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Österreich: Unterdurchschnittliche Weinernte erwartet

von , am
02.09.2013

Wien - Die heimische Weinernte wird heuer mit prognostizierten 2,4 Millionen Hektoliter das vierte Mal in Folge unter dem langjährigen Durchschnitt liegen.

Während im "normalen" Weinbau etwa 400 Arbeitsstunden pro Jahr und Hektar gebraucht werden, fallen im Steillagenweinbau rund 1.000 Arbeitsstunden an. © Joujou/pixelio
"Wir erwarten für 2013 eine leicht unterdurchschnittliche Ernte mit sehr guten Qualitäten", teilte Josef Pleil, Präsident des Österreichischen Weinbauverbandes und Vizepräsident der Landwirtschaftskammer Niederösterreich, in einem Pressegespräch mit. Trotz eines verzögerten Frühjahrs rechnet Pleil mit "wunderschöner Zuckerreife und solider Säure" bei Weißweinen und dunklen, kernigen Rotweinen.
 
"Mengenmäßig schaut es beim Grünen Veltliner knapp aus", berichtete Pleil. Hier haben erhebliche Verrieselungsschäden (Befruchtungsprobleme) in manchen Gebieten die Ernte deutlich reduziert, weshalb der Präsident "leichte Preissteigerungen" für die Weinsorte erwartet. Im burgenländischen Seewinkel ist die Lese der Frühsorten, die vor allem für Sturm verwendet werden, bereits im Gange.

Hauptlese ab Mitte September

Der Beginn der Hauptlese wird im Burgenland für Mitte September und in Niederösterreich und in der Steiermark für Anfang Oktober erwartet. Der heurige Witterungsverlauf mit ungünstigen Bedingungen während der Blüte und langanhaltender Trockenheit bei sehr hohen Temperaturen bleibt auch bei der Weinernte nicht ohne Auswirkungen. Dennoch konnte trotz relativ späten Austriebs und schlechten Blühbedingungen der Vegetationsrückstand fast aufgeholt werden. Förderlich waren hierbei die gute Versorgung der Böden mit Winterfeuchte und teilweise die hohen Temperaturen während des Sommers.

Ungünstige Witterungsbedingungen

Andererseits haben vor allem Junganlagen und Weingärten mit sehr seichten durchlässigen Böden durch die langanhaltende Hitze und Trockenheit während des Sommers mittlerweile auch sehr stark gelitten.
 
Der Wechsel von enormer Hitze zu nasskalter Witterung während der Blüte hat besonders in Gebieten entlang der Donau, wie Wachau, Kremstal und Kamptal, und in Teilen des westlichen Weinviertels beachtliche Befruchtungsprobleme (Verrieselung) verursacht. Hingegen waren die Niederschläge der letzten Tage für eine rasche Reifeentwicklung sehr wichtig. Außerdem verursachte Hagel bis Ende August Schäden an Weinkulturen von rund fünf Millionen Euro. Hingegen gab es im Vergleich zum historischen Frostjahr 2012 im heurigen Jahr keinen nennenswerten Frostschaden.
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