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Forst

NRW: Sägeindustrie steht nicht gut da

© Juergen Olbricht/aboutpixel
von , am
18.03.2014

Die Initiative Holz und Arbeit NRW blickt kritisch auf das verbleibenden Holzjahr. Die Initiative sieht die Wettbewerbsfähigkeit mittelständischer Sägewerke in Nordrhein-Westfalen in Gefahr.

Die Erlöse aus dem Verkauf von Restholz sind für die Sägeindustrie von hoher Relevanz. © Luise Meinhold/aboutpixel.de
Nach einem Bericht der Initiative Holz und Arbeit Nordrhein-Westfalen (NRW) gerät der Markt für Sägerestholz unter Druck. Hintergrund sei ein Überangebot. 
 
Wie die Initative Holz und Arbeit weiter mitteilt, schränke die aktuelle Entwicklung die Wettbewerbsfähigkeit der mittelständischen Sägewerke immer weiter ein. In den Vorjahren hätten die Sägewerke wegen des strengen Winters die Produktion deutlich zurückfahren müssen, was in diesem Jahr nicht der Fall gewesen sei.

Hoher Restholzausstoß trifft auf volle Läger

Die durchgängige Produktion der Sägewerke widerum wirkte sich negativ auf die Restholz (Sägespäne, Hackschnitzel) nachfragenden Branchen aus. Traditionell angelegte Winterläger dieser Produzenten waren auch in diesem Jahr bis zum Rand gefüllt, um die im Winter stets zu erwartende schwächere Sägewerksproduktion ausgleichen zu können. Aktuell trifft jedoch ein erhöhter Restholzausstoß auf übervolle Läger, berichtet die Initiative Holz und Arbeit.
 
Zudem seien in Erwartung einer Rohstoffarmut große Importmengen aus dem Ausland vereinbart worden, die den Markt noch weiter belasten. Den Pelletherstellern widerum macht der milde Winter durch einen vergleichsweise niedrigen Pelletabsatz zu schaffen.

Verschärfte Wettbewerbssituation bei Rundholz

Die Erlöse aus dem Verkauf von Restholz sind für die Sägeindustrie von hoher Relevanz. Da diese Märkte unter Druck stehen, geraten die Betriebe weiter in Schwierigkeiten, warnt die Holziniative.
 
Zugleich verschärfe sich die Wettbewerbssituation bei der Beschaffung von Rundholz. In Österreich und Süddeutschland zeichne sich ein deutlich höheres Rundholzaufkommen als im Sauerland ab. Da ein Überangebot besteht, stehen die Rundholzpreise dort unter Druck. Aufrufe in Süddeutschland und Österreich aus der Sägeindustrie zur Drosselung der Produktion könnten dort zu weiteren Preisreduktionen beim Rundholz führen. Dies würde das Ungleichgewicht im Vergleich zu den Märkten in NRW noch vergrößern, prognostiziert die Initiative Holz und Arbeit.

Waldbesitzer sollen mehr Holz mobilisieren

All diese Rahmenbedingungen sprechen nach Ansicht der Initiative Holz und Arbeit NRW für eine deutliche Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation der Sägeindustrie in NRW. Falls in den kommenden Wochen die Rundholzpreise in NRW fortgeführt oder gar erhöht werden, bedeutet dies für die Betriebe im Sauerland einen weiteren Wettbewerbsnachteil.
 
Die Säger appellieren daher an die Marktpartner aus dem Waldbesitz, die aktuellen Veränderungen auf den Holzmärkten bei den anstehenden Marktgesprächen zu berücksichtigen und nach Möglichkeit mehr Holz zu mobilisieren. Dadurch könne der Waldbesitz einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der regionalen Forst- und Holzwirtschaft leisten.

Über die Initiative Holz und Arbeit NRW

Die Initiative Holz und Arbeit NRW ist ein Zusammenschluss von mehr als 30 Unternehmen der Säge- und Holzindustrie in Nordrhein-Westfalen. Gemeinsam vertreten sie die Interessen mittelständischer Sägebetriebe auf politischer Ebene. In Nordrhein-Westfalen arbeiten insgesamt rund 180.000 Menschen entlang der Wertschöpfungskette Holz. Die Branchenbetriebe erwirtschaften einen jährlichen Umsatz von ca. 38 Milliarden Euro.
 
Die Initiative setzt sich für die Erhaltung gewachsener, regionaler Wirtschaftsstrukturen ein. Ziel ist eine nachhaltige Nutzung vorhandener Holzpotentiale und eine heimische Holzvermarktung zur langfristigen Sicherung aller ökologischen und ökonomischen Vorteile der Holznutzung.    
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