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Ernte 2016

Niedersachsen: Witterung schmälert Erntebilanz

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Katharina Krenn, agrarheute
am
18.10.2016

Der nasse August und der trockene September machten den niedersächsischen Landwirten bei der Ernte große Probleme. Die Gesamtbilanz fällt insbesondere bei Getreide und Raps unbefriedigend aus.

Das Wetter in diesem Jahr stellte die niedersächsischen Ackerbauern bei der Ernte vor große Herausforderungen. Dass die Gesamtbilanz eher unbefriedigend ausfällt, liegt insbesondere am Getreide, für deren geringe Erträge auch wenig bezahlt wurde, berichtet die Landwirtschaftskammer Niedersachsen.

Insbesondere Weizen konnte durch die starken Regenfälle im August zum großen Teil nur verzögert und mit schlechten Qualitäten eingefahren werden. Auch bei Raps gingen die Einkünfte der Landwirte wegen niedriger Erträge und nachgebender Preise zurück.

Die Ernte von Kartoffeln und Zuckerrüben war durch die lang anhaltende Trockenheit und Hitze im September beeinträchtigt.

Erntebilanz im Überblick

  • Mais: gute Erträge; nur ein kurzer Zeitraum für optimales Häckseln; Pflanzen oft zu trocken für die Silage-Gewinnung
  • Kartoffeln: Erträge leicht unter Vorjahresniveau; schwierige Ernte durch trockene, harte Böden; bisher gute Preise gegenüber dem schwachen Vorjahr
  • Zuckerrüben: durchschnittliche Erträge; hoher Zuckergehalt; trockener Boden erschwert Rodearbeiten
  • Getreide: deutlich weniger Erträge als im guten Vorjahr; nasses Wetter beeinträchtigt Ertrag und Qualität; bisher niedrige Preise
  • Winterraps: deutlich geringere Erträge als im Vorjahr; schwache Preisentwicklung
  • Grünland: hohe Erträge mit unterdurchschnittlichen Qualitäten; wenig Heu, da Ernte problematisch

Erntebilanz Ökolandbau

  • Bio-Getreide: durchschnittliche Erträge und Qualitäten; niedrige Preise für Dinkel;
  • Bio-Kartoffeln: unterdurchschnittliche Erträge; oft unbefriedigende Qualität; gute Preise werden erwartet

Die Ernte 2016 nach Bundesländern

Klimaänderungen fordern besseres Wassermanagement

"Wir müssen uns auf Klimaveränderungen einstellen", sagte Gerhard Schwetje, Präsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, auf der Erntepressekonferenz. Als Beispiel nannte er die Niederschlagsmengen, die über das Jahr zunehmen, aber zu anderen Zeiten als bisher fallen.

"Für die Zukunft werden wir beim Wasser kein Mengenproblem, sondern ein Verteilungsproblem zu bewältigen haben", so Schwetje. Wenn künftig mehr beregnet werden solle, müsse man sich Gedanken darüber machen, Wasser zu speichern.

Steigende Temperaturen bieten Chancen

Auch die Jahresdurchschnittstemperatur werde in Zukunft steigen, zitierte Schwetje Erkenntnisse der Wissenschaft. Darin sieht er auch Chancen für den Ackerbau, denn die Zeit, in der Pflanzen wachsen können, verlängere sich.

"Bis Mitte des Jahrhunderts ist mit einem Monat zusätzlicher Vegetationsdauer zu rechnen, und bis Ende des Jahrhunderts sogar mit zwei Monaten", sagte Schwetje. Er schloss nicht aus, dass künftig innerhalb von zwei Jahren nicht nur zwei Hauptfrüchte wie bisher, sondern eventuell drei Hauptfrüchte auf dem Acker angebaut werden könnten.

Quelle: Landwirtschaftskammer Niedersachsen

Sonne, Weizen, Stroh: Die schönsten Erntebilder im August

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