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Mineraldünger: Harnstoff an den Spotmärkten billiger

© krick/agrar-press
von , am
29.05.2012

Während die Preise für Harnstoff an den internationalen Spotmärkten in der zweiten Maihälfte rückläufig sind, legten Phosphor und Stickstoff (Ammonium) zum Teil kräftig zu. Kali blieb indes stabil.

Harnstoff-Dünger kostet unter 290-Euro-Marke. © Mühlhausen/landpixel
Am Schwarzen Meer (Yuzhnyy) sind die Preise für Harnstoff (geprillt) Mitte Mai wieder unter die Marke von 500 US-Dollar/Tonne gefallen. Auch an den wichtigen Exporthäfen in Ägypten und im Mittleren Osten gaben die Preise für granulierte Ware von Mitte April bis Mitte Mai um 80 bis 100 USD/t nach. Indien hat nach Händlerangaben in der ersten Maihälfte Harnstoff im Iran zum Preis von 525 bis 555 USD/t (inklusive Fracht) gekauft und damit die Preise bei den übrigen Anbietern unter Druck gesetzt. Brasilien konnte sich in zweiten Maihälfte bereits zum Preis von 519 USD/t (inklusive Fracht) eindecken. Allerdings wird die Nachfrage aus Südamerika in den nächsten Wochen wohl robust bleiben. Für die kommenden Monate zeigen die Kontraktpreise für Harnstoff jedoch weiter nach unten. Am Schwarzen Meer kostet geprillte Ware für den Juni und den Juli 70 bis 80 USD/t weniger als Ende Mai. Für europäische Einkäufer relativiert der schwächere Euro den Preisrückgang allerdings etwas.

AHL wieder günstiger

Um rund 80 USD/t haben die Spotmarktpreise für AHL/UAN-Dünger von Mitte April bis Mitte Mai an den internationalen Spotmärkten nachgegeben. In Russland (Ostsee) kostete der wichtigste Flüssig-Stickstoffdünger in der zweiten Maihälfte nur noch 270 USD/t (fob) nachdem die Preise Mitte April noch bei 350 USD/t (fob) lagen. Ähnlich war die Entwicklung an den Exporthäfen in Rumänien und in Ägypten. Die Preiserwartung für die kommenden Monate liegt nochmals leicht unter dem zuletzt erreichten Niveau. Für die Monate Juni und Juli bewegen sich die Kontraktpreise zuletzt zwischen 260 und 275 USD/t. Die Preise für Stickstoff (Ammonium) haben nach dem starken Preisverfall der letzten Monate hingegen kräftig angezogen. Grund ist das anhaltend knappe Angebot. Am Schwarzen Meer und an der Ostsee kletterten die Exportpreise im Mai um 70 bis 80 USD/t auf bis zu 570 USD/t. Spätestens ab Juli rechnen Händler wegen des bis dahin wieder zunehmenden Angebots jedoch mit einem deutlichen Preisrückgang.

Phosphordünger verteuert sich

© Zinke
Vergleichsweise stabil hat sich zuletzt der internationale Spotmarkt für Phosphordünger entwickelt. Hier wurden die Preise insbesondere durch einen sehr kräftigen Abbau der Lagerbestände in Nordamerika gestützt. In den USA kletterten die Exportpreise von Mitte April bis Mitte Mai um rund 20 bis 30 USD/t auf 545 USD/t (fob). Verkäufe von DAP-Dünger aus den USA nach Südamerika wurden für 540 bis 575 USD/t abgewickelt. Brasilien zahlte für nordamerikanischen MAP-Dünger bis zu 610 USD/t (inklusive Fracht) und für DAP bis 570 USD/t (inklusive Fracht). Auch andere DAP-Exporteure wie Saudi-Arabien (560 USD/t) und Jordanien hoben die Preise im Monatsverlauf etwas an. Die Preiserwartung für die nächsten Monate ist fest, zumal man mit einer steigen Nachfrage aus Südamerika rechnet. Am Terminmarkt in den USA liegen die Kontraktpreise ab Juni rund 20 USD/t höher als im Mai.

Kali-Preise relativ stabil

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Die internationalen Spotmarktpreise für Kalidünger sind im Mai sowohl in Nordamerika als auch an den russischen Ostseehäfen stabil geblieben. In Vancouver lagen die Spotmarkpreise für KCL-Dünger unverändert zwischen 470 und 490 USD/t und an den russischen Ostseehäfen kostete KCL (Standard) 450 bis 480 USD/t. Der wichtigste russische Hersteller Uralkali hat den MOP-Preis für das zweite Halbjahr 2012 ebenfalls unverändert gelassen. Angesichts der schwachen indischen Währung und den großen Lagerbeständen auf dem Subkontinent gehen Analysten von einer schwachen indischen Nachfrage aus. In Nordamerika sind die Kalibestände im April allerdings stark zurückgegangen.
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