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+++ Stand 07. Januar 2021 +++

Moorschutz: Diese Eingriffe in die Landwirtschaft sind geplant

Moorlandschaft
am Donnerstag, 07.01.2021 - 10:52 (5 Kommentare)

Das Umweltministerium hat die Moorschutzstrategie vorgelegt. Sie schränkt die Bewirtschaftung stark ein. Ihre Meinung ist gefragt!

+++ Update vom 7. Januar 2021: Das Umweltministerium hat die Frist für die Bürgerbeteiligung verlängert. Mehr dazu unten. +++

Moorschutz ist Klimaschutz. Was zunächst als Parole wirkt, wird mit konkreten Zahlen greifbarer:

92 Prozent der deutschen Moorflächen sind entwässert. Drei Viertel dieser Flächen werden land- oder forstwirtschaftlich genutzt. Diese Flächen verursachen 47 Mio. t CO2-Äquivalente – das sind 5,3 Prozent der gesamten deutschen Treibhausgasemissionen.

Die 47 Mio. t CO2-Äquivalente aus Moorflächen machen zudem mehr als ein Drittel aller Treibhausgasemissionen aus, die der Landwirtschaft zuzuordnen sind. Und das auf einer Fläche, die gerade einmal 4 Prozent der gesamten Bundesfläche ausmacht.

Ziel der Moorschutzstrategie

Diese Fakten waren der Grund für die aktuelle Bundesregierung, den Moorschutz im Koalitionsvertrag zu verankern.

Das Bundesumweltministerium (BMU) hat jetzt mit dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) eine Moorschutzstrategie erarbeitet, die die Ziele vorgibt. Diese sehen eine stark eingeschränkte land- und forstwirtschaftliche Nutzung vor.

Ziel ist es, bis 2030 die Treibhausgasemissionen aus land- und forstwirtschaftlicher Nutzung von Moorböden um mindestens 5 Mio. t CO2-Äquivalente zu senken.

Das sind die Pläne der Moorschutzstrategie

Als wichtigste Punkte, die die Landwirtschaft betreffen, schlagen die Behörden in ihrem Diskussionspapier vor:

  • Moorschutzgebiete mit ausreichenden Pufferzonen zu erweitern,
  • Bisher ungenutzte Moorflächen künftig nicht zu nutzen und möglichst vollständig wiederzuvernässen,
  • ungenutzte Moorflächen in Bundeseigentum bis 2030 wiederzuvernässen,
  • ackerbaulich genutzte Moorflächen des Bundes bis 2030 wiederzuvernässen und die Nutzungsform anzupassen,
  • 50 Prozent der forstwirtschaftlich genutzten Moorflächen des Bundes bis 2030 wiederzuvernässen,
  • Pflanzenschutzmitteleinsatz in Schutzgebieten auf Moorböden zu verbieten,
  • Anreize für moorzehrende Nutzung und Infrastrukturen (z.B. Stallbau) in der Landwirtschaft abzuschaffen,
  • Umbruch von Moorgrünland zur Grünlanderneuerung zu verbieten,
  • neue land- und forstwirtschaftliche Leitlinien zum Moorschutz zu schaffen, darunter den Verzicht auf Vorfluterausbau und weitere Vorflutabsenkungen.
  • den Moorschutz explizit als Ziel für den nationalen Strategieplan zur GAP-Umsetzung aufzunehmen.

Jetzt kann jeder seine Meinung einreichen

Jetzt ist die Bevölkerung am Zug. Das BMU hat eine öffentliche Beteiligung an der Diskussion gestartet. Alle Interessierten haben damit die Möglichkeit, die Vorschläge der Behörden zu kommentieren.

Stellungnahmen können Sie bis 15. Januar 2021 schriftlich per Post oder per E-Mail einreichen an:

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit
Referat N II 6
Postfach 12 06 29
53048 Bonn

Oder per Mail an moorschutzstrategie@bmu.bund.de

+++ UPDATE 7. Januar 2021: Die Frist wurde nach agrarheute-Informationen bis zum 15. Januar verlängert. Ursprünglich wollte das Ministerium nur Stellungnahmen berücksichtigen, die bis 18. Dezember 2020 eingegangen sind. +++

Zudem wollen BMU und BfN die Moorschutzstrategie Mitte Dezember in einer Expertenrunde mit Vertreterinnen und Vertretern aus Verbänden, Stiftungen, Kommunen und Wissenschaft diskutieren.

Weitere Informationen zur Moorschutzstrategie und der Öffentlichkeitsbeteiligung finden Sie unter www.bmu.de.

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