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Genome Editing

Online-Petition gegen das EuGH-Urteil zur Gentechnik gestartet

Labor
am
31.08.2018

Wissenschaftler nehmen das Urteil des Europäischen Gerichtshofs zu neuen Züchtungstechniken unter Beschuss. In Frankreich startet eine Online-Initiative mit dem Ziel, das Urteil zur Genschere Crispr/Cas9 überprüfen zu lassen.

Der französische Wissenschaftler Dr. Benoit Lacombe vom nationalen Forschungszentrum (CNRS) hat eine Petition im Internet gestartet. Sie soll bewirken, dass das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) überprüft wird, die neuen Züchtungsverfahren unter das EU-Gentechnikgesetz zu stellen. 

Die Petition wurde auf dem von ihm organisierten 12. Kongress der Internationalen Molekularbiologie der Pflanzen (IPMB) in Montpellier vorgestellt. Dort wurde das Urteil scharf bemängelt.

Wissenschaftliche Basis fehlt

Im Einzelnen kritisiert der Forscher, dass es keine wissenschaftliche Grundlage für die EuGH-Entscheidung gebe. So gingen von konventionellen transgenen Pflanzen keine beweisbaren Risiken für die Gesundheit von Tieren und Menschen aus.

Zudem sei das Risiko von nicht beabsichtigten Folgen des Genom-Editing nicht größer als bei älteren und weniger genauen Züchtungsmethoden. Angst jedenfalls ist ein schlechter Ratgeber. 

Falsch sei auch die Feststellung des EuGH, dass Genom-Editing die Erzeugung genetisch veränderter Sorten in einem ungleich größeren Tempo und Ausmaß ermögliche als bei Einsatz herkömmlicher Methoden der Mutagenese. Laut Benoit ist es vielmehr umgekehrt.

Online-Unterstützung möglich

Nach wenigen Tagen Laufzeit hatte die Petition bereits über 2.600 Unterzeichner, inzwischen sind es über 4.680. Das Anliegen kann jeder unterstützen. Die Petition läuft unter dem Titel „Immediate Review of the ECJ Ruling on Plant Genome Editing“.

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