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Pflanzenbaukolumne Kopfdünger

Maximilian Henne: „Die Apokalypse ist ausgeblieben“

Schwarze Bohnenlaus
am
08.08.2019
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Raps- und jetzt auch Rübensaat ohne Insektizidbeizen - geklappt hat es trotzdem. Der Junglandwirt fordert mehr Mut für neue Ideen.

Die erste Rübenaussaat ohne Insektizidbeize! Nervös sind wir zwischen den Reihen umher gekrabbelt, um nach Schädlingen Ausschau zu halten und Bekämpfungsentscheidungen zu fällen.

Schon steht die nächste Bestellung ohne umfassenden Beizschutz an. Ende August soll der Raps in die Erde. Der Frust im Berufsstand ist groß, dass uns wichtige und besonders bei der Beize effiziente Pflanzenschutzmittel aus der Hand genommen werden.

Trotzdem hervorragend entwickelte Bestände

Aber man muss ehrlich sein: Auch wenn sich die Rapsbestände ohne Insektizidbeize nicht mehr so einfach etablieren lassen und das wohl auch bei der Rübe künftig kein Selbstläufer mehr sein wird – die Apokalypse ist ausgeblieben.

Nach wie vor finden wir hervorragend entwickelte Raps- und Rübenbestände in der Landschaft.

Resistenzen drohen

Problematisch ist nicht zwangsläufig der Verlust der Insektizidbeizen.

Aus meiner Sicht entstehen die Probleme vielmehr, wenn wir als Reaktion darauf mit wiederholten Flächenspritzungen Insektizide einsetzen. Hier schaffen wir uns die nächsten Resistenzprobleme.

Mehr Mut zur Innovation

Für die anstehende Rapsaussaat wünsche ich mir Mut zur Innovation:

Längst ist etwa der Anbau von Begleitpflanzen im Raps praxiserprobt. Er bietet neben vielen anderen Vorteilen eine effektive Reduktion der Schäden durch Rapserdfloh und Kohlfliege. Das ist für mich echter integrierter Pflanzenbau.

Zum Beispiel Begleitpflanzen im Raps

Wie sich einst in Großmutters Garten die Mischkultur aus Möhren und Zwiebeln hervorragend ergänzte, gilt das auf dem Acker auch für Raps und Klee.

Ganz nebenbei tragen wir damit auch der von der Gesellschaft geforderten Biodiversität Rechnung, ganz ohne Ökozwang oder Flächenstilllegung.

Zum Autor: Maximilian Henne

Maximilian Henne

Der Ackerbauer aus dem südlichen Niedersachsen interessiert sich für alles, was im Boden passiert. So wenig wie möglich einzugreifen und die Direktsaat weiterzuentwickeln, sind für ihn wichtige Entwicklungsfelder der kommenden Jahre.

Für sein Engagement wurde er 2014 mit dem CeresAward in der Kategorie Ackerbauer ausgezeichnet.

Für agrarheute schreibt er regelmäßig in unserer Kolumne „Kopfdünger“.

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Dieser Kopfdünger-Beitrag ist in der agrarheute-Ausgabe August 2019 erschienen.

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