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Nachgefragt: Klärschlammausbringung

von , am
20.04.2012

Klärschlamm ist ein hochwertiger Dünger. Dennoch ist er bei vielen Landwirten mit dem Makel der "Entsorgung" behaftet. Zu Unrecht wie die drei von agrarheute.com befragten Landwirte berichten.

Zwei Schlepper mit Anhängern transportieren Klärschlamm zu einem Acker. © Mühlhausen/landpixel
Langjähriger Einsatz von flüssigem, getrockneten und Kalkhaltigem Klärschlamm
 
Stefan Zimmer, Zimmer GbR, Seefeldhof, 35510 Butzbach - Nieder Weisel
 
Wir verwenden seit dem Jahr 2005 Klärschlamm des zertifizierten Unternehmens UD Umweltdienst Friedberg. Wir düngen unsere Böden mit flüssigem, getrockneten und Kalkhaltigem Klärschlamm. Er wird im Herbst zur Rapsaussaat und im Frühjahr zur Maisbestellung eingesetzt. Die Ausbringmenge wird genau nach den vorherigen Bodenproben bestimmt und dann ausgebracht. Pro Jahr setzen wir auf unserem Betrieb etwas 100 Tonnen Trockenmasse auf unseren Flächen ein. weiterlesen ...

Komplette Betreuung aus einer Hand

Thomas Lindt, Landwirtschaftliches Lohnunternehmen Lindt, 63607 Wächtersbach- Leisenwald
 
Im Betrieb Lindt wird seit ca. 20 Jahren Klärschlamm eingesetzt. Begonnen wurde damals mit Einführung des sogenannten "Wetterauer Modells" zur Qualitätssicherung in der Verwendung von Klärschlamm. Der Klärschlamm wurde immer über die UD-Umwelt-Dienste in Friedberg bezogen, die von der Beprobung der Flächen, Qualitätskontrolle des Klärschlamms, Bereitstellung entsprechender Mengen zu den unterschiedlichen Ausbringzeitpunkten alles aus einer Hand liefern kann.weiterlesen ...

Klärschlamm und Anwendung unterliegen strenger Qualitätssicherung

Michael Breitstadt, 35112 Fronhausen-Holzhausen
 
Klärschlamm bringe ich seit dem Kalenderjahr 2008 aus. Erste Überlegungen in dieser Hinsicht hatte ich bereits im Kalenderjahr 2007 wegen der seinerzeit stark gestiegenen Phosphatpreise und weil wir als fast reiner Marktfruchtbetrieb mit lediglich 40 Mastschweinen auf die Ausbringung von Phosphat angewiesen sind. Zunächst war ich skeptisch: Wie bekomme ich eine Garantie auf die Qualität des Klärschlamms? Denn das Kapital ist der Boden, einmal mit Schwermetallen belastet immer mit Schwermetallen belastet. Überzeugt hat mich dann erst der Kontakt zu der UD Umwelt-Dienste, denn hier konnte ich als Anwender des Düngemittels Klärschlamm eine Garantie bekommen, dass sowohl der Klärschlamm selbst als auch seine Anwendung einer anerkannten Qualitätssicherung unterliegen, welche weit über die gesetzlichen Grenzen hinaus geht. In der Zwischenzeit ist die Ausbringung von getrocknetem Klärschlamm wegen des hohen Phosphatanteils für mich zur jährlichen Routine geworden. weiterlesen ...
 
Angelika Sontheimer
Freie Agrarjournalistin 

Nachgefragt: Klärschlammausbringung

Stefan Zimmer aus Butzbach-Nieder Weisel/Hessen. © Werkfoto

Klärschlamm ist ein hochwertiger Dünger. Dennoch ist er bei vielen Landwirten mit dem Makel der "Entsorgung" behaftet. Zu Unrecht wie die drei von agrarheute.com befragten Landwirte berichten.


220 Hektar Ackerland in der Wetterau
 
Unser Betrieb befindet sich inmitten der Wetterau. Die Flächen haben 60 bis 90 Bodenpunkte. Die Höhenlage in unserer Region beträgt etwa 250 Meter. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt etwa 8 C°. Die durchnittliche Niederschlagsmenge beträgt rund 680 Milimeter im Jahr. Wir bewirtschaften 220 Hektar Ackerland. Davon etwa die Hälfte Winterweizen, 10 Hektar Raps, 30 Hektar Zuckerrüben, 30 Hektar Kartoffeln und 35 Hektar Silomais. Wir haben derzeit 70 Mastbullen und betreiben gemeinsam mit zwei weiteren Betrieben eine Biogasanlage.

Besonders Phosphor aus Klärschlamm sollte genutzt werden

Ich sehe Klärschlamm als wertvollen Lieferant der Grundnährstoffe Phosphor und Kalium. Da gerade Phosphor nicht endlos zur Verfügung steht, finden wir es wichtig, dass die Nährstoffe im Klärschlamm als Dünger eingesetzt werden und nicht verloren gehen. Klärschlamm ist im Verhältnis zu den mineralischen Grunddüngern die kostengünstigere Alternative. Die Inhaltsstoffe des Klärschlamms werden streng überwacht und es werden von jeder Lieferung Proben gezogen. Aus diesem Grund haben wir Vertrauen in dieses System.

Langjähriger Einsatz von flüssigem, getrockneten und Kalkhaltigem Klärschlamm

Wir verwenden seit dem Jahr 2005 Klärschlamm des zertifizierten Unternehmens UD Umwelt-Dienste Friedberg. Wir düngen unsere Böden mit flüssigem, getrockneten und Kalkhaltigem Klärschlamm. Er wird im Herbst zur Rapsaussaat und im Frühjahr zur Maisbestellung eingesetzt. Die Ausbringmenge wird genau nach den vorherigen Bodenproben bestimmt und dann ausgebracht. Pro Jahr setzen wir auf unserem Betrieb etwas 100 Tonnen Trockenmasse auf unseren Flächen ein.

