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Notfallzulassung bei Mäuseplage: Rodentizide unter Auflagen erlaubt

Mauselöcher in einem Feld
am Montag, 17.08.2020 - 10:13 (Jetzt kommentieren)

Thüringen erlaubt gegen die akute Mäuseplage den kontrollierten Einsatz von Rodentiziden unter Auflagen.

Wegen der massiven Schäden durch Mäuse haben in Thüringen das Landwirtschafts- und das Umweltministerium ein Konzept zur begrenzten Anwendung von Rodentiziden ausgearbeitet. Ab sofort können dort Landwirte, deren Flächen in Natura 2000-Gebieten (FFH- und Vogelschutzgebiete) liegen, bei der zuständigen Unteren Naturschutzbehörde die Ausbringung von Rodentiziden auf ihren Feldstücken beantragen. Wenn die Behörde innerhalb eines Monats nach Eingang der Anzeige keine Entscheidung getroffen hat, darf das Mäusegift ausgebracht werden.

Ausnahmen gelten für bestimmte Vogelschutzgebiete. Hier rät das Landwirtschaftsministerium, erst gar keinen Antrag zu stellen, weil die Naturschutzbehörde ihn ohnehin ablehnen werde. Einfacher ist die Lage in FFH-Gebieten, in denen Kleinsäuger fressende Vogelarten wie Gänse und Kraniche als Erhaltungsziel nicht aufgeführt sind. In diesen Gebieten dürfen Rodentizide grundsätzlich ohne vorherige Anzeige ausgebracht werden.

Gutachter muss Hamstervorkommen untersuchen

In Gebieten mit Feldhamstervorkommen müssen Landwirte zunächst einen Gutachter einschalten. Die vom Umweltministerium vorgegebenen Gutachter stellen fest, ob auf den betreffenden Flächen Hamsterbaue vorkommen. Nur wenn keine Feldhamster gefunden werden, dürfen Rodentizide eingesetzt werden.

Das Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum hat beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) folgende Notfallzulassungen beantragt:

  1. Zulassung des Einsatzes von Zinkphosphid mittels Feldmaus- und Wühlmauspflug (ohne Gebietsbeschränkung)
  2. Zulassung des Einsatzes von Zinkphosphid mittels Legeflinte in Hamstergebieten (kein Antrag für FFH-/Vogelschutzgebiete)

Das TLLLR sieht in der Anwendung von Mäusegift in Gebieten mit starkem Befall die einzige Möglichkeit, erhebliche Schäden an neuen Saaten zu vermeiden. In Thüringen gelten allerdings mehr als 70 Prozent der Ackerflächen als Feldhamsterschutzgebiete, deshalb dürfen Rodentizide von März bis Oktober nur auf wenigen Ackerflächen eingesetzt werden.

Anwendungsbestimmungen für Rodentizide in Thüringen

Feldmäuse: Schadbilder und Bekämpfung

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