjahres (2013) von etwa 182 Euro wurde damit deutlich verfehlt. Anfang August konnten sich die Weizenpreise dann zwar etwas erholen. Mitte August gaben die Notierungen dann jedoch erneut auf die zuvor reichten Tiefstände von rund 170 Euro nach.
 
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