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Niedersachsen: Künftig Meldepflicht bei Wirtschaftsdüngern

von , am
20.03.2012

Hannover - Die Verteilung der in Niedersachsen anfallenden organischen Dünger wird künftig noch stärker erfasst und kontrolliert. Ziel ist mehr Transparenz bei den Nährstoffströmen.

Neue Verordnung schafft Transparenz über bedarfsgerechte Düngung. © Rita Thielen/pixelio.de
In den nächsten Monaten wird eine neue "Landesverordnung über Meldepflichten in Bezug auf Wirtschaftsdünger" in Kraft treten, die derzeit vom Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium vorbereitet wird. Mit dieser Verordnung wird eine verbindliche Meldepflicht für die Betriebe eingeführt, die Wirtschaftsdünger abgeben, aufnehmen oder transportieren. Damit wird für die zuständige Dünge-Behörde Transparenz über die Verwendung der organischen Dünger und die Nährstoffströme erreicht.
 
"Mit dieser Verordnung schaffen wir die Voraussetzung für ein nachhaltiges Nährstoffmanagement und den Nachweis pflanzenbedarfsgerechter Verwendung der Wirtschaftsdünger. Wichtig ist mir dabei, dass wir den Wirtschaftsdünger als wertvollen Rohstoff in den Stoffkreislauf zurück führen", so Minister Lindemann.

Kontrolle und Transparenz

Die Landesverordnung ist ein weiterer Baustein zur verbesserten Überwachung einer Nährstoffkreislaufwirtschaft, die durch die Landesregierung initiiert wurde und in die 2010 verkündete Verbringungs-Verordnung der Bundesregierung mündete. Mit der Landesverordnung will Niedersachsen nun noch einen Schritt weiter gehen und die überbetriebliche und auch überregionale Verwertung von Wirtschaftsdüngern und den umweltgerechten Einsatz organischer Nährstoffträger durch eine effiziente Kontrolle und vollständige Transparenz absichern. Damit werden geschlossene Nährstoffkreisläufe zwischen Stall und Acker auch auf überbetrieblicher Ebene gewährleistet.

Dokumentation im Internet

Für mehr Transparenz bei der Erfassung der Nährstoffströme sorgt auch das Internet-basierte Programm WebNst, das bereits seit zwei Jahren in der Anwendung ist. Dieses Programm unterstützt die Dokumentation der verbrachten Mengen an Wirtschaftsdüngern, die durch die Wirtschaftsbeteiligten wie z.B. Maschinenringe transportiert werden. Die Pilotphase dieses deutschlandweit beispielhaften Programms hat das Landwirtschaftsministerium gefördert und damit frühzeitig praktische und Ziel führende Schritte für eine bessere Verteilung der Wirtschaftsdünger unternommen.

Düngemanagement und Nährstoffbilanz

Minister Lindemann verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass Nährstoffbilanzen für landwirtschaftliche Betriebe auf der Basis der betriebseigenen Buchführung und der tatsächlichen Tierzahlen zu erstellen sind. Diese Verpflichtung erwächst aus der Dünge-Verordnung. "Zwischen amtlicher Statistik und den Zahlen der Tierseuchenkasse abweichende Angaben zu den Nutztierbeständen in Niedersachsen sind hier ohne Relevanz", so Minister Lindemann.
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