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Aus der Wirtschaft

Mineraldünger 2013: Angebot wächst schneller als die Nachfrage

© Mühlhausen/landpixel
von , am
21.01.2013

Trotz der hohen Getreidepreise sind die Absatzmengen und Preise für Mineraldünger nicht gestiegen. Es bildeten sich bei fast allen Mineraldüngerarten immer größere Bestände.

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Die Erwartungen der meisten Hersteller zur Entwicklung der Mineraldüngerpreise haben sich im letzten Jahr nicht erfüllt. Trotz der sehr hohen Preise für Getreide und Ölsaaten sind die Absatzmengen und Preise für Mineraldünger nicht gestiegen, sondern die internationalen Spotmarktpreise gingen ab Mitte 2012 sogar zurück. Auch für das kommende Jahr prognostizieren die großen internationalen Mineraldüngerhersteller nach dem Abbau der noch vorhandenen großen Lagerbestände, zum Teil deutlich wachsende Absatzmengen und steigende Preise. Begründet wird dies wie bereits im letzten Jahr mit der offensichtlichen Anbauausweitung und dem daraus resultierenden höheren Bedarf an Mineraldünger. Voraussetzung dafür sind natürlich hohe Preise für Getreide und Ölsaaten.

Produktion steigt schneller als Bedarf

Vergessen wird bei dieser Betrachtung jedoch, dass in den letzten Jahren nicht nur die Nachfrage nach Mineraldünger gewachsen ist. Vielmehr haben die Hersteller im Sog der steigenden Agrarpreise in vielen Ländern die Produktion von Harnstoff, Kali und Phosphordünger erheblich ausgeweitet und damit das am Markt verfügbare Angebot deutlich vergrößert.
 

Angebot nimmt weiter zu

Der Internationale Industrieverband der Mineraldüngerhersteller IFA erwartet in seinem letzten Marktausblick von 2012 allein für das laufende Jahr 2013 bei Harnstoff einen Produktionsanstieg beziehungsweise eine Kapazitätsausweitung von rund fünf Prozent. Gleichzeitig nimmt die Nachfrage nach Harnstoffdünger 2013 lediglich um etwa zwei Prozent zu. Diese Entwicklung gibt es in ähnlicher Form auch bei Phosphordünger. Hier beträgt der für 2013 erwartete Kapazitätszuwachs der Industrie fast sechs Prozent und die Zunahme des Verbrauchs liegt lediglich bei zwei Prozent. Bei Kalidünger wächst Produktionskapazität 2013 um fast acht Prozent und der Verbrauch immerhin noch um knapp sechs Prozent.
 

Preispotential nach oben ist begrenzt

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Allen Mineraldüngern ist jedoch gleich, dass die Produktionskapazitäten seit einigen Jahren ganz offenbar schneller zunehmen als der Verbrauch. Dieses schneller als die Nachfrage gewachsene Angebot kann nicht ohne Einfluss auf die Entwicklung der Marktpreise bleiben. Viele Hersteller haben deshalb im letzten Jahr versucht ihre Produktion zu drosseln und auf diese Weise der Nachfrage anzupassen. Auf Dauer dürfte jedoch ein stetiger Absatz nur über niedrigere Preise möglich sein auch wenn die insgesamt nachgefragten Mengen wachsen, werden die Produktionsüberschüsse nach den Daten der IFA in den nächsten Jahren erst einmal eher größer.
 
Die vollständige Analyse zur Entwicklung am Mineraldüngermarkt finden sie in der nächsten Ausgabe der neuen Monatszeitschrift agrarmanger.
 

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