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Düngeverordnung

Nährstoffversorgung: 11 Tipps für eine effektive Bodenprobenahme

Landwirt zieht auf dem Quad sitzend Bodenrproben
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Birgit Greuner, LAND & Forst
am
09.08.2017

Die Düngeverordnung fordert umweltschonendes und pflanzengerechtes Düngen. Bodenanalysen sind eine wichtige Grundlage. So gelingt die Bodenprobenahme.

Die heterogenen Regionen in Niedersachsen mit Grund- und Endmoränen, Mittelgebirgslagen und Schwarzerden weisen sehr hohe Ertragsunterschiede auf. Dort ist die Bodenprobe eine wichtige Maßnahme für eine standortangepasste, optimale Bodenversorgung mit Nährstoffen.

Besonders bei der Grunddüngung liegen die Düngerkosten im Vergleich zu den Erzeugerpreisen relativ hoch. Deshalb denken viele Landwirte darüber nach, Kalk und Grundnährstoffe gezielter einzusetzen. Das setzt genaue Kenntnisse der Nährstoffversorgung ihrer Böden voraus.

    Tipp 1: Flächen in Bereiche unterteilen

    Bei der Probenahme für die Grundbodenuntersuchung, also zur Ermittlung der Makro sowie Mikronährstoffe und des pH-Wertes, werden große landwirtschaftliche Flächen in verschiedene Teilbereiche eingeteilt. Gibt es Bereiche, wo der Landwirt jedes Jahr mit irgendwelchen Kalamitäten an den Kulturen zu rechnen hat, sollten dort gesondert zusätzliche  Proben gezogen werden.

    Tipp 2: 15 bis 20 Einstiche pro Probe

    Der Probenehmer wird zu Fuß oder per Quad eingewiesen, die Flächen in Form eines B/Z oder einer 8 bei einem Raster von 2 bis 3 ha mit etwa 15 bis 20 Einstichen pro Probe auf Ackerland vorzunehmen. Bei Grünland sollten es 20 bis 40 Einstiche sein, da diese Flächen nicht bearbeitet werden und es zu keinen Mischungseffekten kommt.

    Tipp 3: Bearbeitungstiefe ermitteln

    Ein weiterer Punkt ist die Einstichtiefe. Bei Ackerböden gilt die Aussage, dass der Probenehmer die Bearbeitungstiefe beprobt. Sollte vom Betriebsleiter keine ausreichende Auskunft zu erhalten sein, kann der Probenehmer vorher mit der Bodensonde die Bearbeitungstiefe/Pflugfurche ermitteln. Bis zu dieser Tiefe sollten dann die Einstiche durchgeführt werden. Auf Standorten mit langjähriger Minimalbodenbearbeitung sollte die alte Bearbeitungstiefe als Bodenprobenahmetiefe angenommen werden.

    Tipp 4: Vorher keinen nicht düngen

    Sehr wichtig ist auch, dass zwei bis drei Monate vor der Probenahme keine Organik oder Mineraldünger ausgebracht wurden, die in die Bodenproben gelangen und damit die Ergebnisse verfälschen können. Es ist anzuraten, immer denselben Probenehmer zu beauftragen, wenn der Landwirt die Proben nicht selber zieht.

    Tipp 5: Toten Boden vermeiden

    Sehr wichtig ist, darauf zu achten, dass kein „toter Boden“ (also Unterboden, zum Beispiel gelber Sand) in die Bodenproben gelangt. Da der Unterboden stets deutlich niedriger mit Nährstoffen versorgt ist als die Krume, würden sich daraus dann Bodenwerte ergeben, die die Bodenversorgung zu niedrig einschätzen.

    Tipp 6: Probenahmetiefe bei Grünland

    Bei Grünland sollte unbedingt der durchwurzelbare Raum als Probenahmetiefe angenommen werden, also etwa 10 cm, bei Marschböden zum Teil noch tiefer. Das Grünland ist in der Lage, im oberen Bereich bei guter Durchwurzelung die Nährstoffe sehr gut zu erschließen, so dass auch die organische Düngung dort hoch effizient ausgenutzt wird. 

    Tipp 7: Dokumentation

    Vorgewende und Mietenplätze sind bei der Probenahme auszusparen, Pflanzenreste zu entfernen. Das Probenmaterial muss gut gemischt werden und die Beutel sind genau zu beschriften (Probennummer, Schlagnummer oder -bezeichnung und Nummer) sowie die Adresse des Landwirts anzugeben. Auf der Probenbegleitliste sind dieselben Daten einzutragen, dazu der Name des Probenehmers und der gewünschte Untersuchungsumfang.

    Tipp 8: Alle drei Jahre

    Es wird empfohlen, die Bodenproben alle drei Jahre zu den Intensivkulturen wie Rüben, Kartoffeln oder Raps zu ziehen. Der Gesetzgeber schreibt eine Probenahme alle sechs Jahre vor, was aus fachlicher Sicht nicht ausreichend ist.

    Tipp 9: Google Earth nutzen

    Sind sehr große Flächen zu beproben, sind Bodenbeprobungen auf jeden Fall vorzubereiten. So können Ackerflächen zum Beispiel mit Google Earth in Parzellen aufgeteilt werden. Durch Google Earth kann der Betriebsleiter durchaus schon die Bodenunterschiede aus der Vogelperspektive erkennen.

    Tipp 10: Ackerschlagkartei nutzen

    Der Landwirt sollte sich Gedanken machen, wie diese Flächen einzuteilen sind, und mit dem Bodenprobenehmer die Beganglinien besprechen sowie diese in ein Luftbild eintragen. Das gelingt mit einer elektronischen Ackerschlagkartei mit eingebautem geografischen Informationssystem (GIS) oder der Dienstleister verfügt über darüber.

    Tipp 11: GPS-gestützte Probennahme

    Wichtig ist heute die GPS-gestützte Bodenprobenahme. Hierbei zeichnet der Rechner die Einstichpunkte auf den Flächen genau auf, die dann bei der nächsten Probenahme genau wiedergefunden und erneut beprobt werden.

    Mehr zum Thema Bodenproben lesen Sie in der LAND & Forst 31/17 ab Seite 50. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

    Mit Material von Eckhard Mellies von der LUFA Nord-West
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