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Sturmschäden

Nach Orkan: Windwurf sicher beseitigen

Sturm-Holz
© Mühlhausen/landpixel
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Katharina Krenn , agrarheute
am
19.01.2018

Der schwerste Orkan seit Kyrill hat wieder viel Holz gefällt. Jetzt geht es an die gefährlichen Aufräumarbeiten. Das sollten sie bei der Beseitigung von Windwurf beachten.

Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau rät Waldbesitzern dazu, entwurzelte, abgebrochene und ineinander verkeilte Bäume nicht selber aufzuarbeiten. Waldbesitzer, die darin keine Erfahrung haben, auch wenn sie im Umgang mit der Motorsäge geübt sind, unterschätzen leicht die Gefahren, die von solch einer Extremsituation ausgehen können.

Bei entwurzelten oder abgebrochenen Baumstämmen, die unter Spannung stehen, kann bereits ein falscher Schnitt reichen, um den Stamm katapultartig und mit enormer Kraft nach oben oder zur Seite schnellen zu lassen. Weil die Verletzungsgefahr hier erheblich ist, sollte in solchen Situationen immer auf die Hilfe von Profis zurückgegriffen werden.

Zuerst mögliche Gefahren ermitteln

Alle Beteiligten müssen vor Beginn der Arbeiten eingewiesen sein. Arbeitgeberbetriebe haben die Gefahren bei der Windwurfaufarbeitung in einer Gefährdungsbeurteilung zu ermitteln und ihre Mitarbeiter hierzu zu unterweisen. Wenn möglich sollten die eingesetzten Personen vor der Windwurfaufarbeitung durch eine Schulung und praktische Einweisung zur (möglichst) sicheren Arbeit in der Windwurfaufarbeitung befähigt werden.

Mechanisierte Holzerntetechnik einsetzen

Wo immer möglich sollte dem Einsatz von hochmechanisierter Holzerntetechnik, zum Beispiel mit einem Harvester, der Vorzug gegeben werden (anstelle der motormanuellen Aufarbeitung mit der Motorsäge). Auch der Einsatz von Baggern zu Sicherungsarbeiten beim Abtrennen von Stamm und Wurzeltellern kann die Arbeitssicherheit erhöhen.

Praxistipps für das sichere Aufarbeiten

  • Vor dem Arbeitseinsatz prüfen, ob die erforderliche Schutzausrüstung vorhanden ist und ob Werkzeug und Arbeitsgeräte im einsatzfähigen Zustand sind.
  • Vor Beginn der Arbeiten ist die ordnungsgemäße Wegesperrung sicherzustellen.
  • Schwierige Situationen besonnen und überlegt angehen. Manchmal hilft der Erfahrungsaustausch mit einer weiteren erfahrenen Person.
  • Nie unter hängenden Wipfeln und Stämmen oder hinter ungesicherten Wurzeltellern arbeiten!
  • Beim Entzerren verkeilter, unter Spannung stehender Bäume im Windwurfverhau – ist mindestens die Hilfe eines Schleppers und einer Seilwinde unabdingbar, um die Stämme zur Aufarbeitung in einen ungefährlichen Bereich zu ziehen.
  • Vor dem Schneiden ist die Spannung gewissenhaft anzusprechen und die daraus abzuleitende Schnitttechnik zu wählen.
  • Immer zuerst die Druckseite nicht zu tief ansägen, so dass die Säge nicht einklemmen kann. Danach gefühlvoll von der Zugseite her sägen.
  • Bei Stämmen mit besonders starker Spannung sollte der Schnitt seitlich versetzt werden.
  • Bei seitlicher Spannung immer von der Druckseite aus arbeiten.
Mit Material von SVLFG

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Als Schnittführung bei mittelstarken Stämmen mit einem Brusthöhendurchmesser von 20 bis 35cm hat sich der "halbe/halbe" Schnitt bewährt. Bei dieser Schnittführung wird die erste Hälfte mit auslaufender Kette bis zur Bruchleiste gesägt. Dann wird ein Keil gesetzt. Mit einlaufender Kette wird dann die zweite Hälfte gesägt. © WBS
Sicherheitsfälltechnik
Der Fällschnitt wird mittels Stechschnitt begonnen. Mit auslaufender Kette wird bis zur Bruchleistenmarkierung gesägt. Nun mit einlaufender Kette nach hinten weiter schneiden bis der Platz reicht einen Keil zu setzen. Die Besonderheit ist das Belassen eines Sicherheitsbandes im hinteren Stammbereich. Hierdurch wird der Baum gehalten bis der Fällschnitt auch auf der anderen Stammseite an der Bruchleistenmarkierung fertig gesägt ist und ein weiterer Keil gesetzt werden kann. Zuletzt wird schließlich das Halteband durchtrennt. © WBS
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