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Pflanzenschutzmittel bei Trockenheit giftiger für Bodentiere

© Werkbild
von , am
13.09.2014

Das Ergebnis einer jüngsten Studie belegt, dass Bodentiere sensibler auf Pflanzenschutzmittel reagieren, wenn der Boden trocken ist und hohe Umgebungstemperaturen herrschen.

Pflanzenschutzmittel, die auf trockenem Boden ausgebracht werden, wirken toxisch auf das Bodenleben. © Mühlhausen/landpixel
Wie eine neue Studie zeigt, haben Springschwänze bei Trockenheit, also wenn die Bodenfeuchte nur 30 Prozent der Wasserhaltekapazität des Bodens beträgt, signifikant weniger Nachkommen. "Beide von uns untersuchten Arten, aber insbesondere Folsomia candida, könnten daher Schwierigkeiten haben, unter anhaltender Trockenheit genügend Nachkommen zu zeugen, um die Population stabil zu halten", so Cornelia Bandow, Ökologin der ECT Oekotoxikologie GmbH, die am Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F) forscht.

Pflanzenschutzmittel dezimieren Bodentiere

Extreme Klimabedingungen verändern zudem die Wirkung von Pflanzenschutzmitteln auf Bodenorganismen. "Eine besonders geringe Bodenfeuchte und hohe Umgebungstemperaturen führen dazu, dass der toxische Schwellenwert bei dem von uns untersuchten Fungizid Pyrimethanil signifikant niedriger ist", erläutert Cornelia Bandow.
 
Der toxische Schwellenwert bezieht sich in dieser Studie auf die Konzentration, bei der die Population um 50 Prozent geringer ist als im Vergleich zu einem unkontaminierten Boden. So lag der Schwellenwert bei Extrembedingungen von 26 Grad und 30 Prozent Bodenfeuchte um bis zu der Hälfte unter dem Schwellenwert, der bei Standardbedingungen von 20 Grad und 50 Prozent Bodenfeuchte bestimmt wurde.

Test mit Fungizid

Für das Experiment wurden 66 Bodenproben mit unterschiedlichen Konzentrationen des Breitband-Fungizides Pyrimethanil versetzt. Pyrimethanil wird bei Erdbeeren und Kernobst sowie im Weinbau zur Vorbeugung und Behandlung von Pilzerkrankungen verwendet.
 
 
Um zukünftige klimatische Verhältnisse zu simulieren, wurde eine Testreihe bei 26 Grad angesetzt und zusätzlich eine Testreihe bei 20 Grad. Außerdem wurden unterschiedliche Mengen Wasser zugegeben, um verschiedene Bodenfeuchten zu testen. Nach rund einem Monat wurde gezählt, wie erfolgreich sich Springschwänze als Beispielbodenorganismen unter den unterschiedlichen Bedingungen fortgepflanzt haben.
 
Die Untersuchung wurde von LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrums (BiK-F), der Goethe-Universität und der ECT Oekotoxikologie GmbH durchgeführt. Die Studie wurde in der Septemberausgabe des Fachmagazins 'Applied Soil Ecology' veröffentlicht.

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