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Forst

Ostbayern: Tausende Hektar Kahlschlag durch orkanartigen Sturm

AELF Passau
Gerd Kreibich, Wochenblatt
am
25.08.2017

Der orkanartige Sturm, der in der Nacht vom 19. auf den 20. August über Niederbayern zog, hat eine Spur schlimmster Verwüstungen hinterlassen.

Der orkanartige Sturm vom 19. auf den 20. August hat in Niederbayern schwere Schäden auch auf Äckern und im Forst hinterlassen. Wie das Bayerische Landwirtschaftliche Wochenblatt schreibt, sind in der Landwirtschaft große Schäden zu verzeichnen, die nach ersten Schätzungen in die zig-Millionen gehen dürften. Besonders die Wälder wurden in Mitleidenschaft gezogen, vielerorts blieb nur noch Bruchholz übrig. Auch beim Maisanbau wurden große Schäden festgestellt.

Bereits am Sonntag nach dem Unwetter besuchten Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU) und der örtliche Bundestagsabgeordnete Andreas Scheuer gemeinsam mit dem Passauer Landrat Franz Meyer die Schadensregion im Kreis Passau. Mit dabei waren auch Vertreter des Bayerischen Bauernverbandes.

Landrat Meyer bezeichnete den Schaden als "unglaublich und schockierend". Insgesamt beträgt seiner Auskunft nach die entstandene Kahlfläche in den Wäldern nach ersten Hochrechnungen rund 3.200 Hektar.

Wie der BR berichtet, ist im nördlichen Landkreis Passau insgesamt eine Fläche von über 40.000 Hektar (402 Quadratkilometer) betroffen. In 1.000 Betrieben im Landkreis Passau seien 15.000 Hektar landwirtschaftliche Fläche vernichtet worden.

Arbeit von Generationen zerstört

BBV-Kreisobmann Hans Koller aus Thyrnau ist selbst schwer betroffen vom Unwetter, er weiß also, wovon er redet, wenn er die Situation beschreibt. "20 Hektar Waldfläche hat der Sturm bei uns regelrecht platt gemacht, da gibt es keinen Baum mehr“, berichtete er. Den Schaden schätzt er auf einen hohen sechsstelligen Betrag und er geht davon aus, dass sich viele Waldbesitzer in einer ähnlichen Situation befinden.

Besonders schlimm sei, dass der Schaden Auswirkungen über Generationen haben werde: "Wir können jetzt aufforsten, aber es dauert noch mindestens 50 Jahre, bis diese neuen Bäume dann schlagfähig sind", so Koller.

Minister Brunner: 'Anblick lässt das Herz bluten'

Staatsminister Helmut Brunner brachte seine Eindrücke mit einem Satz auf den Punkt, den alle Waldbesitzer in der Region teilen dürften: "So ein Anblick lässt das Herz bluten", sagte der Minister sichtlich betroffen. Es sei nun einmal so, dass man Wälder nicht wie eine kaputte Straße instand setzen könne, betonte er. "Der Wald wird völlig neu begründet werden müssen", ist für Minister Brunner klar.

Erschwerend kommt auf den betroffenen Flächen noch hinzu, dass durch die diesjährige Witterung der Borkenkäfer in Bayern stark auftritt und nun auf den Schadensflächen optimale Vermehrungsbedingungen vorfindet.

Einen ausführlichen Bericht finden Sie beim Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatt.

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