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Obst-/Gemüseernte: Zwiespältiges Ergebnis

von , am
24.08.2013

Berlin - War das Wetter dieses Jahr gut oder schlecht für die Ernte? Hopfen- und Spargelbauern werden das wegen der teils sehr schlechten Ernte verneinen, wer Birnen produziert ist wohl zufrieden.

Zwiebeln wurden dieses Jahr auf fünf Prozent mehr Fläche angebaut - nach einem Rückgang im Vorjahr um zehn Prozent. © landpixel
Die Arbeit der Obst- und Gemüsebauern war dieses Jahr in Deutschland stark von lange kühlen und regnerischen Wetter im Frühjahr beeinflusst. Wie der Deutsche Bauernverband bei seiner offiziellen Ernteschätzung mitteilte, lag die Vegetation deswegen - wie auch bei den Feldfrüchten - um 14 Tage zurück. 
 
Auf die Erträge wirkte sich das Wetter unterschiedlich aus: Während bei der Ernte von Äpfeln und Erdbeeren die Ergebnisse unter dem Vorjahr liegen, konnten bei Kirschen, Pflaumen und Birnen sogar bessere Ernten eingefahren werden. Beim Gemüse machte sich besonders die kleinere Spargelernte bemerkbar.
 
Dagegen gehen die Winzer davon aus, dass die Reben den Entwicklungsrückstand bis zur Ernte noch aufholen könnten.

Obst: Weniger Äpfel, mehr Birnen

In Deutschland werden mit 802.000 Tonnen Äpfeln 17 Prozent weniger erwartet als im Vorjahr mit 972.000 Tonnen. Grund dafür waren die schlechten Blühbedingungen im Frühjahr und ein unerwartet hoher Fruchtfall im Juni sowie in einigen Regionen auch eine geringere Fruchtgröße. In Deutschland ist derzeit von einer Ernteverspätung aufgrund des ungünstigen Witterungsverlaufes von etwa zwei Wochen auszugehen, wie in vielen anderen EU-Staaten auch.
 
Nach Regionen ist in Deutschland von rund
  • 201.000 Tonnen an der Niederelbe (- 29 Prozent),
  • 221.000 Tonnen am Bodensee (- 18 Prozent) sowie von
  • 81.000 Tonnen in Sachsen und Sachsen-Anhalt und
  • 44.000 Tonnen im Rheinland auszugehen.
Zu Engpässen im Markt dürfte die kleinere Ernte Deutschlands nicht führen, hier erfolgt ein Ausgleich über die europäischen Nachbarländer. Weit über die Hälfte der europäischen Apfelernte stammt aus Polen, Italien und Frankreich.
 
In der Europäischen Union wird die diesjährige Apfelernte für die 28 Mitgliedsstaaten auf 10.798.000 Tonnen geschätzt.
Die Birnenernte wird in Deutschland auf 38.000 Tonnen und damit um zwölf Prozent höher als im Vorjahr mit 34.000 Tonnen geschätzt. In der Europäischen Union wird die Erntemenge an Birnen mit 2,2 Millionen (Mio.) Tonnen um 18 Prozent das Vorjahresergebnis mit 1,9 Mio. Tonnen übersteigen.
 
Insgesamt wird in Deutschland bei Süßkirschen eine etwas größere Ernte als im Vorjahr mit rund 25.000 Tonnen erwartet. 2012 betrug die Ernte lediglich 23.000 Tonnen bei einer durchschnittlichen Ernte in den vorausgegangenen drei Jahren von 35.700 Tonnen.
 
Die Sauerkirschenernte dürfte um 16.000 Tonnen liegen. Auch hier wurden im Durchschnitt der vorhergehenden drei Jahre mit 18.300 Tonnen deutlich mehr geerntet.
 
Auch bei Pflaumen sind die Ernteerwartungen nicht besonders erfreulich. Hier bleiben nach dem schlechten Jahr 2012 die Erntemengen hinter den Erwartungen zurück. Insgesamt ist in 2013 mit einer Ernte von rund 45.000 bis 50.000 Tonnen nach 35.600 Tonnen in 2012 zu rechnen. Aber auch bei Pflaumen bleibt damit die Ernte unterdurchschnittlich, denn in den drei vorhergehenden Jahren wurde eine durchschnittliche Ernte von 60.000 Tonnen eingefahren.
 
Bei Mirabellen wird eine unterdurchschnittliche Erntemenge von rund 4.800 Tonnen erwartet.
 
