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Pflanzenbaukolumne Kopfdünger

Neue Kulturen? Der Handel muss mitziehen!

Lupinen unterschiedlicher Sorten in der Blüte
am Donnerstag, 12.11.2020 - 13:46 (2 Kommentare)

Mit viel Innovationsgeist haben wir Bauern Lust, die Dinge anzupacken. Aber allein können wir eine Agrarwende nicht stemmen.

Die Landwirtschaft muss sich ändern! Agrarwende! Systemwende! Landwirte müssen innovativ sein! Die aktuellen Forderungen an uns sind vielschichtig, und doch nehmen wir die (Heraus-)Forderungen an.

Ich beobachte seit zwei Jahren viel Innovationsgeist unter den Landwirten. Auch ich selbst überlege, wie eine zukunftsfähige Landwirtschaft aussehen kann – abseits der Diskussion, ob bio oder konventionell.

Mich ärgert die Blockade des Handels

Was mich bei alldem mächtig ärgert, ist die teilweise Blockadehaltung unserer großen Handelspartner. Von uns wird alles gefordert, nicht zuletzt vielseitige Fruchtfolgen und neue Kulturen.

Allein, was nützt es, wenn ich Lust auf neue Kulturen habe, aber nicht einmal Saatgut kaufen kann? „Haben wir nicht, machen wir nicht, können wir nicht!“, sagen viele klassische Bezugsquellen. Bei Pflanzenschutzmitteln abseits der Norm, Biostimulanzien und Blattdüngern sieht es ähnlich aus.

Oder Beispiel Tierhaltung: Die Genehmigungs­praxis zum zukunftsfähigen Umbau oder Bau neuer Ställe ist eine reine Katastrophe.

Von gemeinsamer Wertschöpfung profitiert jeder

Mein Gefühl ist derzeit: Wir Bauern wollen Veränderung, können aber nicht, weil viele Rahmenbedingungen dem schlicht entgegenstehen. Auch der Landhandel und weitere Marktpartner müssen sich bewegen.

Von gemeinsamen Wertschöpfungsketten kann jeder profitieren. Die viel geforderte regionale Lebensmittelerzeugung kann nur gelingen, wenn wir Landwirte Unterstützung und Infrastruktur zur Verfügung haben.

Innovationsgeist nicht ausbremsen

Wir Landwirte haben gerade viel mehr Ideen und Innovationsgeist, als sich umsetzen lässt. Hier sind Politik und die gesamte vor- und nachgelagerte Branche gefordert, mitzuziehen und eine gewisse Flexibilität an den Tag zu legen.

Das gilt besonders für die aufnehmende Hand, denn sonst landen wir doch wieder bei Raps-Weizen-Gerste, und da gab es doch jüngst zuhauf Probleme mit Fruchtfolgekrankheiten und Resistenzen, nicht wahr?

Zum Autor: Maximilian Henne

Maximilian Henne

Der Ackerbauer aus dem südlichen Niedersachsen interessiert sich für alles, was im Boden passiert. So wenig wie möglich einzugreifen und die Direktsaat weiterzuentwickeln, sind für ihn wichtige Entwicklungsfelder der kommenden Jahre.

Für sein Engagement wurde er 2014 mit dem CeresAward in der Kategorie Ackerbauer ausgezeichnet.

Für agrarheute schreibt er regelmäßig in unserer Kolumne „Kopfdünger“.

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Dieser Kopfdünger-Beitrag ist in der agrarheute-Ausgabe November 2020 erschienen.

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