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Gülledüngung

Niedersachsen: Sperrfrist für Gülle auf Antrag verschieben

Gülleausbringung Schleppschuh
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Klaus Strotmann, agrarheute
am
27.10.2017

Die Sperrfrist für Gülle auf Grünland beginnt nach neuer Düngeverordnung am 1. November. Niedersachsens Düngebehörde vergibt jetzt Ausnahmegenehmigungen.

Das Grünland ist vielerorts zu nass, um Gülle noch bis 1. November ordnungsgemäß auszubringen. Geplante Schnitte hatten sich nach hinten verschoben.

Die Sperrfrist kann in Niedersachsen jetzt ausnahmsweise nach hinten verschoben werden, um zwei Wochen oder einen Monat. Allerdings verkürzt sich das Ausbringverbot damit nicht, sondern verschiebt sich auch im kommenden Frühjahr nach hinten.

Was und wie Sie beantragen können

Die Düngeverordnung lässt grundsätzlich Verschiebungen der Sperrfrist zu. Die Düngebehörde an der Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen genehmigt Anträge für eine Verschiebung der Sperrfrist allerdings nur für einzelne Betriebe, nicht für ganze Regionen.

Betriebsleiter können Anträge ab sofort stellen. Zur Wahl stehen zwei Modelle:

  • Sperrfrist vom 16. November bis zum 15. Februar 2018
  • Sperrfrist vom 1. Dezember bis zum 28. Februar 2018.

Anträge können bei der LWK Niedersachsen online heruntergeladen werden und müssen bis 31. Oktober vorliegen. Sie können danach nicht mehr zurückgezogen werden und kosten 50 Euro Bearbeitungsgebühr.

Wann ein Antrag genehmigt wird

Die LWK genehmigt Anträge in der Regel nur, wenn der Betrieb auf schwierigen Bodenverhältnissen wirtschaftet  und daher keine Chance zur fristgerechten Ausbringung hatte.

Die Bedingungen in Kurzform:

  • Das Grünland/Ackergras musste vor dem 15. Mai 2017 gesät sein.
  • Im beantragten Zeitraum nur Flächen düngen, auf denen eine frühere Düngung witterungsbedingt nicht möglich war.
  • Max. 60 kg/ha Gesamtstickstoff im Genehmigungszeitraum.
  • Nur Dünger zulässig, die im Betrieb angefallen sind.
  • Keine Ausbringung auf wassergesättigten Böden. Es gelten die üblichen Regeln, auch für gefrorene Böden.
  • Vorgeschriebene Gewässerabstände unbedingt einhalten: 4 m zur Böschungskante bei Breitverteilung, 1 m bei bodennaher Technik.
  • Bei mehr als 10 Prozent Hangneigung 5 m breiten Streifen zum Gewässer freilassen.
  • Kein Nährstoffeintrag in Uferschutzstreifen, den sogenannten Grüppen.
  • Die Nährstoffmengen werden bei der Düngebedarfsermittlung 2018 entsprechend der Düngeverordnung angerechnet.
Mit Material von LWK Niedersachsen
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