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Online-Tool: Wirtschaftlichkeit der Anbaukultur berechnen

Jörg Reisenweber, LfL
am
17.09.2015

Um konkurrenzfähig zu sein und es zu bleiben, sollten Anbauplanung sowie Wirtschaftlichkeit einer Kultur wohl kalkuliert sein. Mit diesem kostenlosen Online-Tool können Landwirte für alle Kulturen den Deckungsbeitrag je Hektar berechnen.

Als Maßstab für die Konkurrenzkraft der Früchte um den knappen Faktor Boden gilt der erzielbare Deckungsbeitrag je Hektar Anbaufläche. Hierfür gibt es von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) einen kostenlosen Planungshelfer. In der Online-Anwendung "LfL Deckungsbeiträge und Kalkulationsdaten" sind die wichtigsten Ertrags-, Preis- und Kostenpositionen für die gängigsten Kulturarten dargestellt. Besonderes Augenmerk wurde auf die Praxisnähe und Aktualität der Daten gelegt.
 
Dank der Vorbelegungswerte können einfach und schnell Prognosen zur Wirtschaftlichkeit der in Frage kommenden Frucht getroffen werden.

Unterschiedliche Zeithorizonte wählbar

Bei jeder anstehenden Überlegung zur Betriebsentwicklung oder -ausrichtung wird man sich zwischen lang-, mittel- oder kurzfristigen Betrachtungen entscheiden müssen. Aus diesem Grund sind im LfL-Programm für den Ackerbau unterschiedliche Zeithorizonte  auswählbar:
  • Fünfjähriger Durchschnitt,
  • dreijähriger Durchschnitt,
  • die zwei letzten Erntejahre sowie
  • Planungsjahr.

Marktleistung in Euro je Hektar

Aus dem Naturalertrag einer Frucht (dt/ha) und den zugehörigen Erzeugerpreisen (€/dt) ergibt sich die Marktleistung in Euro/ha. Als Datenquellen kommen hierbei die Veröffentlichungen des Statistischen Bundesamtes, der Marktpreisberichtsstelle des Bayerischen Bauernverbandes sowie eigene Erhebungen in Frage. Um möglichst komfortabel arbeiten zu können, sind als Hintergrundinformation regionale Erträge der Regierungsbezirke sowie eine Preishistorie aufrufbar. Für die weitere Kalkulation können auch sonstige Leistungspositionen (z. B. Wert von rückgeliefertem Gärrest bei Vertrags-Silomais oder Stickstofffixierung von Leguminosen) eingerechnet werden.
 

Variable Kosten und betriebliche Spezifikationen

Die proportional variablen Kosten werden vom Programm automatisch an das eingegebene Ertragsniveau der Früchte angepasst. Darüber hinaus können alle Kostenpositionen auf betriebsindividuelle Verhältnisse abgestimmt werden.
  • Anteil des Z-Saat- bzw. -Pflanzgutes,
  • das Dünge- oder Pflanzenschutzniveau,
  • die eingesetzte Mechanisierung oder
  • voraussichtlichen Trocknungskosten.

Düngerkosten exakt berechnen

Wichtig ist es, den Kulturen jeweils nur die von ihnen tatsächlich verursachten Kosten zuzuteilen. Diese Aufgabe kann sich beispielsweise stellen, wenn Kartoffeln oder Zuckerrüben die komplette Grunddüngung abbekommen und Getreidefrüchte in den Folgejahren davon profitieren. Aus diesem Grund rechnet das Kalkulationsprogramm in der Grundeinstellung mit den Düngerkosten "nach Nährstoffabfuhr". Es ist jedoch jederzeit möglich, auf die tatsächliche betriebliche Düngung (z. B. unter Einsatz von Wirtschaftsdüngern) umzustellen.
 

Deckungsbeiträge der Kulturen vergleichen

Ist der jeweilige Deckungsbeitrag bearbeitet worden, so kann er mit Hilfe der Schaltfläche "Für Auswertungen merken" lokal abgespeichert werden. Ein übersichtlicher Vergleich der errechneten Deckungsbeiträge kann dann mit der Option "DB Vergleichsseite" erstellt werden. Es ist hier sowohl ein Vergleich verschiedener Früchte miteinander als auch die Betrachtung von Früchten mit unterschiedlichen Intensitätsniveaus möglich. Auf diese Weise können beliebig viele verschiedene Deckungsbeiträge individuell kalkuliert, miteinander verglichen und lokal abgespeichert werden.
 

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