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Forst

Pelletskessel heizen zunehmend Industrielle und kommunale Gebäude

von , am
03.10.2009

Berlin - Neben der privaten Nutzung entwickelt sich eine steigende Nachfrage nach größeren Pelletheizungen bei Kommunen und in der Industrie.

Pfizer Deutschland GmbH in Freiburg © Werkbild

"Es handelt sich um eine Sonderkonjunktur, die mittlerweile erheblich an Dynamik gewonnen hat", sagte der Geschäftsführer des Deutschen Energieholz- und Pelletverbandes e.V. (DEPV), Martin Bentele, anlässlich der Inbetriebnahme einer Anlage bei der Pfizer Deutschland GmbH in Freiburg i. Brsg. Nach Einschätzung des DEPV handelt es sich dabei um die größte Pelletheizung Europas.

Der bundesweite Bestand von Anlagen mit einer Nennwärmeleistung > 50 Kilowatt (kW) wird vom DEPV zum Jahresbeginn 2009 auf rd. 5.000 geschätzt. "Die gestiegene Nachfrage erkläre sich durch das bei Pelletheizungen mit zunehmendem Wärmebedarf rapid ansteigende Einsparpotenzial, was selbst bei einem niedrigen Ölpreis, zu kurzen Amortisierungszeiträumen der Investitionen führt", erklärte der DEPV-Geschäftsführer.

Energieeffizienz und Reduzierung von Treibhausgasen

Als Wärmequellen mit dem größten Kohlendioxid(CO2)-Einsparpotenzial sei der Betrieb einer Pelletheizung als effektivste Klimaschutzmaßnahme im Wärmebereich bekannt. So geht der DEPV in 2009 alleine durch die Anlagen > 50 kW bundesweit von einer Einsparung von mehr als ½ Millionen Tonnen CO2 aus.

Daneben gibt es in Deutschland mittlerweile ordnungspolitische Vorgaben, die den Einsatz von erneuerbaren Energien im Neubau vorschreiben. Das Erneuerbare- Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) fordere sowohl für den Wohn- wie auch den Nichtwohnbereich verbindlich die Nutzung eines bestimmten Anteils (> 50 Prozent) erneuerbarer Wärme. Auch hierin sieht der DEPV einen Anreiz, da angesichts ehrgeiziger klimapolitischer Vorgaben zu erwarten sei, dass der Gesetzgeber die Schrauben hier weiter anziehe.

Energiebedarf aus erneuerbaren Energiequellen decken

"Wer mit Weitblick investiert, legt sich eine 100-Prozent-Erneuerbare-Wärmequelle zu. Mit einer Pelletheizung kann man sich dann beruhigt zurücklehnen", hebt Bentele hervor. Der DEPV sieht in kommunalen wie auch in gewerblichen Gebäuden vielfache Einsatzmöglichkeiten. Pelletheizungen eignen sich vom Kindergarten über Schulen, Gärtnereien, Hallenbädern bis hin zur industriellen Großanlage, wo neben der Raumwärme ein hoher Bedarf an Produktionswärme bestehe.

Der Schwerpunkt der bereits betriebenen Anlagen liege in Süddeutschland, wo auch rd. 60 Prozent der in Privathaushalten zu findenden Pelletheizungen stünden. "Neben den in Euro und CO2 zu beziffernden Einsparmöglichkeiten zeichnen sich Pellets vor allem durch eine hervorragende Handhabung aus", wie Bentele betonte. Durch ihre komprimierte Form haben sie einen hohen Energiegehalt (4,7 kWh/kg). Sie verfügen über einen geringen Lagerraumbedarf, sind hervorragend transportierbar und lassen sich mit Druck in Lagerbehälter einblasen.

Effektiver Klimaschutz mit hohen Kosteneinsparungen

Die gängige Norm garantiert eine einheitliche Qualität mit einem Feuchtegehalt von unter 10 Prozent. Beim DEPV geht man davon aus, dass sich die Dynamik bei großen Pelletheizungen weiter fortsetzt, vor allem in energieintensiven Branchen wie beispielsweise in der Pharmaindustrie. Dort würde die Erkenntnis zunehmen, dass mit der Investition in eine Pelletheizung effektiver Klimaschutz mit hohen Kosteneinsparungen verbunden werden könne.

Aus der zu erwartenden Nachfragesteigerung wird aus Verbandssicht keine Versorgungslücke resultieren. Für das Jahr 2008 wird der Verbrauch der Anlagen > 50 kW Leistung bundesweit auf rd. 250.000 Tonne geschätzt. Demgegenüber wurden im Vorjahr im privaten Bereich rd. 550.000 Tonnen genutzt. Die Produktion lag 2008 bei rd. 1,5 Millionen Tonnen, die Produktionskapazität der rd. 60 Pelletwerke in Deutschland bei rd. 2,5 Millionen Tonnen. (pd)

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