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Pflanzenbaukolumne Kopfdünger

Phillip Krainbring: „Bestes Bild nach draußen“

Pflanzenschutzspritze auf einem Acker
am
22.02.2019
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Wir Landwirte stehen im Kreuzfeuer. Aber wir haben es auch verpasst, die Menschen mitzunehmen. Ein paar Gedankenanstöße von Ackerbauer Phillip Krainbring.

Die Praktikerkolumne "Kopfdünger" finden Sie jeden Monat im Pflanzenbauteil Ihres agrarheute-Magazins und auf www.agrarheute.com/kopfduenger. Dieses Mal schreibt Phillip Krainbring aus Wanzleben. Diskutieren Sie mit und nutzen SIe die Kommentarfunktion unten!

Wir Landwirte stehen im Kreuzfeuer: Unsere Arbeit trifft in der Bevölkerung auf immer mehr Unverständnis und Gegenwehr. Viele haben einfach keinen Bezug mehr zur Produktion unserer Nahrungsmittel. Hauptsache, sie liegen foliert und vakuumiert im Kühlregal. Diese Unwissenheit wird ausgenutzt, um Ängste zu schüren.

Doch, Hand aufs Herz – auch wir haben es verpasst, die Menschen mitzunehmen. Darum wird Öffentlichkeitsarbeit für uns Landwirte immer wichtiger und muss fester Bestandteil unserer Arbeit sein.

Öffentlichkeitsarbeit fängt bei der täglichen Arbeit an

Öffentlichkeitsarbeit, das klingt nach Arbeit, Ärger und Aufwand. Nicht jeder hat die Zeit oder Lust, einen Social-Media-Kanal zu betreiben, Leute auf den Hof einzuladen oder andauernd in der Zeitung zu stehen.

Für mich fängt das Ganze aber schon bei der praktischen Arbeit auf Hof und Acker an. Denken wir doch mal an die Themen Pflanzenschutz und Düngung. Beide Bereiche, Stichworte Glyphosat oder Nitrat, finde ich fast täglich in der Tageszeitung.

Die Menschen beobachten uns und sie ziehen aus den Beobachtungen ihre Schlüsse – mangelndes Wissen hin oder her.

Nur fahren, wenn die Bedingungen passen

Jeder sollte hier bestrebt sein, so sauber wie möglich zu arbeiten! Eigentlich ist es ja ganz einfach: Wenn ich mit der Spritze rausfahre, müssen die Bedingungen stimmen. Bei zu viel Wind muss sie auf dem Hof bleiben. Oft wird noch bei unmöglichen Verhältnissen gespritzt.

Und beim Güllefahren am Ortsrand hilft es, sich gedanklich mal zu den Nachbarn in den Garten zu setzen.

Negative Bilder waren schon zu oft in den Medien

Ein weiteres Beispiel ist Glyphosat: Wenn wir mit diesem Wirkstoff arbeiten, darf die Fläche danach nicht wochenlang gelb vor sich hinvegetieren.

Genau diese Bilder waren oft in den Medien; das ist ein sensibles Thema. Nicht alles, was erlaubt ist, bringt eine gute Außenwirkung. Darauf zu achten, ist auch schon Öffentlichkeitsarbeit.

Zum Autor: Phillip Krainbring

Phillip Krainbring

Der Junglandwirt stammt ursprünglich aus Ostholstein und führt heute einen Ackerbaubetrieb in der Magdeburger Börde. Er bloggt mit besonderer Leidenschaft für den Boden auf Instagram, Facebook und auf seiner Seite erklaerbauer.de.

Als Agrarsout schlägt er regelmäßig die Brücke zwischen Bauern und Verbraucher, unter anderem auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin.

Für agrarheute schreibt er regelmäßig in unserer Kolumne „Kopfdünger“.

Diskutieren Sie mit und nutzen Sie die Kommentarfunktion unten!

Dieser Kopfdünger-Beitrag ist in der agrarheute-Ausgabe März 2019 erschienen.

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