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Grundwasserschutz

Niedersachsen: Rote Gebiete sind zu pauschal festgelegt

am
10.09.2019
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Das niedersächsische Landvolk kritisiert die Abgrenzung der roten Gebiete scharf. Das Land muss dringend nachbessern, so die Forderung.

Hennies-Holger-NI-Landvolk

Die von der Niedersächsischen Landesregierung heute präsentierte Karte der roten Gebiete basiert nach Einschätzung des Landvolkvizepräsidenten Dr. Holger Hennies auf einem sehr groben Raster. Es wurden auch bei offensichtlich nicht repräsentativ verteilten Messstellen pauschal große Gebiete einbezogen.

Das ist aus Sicht des Landvolkes Niedersachsen ein ungerechtfertigtes Vorgehen und führt zu völlig unnötiger Betroffenheit einzelner Landwirte, hier sehen wir konkreten Korrekturbedarf.

In den roten Gebieten sollen Landwirte zukünftig die Düngung unter den Nährstoffbedarf der Pflanzen absenken sollen.

"Wasserschutz ist wichtig und richtig, das steht auch für Landwirte außer Zweifel. Dazu zählt auch die Einsicht, dass wir an den Standorten, die Ursache für zu hohe Nitratgehalte im Grundwasser sind, Maßnahmen ergreifen müssen, um die Probleme abzustellen", so Hennies.

Das Landvolk Niedersachsen werde sich auf Landesebene in der Verbandsanhörung einbringen. Die betroffenen Kreisverbände werden ihre Bedenken gegenüber der vorgelegten Gebietskulisse ebenfalls anmelden und dabei auch die konkrete Betroffenheit unter ihren Mitgliedern analysieren. Kritisch sei angesichts der komplexen Bewertungsfragen die kurze Anhörungsfrist.

Düngung unter Bedarf ist Irrsinn

Mit der Vorlage der geplanten Gebietskulisse habe die Landesregierung einen ambitionierten Anforderungskatalog vorgelegt, für einige Landwirte seien damit erhebliche Belastungen verbunden, gleichwohl habe das Landwirtschaftsministerium bei den geforderten Maßnahmen in diesen Gebieten Augenmaß walten lassen.

Für die Betriebe bleibt laut Vizepräsident des Landvolkes jetzt weiterhin eine große Unsicherheit: Das zukünftige Anforderungsniveau hängt von den Verhandlungen der Bundesregierung mit der EU-Kommission ab. Einige Vorschläge, die hier diskutiert werden, gehen über jedes vernünftige Maß hinaus und sind kontraproduktiv. Dazu zählen die geplante Reduzierung der Nährstoffversorgung um 20 Prozent unter den Nährstoffbedarf der angebauten Nutzpflanzen oder das Verbot einer Düngung von Zwischenfrüchten, die für den Wasser- und Bodenschutz angebaut werden.

"Die Vorgaben der EU-Nitratrichtlinie sind überaus ambitioniert und basieren auf einem hohen Vorsorgewert, deshalb ist die Umsetzung mit hohen Qualitätsanforderungen an die Erzeugnisse wie im Gemüsebau oder der Brotgetreideerzeugung eine besondere Herausforderung", meint Hennies.

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