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Grüne Woche

Pflanzenschutz: WWF und Industrie an einem Tisch

Pflanzenschutzspritze im Frühjahr
am Freitag, 18.01.2019 - 10:06 (Jetzt kommentieren)

Industrieverband und WWF suchen das Gespräch: Auf der Grünen Woche disktutierten die Lobbyverbände über den Pflanzenschutz.

Novum auf der Grünen Woche in Berlin: der Industrieverband Agrar (IVA) als Vertreter der Pflanzenschutzindustrie und die Naturschutzorganisation WWF luden zum gemeinsamen Meinungsaustausch ein.

Dr. Jörg-Andreas Krüger, Geschäftsleiter Naturschutz beim WWF, forderte die Landwirtschafts- und die Umweltministerin auf, „gemeinsam anzupacken statt gegeneinander zu arbeiten“, um ein wirkungsvolles Programm zur Reduktion von Pflanzenschutzmitteln und mehr Transparenz für den tatsächlichen Einsatz der Mittel zu schaffen.

WWF: "Reduktion ohne Verluste möglich"

Jörg-Andreas Krüger vom WWF

Eine Reduktion der ausgebrachten Mengen sei ohne Ertragsverluste möglich, sagte Krüger weiter. Dazu sei eine Rückbesinnung auf integrierten Pflanzenschutz nötig und ein Lernen der konventionell wirtschaftenden Betriebe vom Pflanzenschutz im Ökolandbau.

Die Politik fordert der WWF auf, einen Reduktionsplan für Pflanzenschutzmittel zu entwickeln und umzusetzen. Das Beispiel aus Dänemark, wo über ökonomische Steuerungssysteme Mengen reduziert wurden, könne dabei als Vorlage dienen. Außerdem müsse das europäische Zulassungssystem für Pflanzenschutzmittel überprüft werden.

Digitalisierung kann helfen, Zulassungen zu erhalten

Chancen sieht WWF-Vertreter Krüger ebenso wie IVA-Präsident Dr. Helmut Schramm in der Digitalisierung. Allerdings warnt der WWF davor, Digitalisierung als „Intensivierungstool“ zu nutzen.

Die Industrie wertet die Digitalisierung als Chance für zielgerichteteren Pflanzenschutz. Pflanzengenaue Ausbringung von Mitteln könne auch dazu beitragen, Zulassungen zu erhalten, die in der Zukunft sonst wegfallen könnten.

Schramm unterstrich die Bedeutung chemischen Pflanzenschutzes zur Ernährungssicherung. Bei vollständigem Verzicht auf Pflanzenschutz und Mineraldünger drohten Mindererträge von rund 50 Prozent. Eine Verdoppelung der Anbaufläche oder ein entsprechender Zuwachs an Importen sei notwendig, um das Defizit zu kompensieren.

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