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Die neueste IGC-Prognose auf einen Blick

© maldesowhat/fotolia
von , am
30.11.2012

Der Internationale Getreiderat (IGC) hat kurz vor Monatsende seine neueste Prognose veröffentlicht. Die neuesten Schätzungen zu den wichtigsten Märkten finden Sie hier im Überblick.

© Beuermann/landpixel
Soja: Angebotsprognosen sorgen für Preisrutsch

Noch gehen die meisten Analysten für Südamerika auf Basis einer gewaltigen Anbauausweitung von einer neuen Rekordernte bei Sojabohnen sowie einer deutlichen Verbesserung der globalen Versorgungsbilanz aus. Diese Erwartung spiegelt sich nicht nur in der Preisentwicklung der letzten drei Monate wieder. In diesem Zeitraum haben die globalen Sojapreise um 25 Prozent nachgegeben. Auch die bisherigen Prognosen zur Angebots- beziehungsweise Produktionsentwicklung lassen eine deutliche Verbesserung der weltweiten Eiweißversorgung erwarten.
 
Diese Erwartungen sind auch Bestandteil der Ende November veröffentlichen Schätzung des Internationalen Getreiderates (IGC) zur globalen Sojabilanz. Allerdings sind diese Ergebnisse noch mit sehr viel Vorsicht zu genießen, da in Südamerika die Aussaat der Sojabohnen witterungsbedingt weit hinter dem üblichen Zeitfenster liegt, womit eigentlich auch eine Verschlechterung der Wachstumsaussichten verbunden ist.
 
US-Ernte 10 Mio. t größer als erwartet
 
Der Internationale Getreiderat hat die globale Sojaproduktion im November im Vergleich zum Vormonat sogar um drei Millionen Tonnen (Mio. t) nach oben gesetzt. Grund ist die nochmalige Korrektur der US-Produktion um drei Mio. t auf jetzt 81 Mio. t, nachdem das USDA die Erntemenge im Vormonat bereits um sechs Mio. t nach oben geschraubt hatte. Damit ist die endgültige US-Ernte mit 81 Mio. t rund zehn Mio. t größer als wegen der Dürre noch im September erwartet wurde.

Weizen: Schwarzmeerländer exportieren länger

In dem kurz vor dem Monatsende veröffentlichen Marktbericht weist der IGC vor allem darauf hin, dass die Weizenexporte der Schwarzmeerländer offenbar langsamer zu Ende gehen, als viele Analysten angesichts der sehr kleinen Ernten erwartet hatten. 
 
Die mengenmäßig rückläufigen, jedoch weiter fließenden Weizenexporte Russlands und der Ukraine, haben zum einen die globale Angebotssituation verbessert und zum anderen den erwarteten Preisauftrieb in Grenzen gehalten.
 
Bestätigt wurde diese Beobachtung heute durch die ukrainische Regierung, die die Exportobergrenze für das Land zum wiederholten Mal von 5,5 auf 5,8 Millionen Tonnen (Mio. t) nach oben setzte.
 
Die globalen Endbestände sind nach Auffassung des IGC mit 173 Mio. t geringfügig größer als im Oktober, sind jedoch 23 Mio. t (zwölf Prozent) kleiner als im letzten Jahr und fallen damit auf den niedrigsten stand seit 2008. 

Mais: Wie groß wird die Ernte in Südamerika?

Immer mehr Analysten rechnen mit Auswirkungen der extremen Überflutungen in Argentinien auf die Aussaat und damit auf die Dauer der Wachstumsperiode. Hinzu kommt, dass Niederschlagsmangel in Zentralbrasilien die Aussichten für die zum Frühjahr 2013 erwartete große Ernte ebenfalls verschlechtert.
 
Angebot wird knapper
 
Das im am Weltmarkt immer knapper werdende Angebot an Mais hat im November zu einem Anstieg der Exportpreise für Mais von rund zehn Prozent geführt. Ein Grund hierfür war das spürbar kleiner werdende Angebot aus der alten (2012er) südamerikanischen Ernte.
 
Maisverschiffung mit Hindernissen
 
Hinzu kamen noch die derzeitigen logistischen Probleme an den südamerikanischen Häfen, die die Maisverschiffung zusätzlich behinderten. Viele asiatische Maisimporteure wechselten im Verlauf des Monates deshalb nach Norden und kauften verstärkt deutlich teureren US-Mais. 

Trotz der zunehmenden Unsicherheit hat der Internationale Getreiderat (IGC) seine Produktionsprognose im November unverändert gelassen.
Weitere Informationen, Analysen und Preise zum Getreidemarkt finden sie im dlv-Angebot Marktkompass in der Rubrik Marktfrüchte ...
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