Die diesjährige Erdbeerernte dürfte nur bei 130.000 Tonnen liegen und damit nochmals unter der Ernte von 2012 mit ungefähr 140.000 Tonnen. Aufgrund der feuchten und kalten Witterung war es für die Erdbeerbauern ein sehr schwieriges Jahr, da viele Früchte auf dem Feld nässebedingt verfaulten. Der Saisonverlauf 2013 war deshalb sehr unausgeglichen, gerade im späten Teil der Saison wechselten sich Überversorgung und Entspannung mehrmals ab. Die Preisentwicklungen dürften vor allem in den späten Gebieten nicht für alle Erzeuger zufriedenstellend gewesen sein.
 
Das Beerenobst wird in diesem Jahr das Vorjahrsergebnis wahrscheinlich etwas übertreffen. Dabei ergibt sich im Vergleich zum Vorjahr bei Johannisbeeren und Himbeeren ein leichtes Plus, bei Heidelbeeren wird es dagegen wie im Vorjahr eine Normaleernte geben. Derzeit ist davon auszugehen, dass die Ernte von Johannisbeeren um 11.000 Tonnen liegen dürfte, bei Himbeeren um 4.000 Tonnen. Die Heidelbeerernte dürfte rund 9.000 Tonnen erreichen.

Gemüse: Spargelsaison kommt nie richtig in Gang

Die Erntesaison 2013 begann bei fast allen Kulturen im ersten Halbjahr zwei bis drei Wochen später als im Durchschnitt.
 
Die Spargelernte dürfte um 90.000 Tonnen gelegen haben und damit etwa um zehn Prozent niedriger als im Vorjahr mit 100.000 Tonnen. 2013 kam die Spargelsaison witterungsbedingt nie richtig in vollen Gang, dennoch konnte eine gleichmäßige Marktversorgung erreicht werden.

Nasskalte Spargelsaison geht zu Ende

Die Anbaufläche von Zwiebeln wurde im Vergleich zum Vorjahr in Deutschland um rund fünf Prozent ausgedehnt, nachdem sie im Jahr zuvor um zehn Prozent eingeschränkt worden war. Bei etwas geringeren Erträgen ist mit einer Ernte von knapp 500.000 Tonnen auszugehen, nach 484.000 Tonnen im Jahre 2012.
 
Bei Möhren werden ebenfalls etwas geringere Erträge prognostiziert, sodass die 592.000 Tonnen aus dem Vorjahr nicht erreicht werden und die Ernte wohl bei gut 500.000 Tonnen liegen wird.
 
Der Anbau von Salaten hat auch in 2013 Höhen und Tiefen durchgemacht. So verzögerten sich aufgrund der kalten Witterung zunächst die Auspflanzungen und die Saison startete später. Wetterbedingt kam es bis Ende Juni nicht zur Absatzbelebung. Ab Juli hat sich die Situation normalisiert. Die Preise sind meist zufriedenstellend.
 
Im Unterglasanbau waren die Preise für Salatgurken und Tomaten in der Frühsaison durchschnittlich, in der Hauptsaison für Salatgurken aber meist zufriedenstellend bis gut. Bei Tomaten gab ab Mitte Juli dagegen Preisdruck.
 
Die Blumenkohlsaison zeichnet sich bislang durch eine sehr gleichmäßige Preisgestaltung aus, die für Blumenkohl sonst eher untypisch ist. Mengenschwankungen schlugen bislang nur wenig auf den Preis durch, das Preisniveau liegt über dem Mittelwert.
 
Brokkoli ist dagegen schon seit Wochen knapp und vergleichsweise teuer.
 
Sorgen bereiten in diesem Jahr die Radies.

Hopfen: Sehr schlechte Ernteaussichten

Beim Hopfen ist von einer mengenmäßig sehr schlechten Ernte auszugehen. Zunächst blieb die Entwicklung der Hopfenpflanzen 2013 durch das zu kalte und nasse Frühjahr zurück. Während des weiteren Jahresverlaufs kam die Entwicklung witterungsbedingt bis heute nicht so recht in Gang. Ein Hagelschlag in der Hallertau hat die Ernteerwartungen dann um weitere 2.500 Tonnen dezimiert.
Es wird wohl in diesem Jahr eine schlechte Ernte mit rund 27.000 Tonnen werden. Gegenüber dem Vorjahr mit 34.500 Tonnen ein Minus von 23 Prozent.
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