Nachgefragt: Klärschlammausbringung

Thomas Lindt aus Wächtersbach-Leisenwald/Hessen. © Werkfoto

Klärschlamm ist ein hochwertiger Dünger. Dennoch ist er bei vielen Landwirten mit dem Makel der "Entsorgung" behaftet. Zu Unrecht wie die drei von agrarheute.com befragten Landwirte berichten.


Lohnunternehmen und Komplettbewirtschaftung
 
Unser landwirtschaftliches Lohnunternehmen hat die Schwerpunkte Aussaat, mineralische und organische Düngung sowie Pflanzenschutz, die Lindt-Agroservice GmbH und Co. KG ist in der Futter- und Getreideernte tätig. Außerdem übernehmen wir im Ackerbau Komplettbewirtschaftungen von ca. 280 Hektar Fläche für sechs Betriebe, unter anderem den Betrieb von Irene Lindt in Reichelsheim-Weckesheim mit 65 Hektar. Dieser hat folgendes Anbauverhältnis: 11 Hektar Zuckerrüben, 10 Hektar Winterraps, 8 Hektar Körnermais, 30 Hektar Winterweizen und 6 Hektar Wintergerste.

Komplette Betreuung aus einer Hand

Im Betrieb Lindt wird seit circa 20 Jahren Klärschlamm eingesetzt. Begonnen wurde damals mit Einführung des sogenannten "Wetterauer Modells" zur Qualitätssicherung in der Verwendung von Klärschlamm. Der Klärschlamm wurde immer über die UD-Umwelt-Dienste in Friedberg bezogen, die von der Beprobung der Flächen, Qualitätskontrolle des Klärschlamms, Bereitstellung entsprechender Mengen zu den unterschiedlichen Ausbringzeitpunkten alles aus einer Hand liefern kann.

Klärschlamm für reine Ackerbaubetriebe ideal

Als reiner Ackerbaubetrieb mit weitestgehend pflugloser Bewirtschaftung, ist der Betrieb Lindt auf ein effizientes Nährstoffmanagment und intaktes Bodenleben angewiesen. Hierbei ist Klärschlamm einer der wichtigen Bausteine, zum Beispiel zur Stoppeldüngung vor der Aussaat zu Winterraps und Wintergerste, oder im Frühjahr zu Körnermais. Zudem stellt der Klärschlamm die Phosphatversorgung im Rahmen der Fruchtfolge sicher und wirkt positiv auf den pH-Wert des Bodens.

Nachgefragt: Klärschlammausbringung

Michael Breitstadt aus Fronhausen-Holzhausen/Hessen. © Werkfoto

Klärschlamm ist ein hochwertiger Dünger. Dennoch ist er bei vielen Landwirten mit dem Makel der "Entsorgung" behaftet. Zu Unrecht wie die drei von agrarheute.com befragten Landwirte berichten.


Nebenerwerb im Landkreis Marburg-Biedenkopf
 
Unser Betrieb wird als Nebenerwerbsbetrieb geführt. Holzhausen befindet sich im Süden des Landkreises Marburg-Biedenkopf in Hessen. Die Flächen liegen in einer Höhe zwischen 170 bis 225 Meter über NN, der Jahresniederschlag beträgt 500-700 mm. Ich bewirtschafte 68 Hektar davon 15 Hektar Raps, 20 Hektar Weizen, 15 Hektar Gerste, 12 Hektar Roggen und 6 Hektar Energiemais. Wir haben sehr unterschiedliche Böden zwischen 30 und 80 Bodenpunkten.

Klärschlamm und Anwendung unterliegen strenger Qualitätssicherung

Klärschlamm bringe ich seit dem Kalenderjahr 2008 aus. Erste Überlegungen in dieser Hinsicht hatte ich bereits im Kalenderjahr 2007 wegen der seinerzeit stark gestiegenen Phosphatpreise und weil wir als fast reiner Marktfruchtbetrieb mit lediglich 40 Mastschweinen auf die Ausbringung von Phosphat angewiesen sind. Zunächst war ich skeptisch: Wie bekomme ich eine Garantie auf die Qualität des Klärschlamms? Denn das Kapital ist der Boden, einmal mit Schwermetallen belastet immer mit Schwermetallen belastet. Überzeugt hat mich dann erst der Kontakt zu der UD Umwelt-Dienste, denn hier konnte ich als Anwender des Düngemittels Klärschlamm eine Garantie bekommen, dass sowohl der Klärschlamm selbst als auch seine Anwendung einer anerkannten Qualitätssicherung unterliegen, welche weit über die gesetzlichen Grenzen hinaus geht. In der Zwischenzeit ist die Ausbringung von getrocknetem Klärschlamm wegen des hohen Phosphatanteils für mich zur jährlichen Routine geworden

Klärschlamm-Düngung zu Raps sichert Stickstoff-Herbstgabe ab

In der Regel bringe ich je nach Bodenprobe 3 bis 5 t/ha nach Ernte der Wintergerste vor Raps aus. Dies hat für mich den Vorteil, dass der Stickstoffanteil die komplette Herbstdüngung im Raps abdeckt. Die Ausbringung von Kompost, Erden, Abwasserschlamm habe ich bislang noch nicht in Betracht gezogen wegen Bedenken, dass ich zu viele Unkräuter damit ausbringe. Das ist aber vielleicht auch ein Irrglaube.
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