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Jetzt den pH-Wert im Boden regulieren

von , am
15.08.2012

Ist der Boden unzureichend mit Kalk versorgt, kann es zu erheblichen Ertragsausfällen kommen. Deshalb sollte der pH-Wert des Bodens jetzt überprüft und reguliert werden.

Nach der Ernte optimiert die Kalkung den ph-Wert des Bodens. © Mühlhausen/landpixel
Der pH-Wert des Bodens beeinflusst die Bodenfruchtbarkeit, das Pflanzenwachstum, die Nährstoffverfügbarkeit und -aufnahme sowie die Anfälligkeit gegenüber Schwarzbeinigkeit. Besonders die Gerste, Sonnenblumen, Rüben, Leguminosen reagieren empfindlich auf einen zu geringen pH-Wert.
 
 

Vegetationsreport 2012: Zur Aussaat der Blattfrucht kalken

Kalkbedarf ermitteln

Der Nährstoff Calcium beeinflusst den pH-Wert und die Bodenstruktur in großem Maße. Eine unzureichende Kalkversorgung kann zu erheblichen Ertragsausfällen führen. Anhand des pH-Wertes und Tonanteils des Bodens kann der Kalkbedarf abgeleitet werden. Böden die eine Versorgungsstufe im C- oder B-Bereich haben, können in der Fruchtfolge gekalkt werden.
 
Bei extrem niedrigen pH-Werten empfiehlt es sich, kohlensauren Kalk auf die Stoppel zu streuen und gekörnten (Mg-) Branntkalk vor der Saat auszubringen. Eine zweite Düngung mit Branntkalk ist ratsam, wenn sehr hoher Kalkbedarf besteht. Dieser Kalk sollte ein Jahr später als Kopfdünger (Raps, Zuckerrüben oder Leguminosen) ausgebracht werden.
 
Die Erhaltungskalkung mit kohlensauren Kalken sollte auf die Stoppel zur Getreidevorfrucht vor Blattfrüchten (Raps, Zuckerrüben, Leguminosen) erfolgen, damit ist die Wirkung zur nachfolgenden Blattfrucht gesichert.

Leichte Böden haben geringes Puffervermögen

Besonders leichte und sandige Böden haben einen niedrigen pH-Wert und ein geringes Pufferungsvermögen. Das Problem von leichten Böden mit zusätzlichen Winterniederschlägen ist die Auswaschung der Nährstoffe. Auf leichten Standorten liegen die Ionen hauptsächlich in gelöster Form vor. Besonders zweiwertige Kationen wie Calcium und Magnesium sind leicht aus der oberen Bodenschicht auswaschbar.

Beim Dünger auf die Reaktionsgeschweindigkeit achten

Es gibt verschiedene Kalkdünger zu kaufen. Der große Unterschied liegt in der Reaktionsgeschwindigkeit. Zu den schnell wirkenden Kalken zählen Branntkalk und Löschkalk. Die Wirkung tritt innerhalb von wenigen Wochen ein. Dagegen wirken Kohlensaure Kalke, Kreidekalke oder Mg-Mergel langsam und nachhaltig. Bis die Kalkwirkung eintritt, können Jahre vergehen.
 
Je größer und schlechter der Vermahlungsgrad des Kalkes ist, desto länger kann die Reaktivität bzw. Wirkungsdauer sein. Die Freisetzungsrate von Kalk steigt, je kleiner die Kalkkörner sind.
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