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Marktüberblick: Preisverfall jetzt auch beim Weizen?

von , am
24.08.2015

Erst fallen die Milch- und Schweinepreise, jetzt geht es auch für den Weizenpreis immer weiter bergab. Seit April fiel der Preis um über 38 Euro je Tonne. Das ist ein Preisverfall von fast 20 Prozent.

Die Weizenernte ist abgeschlossen, doch was macht der Weizenpreis? Momentan ist der Weizen gut 38 Euro weniger wert als im April 2015. © landpixel
Die Richtung am Weizenmarkt zeigt weiter deutlich nach unten. Die Preise fallen sowohl in Europa als in auch in Übersee sehr kräftig. Dabei ignoriert der Markt derzeit auch die eher bullischen Nachrichten, wie etwa die deutlich nach unten korrigierte Weizenernte in Kanada.
 
Gleichzeitig sind die Erntemeldungen aus Europa jedoch sehr gut und übertreffen zumeist die witterungsbedingt deutlich vorsichtigeren Erwartungen der Analysten. Auch die neuesten Meldungen aus China könnten die Weizenpreise weiter nach unten ziehen.

Weizenpreis fällt seit April um 38,35 Euro je Tonne

Am europäischen Terminmarkt sind die Weizenpreise am Freitag weiter gefallen. Der Septembertermin beendete den Handel am Freitag bei 166,75 Euro je Tonne (Euro/t) und damit 2,25 Euro  niedriger als am Vortag. Der Dezemberkontrakt ging mit 176,00 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag sind die Dezemberpreise damit um 2,75 Euro gefallen. Im Vergleich zur letzten Preisspitze beim Weizen von Anfang Juli von 205 Euro je Tonne sind die Weizenpreise mittlerweile rund 38,25 Euro bzw. rund 19 % niedriger.
Das Preisniveau vom Vorjahr von 185,25 Euro wird am europäischen Terminmarkt um 18,25 Euro bzw. 10 Prozenmt verfehlt.
 
Am Montag Vormittag geben die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt weiter nach. Der Septemberkontrakt geht zum Handelsbeginn um weitere drei Euro zurück und notiert nur noch 163,75 Euro.

Chinas Wirtschaft beeinflusst den Markt

Ausgesprochen bärisch wirkt zudem die derzeitige makroökonomische Situation auf die Getreide- und Agrarpreise insgesamt. Vor allem die deutliche Abschwächung der chinesischen Wirtschaftsdynamik setzt die globalen Agrar- und Rohstoffpreise massiv unter Druck. Außerdem könnte eine offenbar von Chinesen geplante Reform der Getreidemarktordnung erhebliche Mengen vor allem Mais aber auch Weizen freisetzen. Bei beiden Getreidearten (vor allem bei Mais) sind die zentral regulierten Binnenmarktpreise erheblich höher als die Weltmarktpreise. Gleichzeitig verfügt China über die größten globalen Bestände bei beiden Getreidearten.
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