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Politik

Niedersächsischer Weg: So sollen Landwirte die Umwelt schützen

Eine Biene sitzt auf einer Knospe.
am Montag, 25.05.2020 - 15:00 (1 Kommentar)

Der Niedersächsische Weg ist eine in dieser Form bundesweit einmalige Vereinbarung zwischen Landwirtschaft, Naturschutz und Politik. Das Papier verpflichtet die Akteure, konkrete Maßnahmen für einen verbesserten Natur-, Arten- und Gewässerschutz umzusetzen.

In Niedersachsen wird ein neuer Weg beschritten. Der Inhalt des Papiers wurde monatelang auf Augenhöhe verhandelt und nun auf breiter Basis getragen. Unterzeichner der Vereinbarung sind

  • Ministerpräsident Stephan Weil
  • Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast
  • Umweltminister Olaf Lies
  • Albert Schulte to Brinke, Präsident des Landvolk Niedersachsen
  • Gerhard Schwetje, Präsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen
  • Dr. Holger Buschmann, Vorsitzender des NABU Niedersachsen und
  • Heiner Baumgarten, Vorsitzender des BUND Niedersachsen.

Was ist das Besondere am Niedersächsischen Weg?

Mit dem Niedersächsischen Weg soll unter anderem dem Insektensterben aufgrund von Verlust von Nahrung und Lebensräumen gegengesteuert werden. Die Vereinbarung möchte beispielsweise artenreiches mesophiles Grünland und Streuobstwiesen unter Schutz stellen sowie an allen Gewässern in Niedersachsen breitere Schutzstreifen einführen. Auf der gesamten Fläche soll der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln nachweislich reduziert werden.

Die konkrete Umsetzung dieses Plans wird in den kommenden Monaten und Jahren laufen. Dafür müssen in Niedersachsen Gesetze wie das Niedersächsische Ausführungsgesetz des Bundesnaturschutzgesetzes oder das Niedersächsische Wassergesetz angepasst werden.

Ein Gesellschaftsvertrag wird geschaffen

Der Niedersächsische Weg ist ein Baustein für einen breiten Gesellschaftsvertrag. Die Landwirtschaft befindet sich in einem tiefgreifenden Umwälzungsprozess. Die gesellschaftlichen Erwartungen an die Landwirtschaft im Hinblick auf Arten-, Natur- und Tierschutz sind hoch und werden nun im Niedersächsischen Weg abgebildet. Dafür soll es dann auch für Landwirte einen finanziellen Ausgleich geben. Zunächst hat die Niedersächsische Landesregierung kurzfristig 120 Millionen Euro zur Erhöhung der Biodiversität auf landwirtschaftlichen Flächen im Haushalt bereitgestellt. Das wird aber noch nicht alles sein: Über die konkreten Finanzmittel wird in den kommenden Monaten im Landtag gemeinsam diskutiert und entschieden.

Das sind die Maßnahmen im Niedersächsischen Weg

  • Breitere Gewässerrandstreifen – also Uferbereich von Gräben und Flüssen – nicht düngen oder Pflanzenschutz aufbringen.
  • Reduktion chemischer Pflanzenschutz – neue Spritztechnik einsetzen
  • Biotopverbund auf 15 Prozent der Landesfläche bzw. 10 Prozent der Offenfläche
  • Mehr Landschaftselemente wie Hecken, Baumreihen, Alleen
  • Vertragsnaturschutz: Wiesenvögel (Birkhuhn, Fasahn), Insektenschutz, Lerchenfenster
  • Mehr ökologische Beratung für Landwirte
  • Bis Ende 2020 Aktionsprogramm Insektenvielfalt
  • Biodiversität in den Wäldern der niedersächsischen Landesforsten (NLF): Mehr Bäume die über 100 Jahre alt werden; bei der Holzentnahme auf Säugetieren und Vögel achten
  • Im Solling entsteht ein 1000 ha großes Wildnisgebiet bis 2028
  • Bis 2025 wird der Anteil des Ökolandbaus auf zehn Prozent wachsen, die Marktentwicklung muss berücksichtigt werden.
  • Klimaschonende Bewirtschaftung (Moorgebiete)

Was ist der "Niedersächsische Weg"? Ministerin Barbara Otte-Kinast über die Hintergründe

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