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Biologischer Pflanzenschutz

Mist hält Nützlinge in Schädlingsfresslaune

Fliegl Miststreuer
am Donnerstag, 26.04.2018 - 07:00 (Jetzt kommentieren)

Nützlinge fressen Schädlinge - das ist das Prinzip beim biologischen Pflanzenschutz. Forscher fanden nun heraus, welche Düngung die Nützlinge fördert.

Neben chemischem und mechanischem Pflanzenschutz arbeiten Landwirte auch mit biologischer Schädlingsregulation. Eine Umfrage von agri EXPERTS in Zusammenarbeit mit agrarheute ergab, dass von 407 befragten Landwirten 2 % immer, 6 % häufig unf 16 % gelegentlich biologische Pflanzenschutzverfahren einsetzen.

Doch das Zusammenspiel unterschiedlicher Arten im Acker ist komplex: "Die Nützlinge sind oft sehr mobil und in der Nahrungswahl nicht auf die Schädlinge 'spezialisiert', erklärt Michael Traugott. Er und sein Team vom Institut für Ökologie der Universität Innsbruck beschäftigen sich seit vielen Jahren mit der Analyse von Nahrungsnetzen in landwirtschaftlich genutzten Lebensräumen.

So untersuchten die Forscher die Schädlings-Nützlings-Beziehungen

Das Team erforschte nun, wie Landwirte ganz praktisch durch ihre Art der Bewirtschaftung die biologische Schädlingsregulation beeinflussen können. Untersucht wurden Schädlings-Nützlings-Beziehungen nach Gabe von Wirtschaftsdünger (Mist und Kompost aus dem Betrieb), Handelsdünger (klassischer Stickstoff-Phosphor Kali Dünger) sowie zum Vergleich ohne Dünger auf sechs Feldern mit Wintergetreide in Tirol.

Der Versuch lief über zwei Jahre auf insgesamt 60 Versuchsparzellen von je acht mal acht Metern und zwei Probennahmen pro Jahr: Einmal Ende Mai, wenn die Blattläuse ins Weizenfeld einfliegen und Nützlinge besser schon in Lauerstellung sitzen, um die Stammmütter zu fressen und so die Ausbreitung einzudämmen. Ein zweites Mal zum Höchststand der Blattlauspopulation Mitte/Ende Juni.

Mist bewirkt die stabilste Schädlingsbekämpfung

Jeder Dünger verändert die Zusammensetzung der Artengemeinschaft und das Beutespektrum: "Wir wussten, dass Mist auch Alternativbeute fördert, also Organismen, welche die Nützlinge ebenfalls gerne fressen. Nachdem wir alle Parameter ausgewertet haben wissen wir sicher, dass Mist dennoch die stabilste Schädlingsregulation bewirkt. Auch wenn andere Umweltfaktoren sich ändern", erläutert Traugott.

Viele Jahre mit Mistdüngung bringen am meisten

Als zweiter Getreideschädling wurden die Larven der Getreidehähnchen (i.e. eine Käferart) untersucht, die jedoch kaum von den Nützlingen gefressen werden. "Das Ergebnis klingt simpel, ist aber sehr valide, weil wir viele Faktoren einbezogen haben. Mist ist eine gute Strategie für die Düngung im biologischen Landbau, weil sie die Schädlingsregulation robust macht und den Erfolg der Maßnahmen besser prognostizierbar macht", so Traugott.

Änderungen in der Schädlingsregulation waren zudem schon kurzfristig messbar, ohne dass sich die Artenvielfalt in der Parzelle stark verändern konnte: "Obwohl dieselben Arten in den Probeplots leben, machen sie etwas anderes, und das führt zu einem anderen Effekt." Der Grundlagenforscher geht davon aus, dass die Effekte stärker werden, wenn eine Fläche über viele Jahre mit Mist gedüngt wird.

Mit Material von Institut für Ökologie der Universität Innsbruck

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