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Pflanzenbaukolumne Kopfdünger

Phillip Krainbring: „Humusaufbau macht Pflanzen robuster“

Mais-Gülle
am
31.05.2019
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Ich habe den Boden früher total unterschätzt. Heute fasziniert mich, was alles funktioniert, beispielsweise mit Mikroorganismen.

Wir müssen im Ackerbau neue Wege gehen. Immer mehr Pflanzenschutzmittel verlieren durch Resistenzen an Wirkung oder verschwinden vom Markt. Der Einsatz der restlichen Mittel wird durch immer höhere Auflagen deutlich schwieriger werden. Damit stehen wir in unserer Wirtschaftsweise vor großen Veränderungen.
Das bietet aber auch die Chance, sich neu zu orientieren und für Alternativen zu öffnen. Ich habe die Pflanzenschutzmittel früher als Allheilmittel gesehen: Habe ich ein Problem, dann wird es das passende Mittel schon lösen. Aber darauf werden wir künftig nicht mehr setzen können. Und ganz ehrlich – an manchen Stellen habe ich auch nur Symptome bekämpft und nicht die Ursache.

Mein Ziel ist höhere Bodenfruchtbarkeit

Mittlerweile liegt mein Fokus mehr auf dem Boden. Den habe ich früher total unterschätzt. Mein Ziel ist heute, seine Fruchtbarkeit durch Humusaufbau zu erhöhen und so die Pflanzen möglichst gleichmäßig aus dem Boden zu ernähren. Dadurch sind die Pflanzen deutlich robuster gegenüber Pilzinfektionen und Insektenangriffen.

Neue Beizverfahren sind schonender

Welche Rolle spielt die Beize? Ich habe festgestellt, dass chemische Beizen die Jugend- und die Wurzelentwicklung hemmen. Neue Verfahren wie Elektronenbeize, Wasserdampfbehandlung oder Mikronährstoffe können diese Entwicklung verbessern und die Pflanze im wahrsten Sinne des Worts auf ein gutes Fundament stellen. Jeder von uns weiß, dass optimale Aussaatbedingungen der Pflanze über die komplette Vegetation helfen.

Offen sein für neue Ideen

Ich darf immer wieder Kolleginnen und Kollegen kennenlernen, die neue Methoden ausprobieren, beispielsweise den gezielteren Einsatz von Mikro- organismen zur Verbesserung der Nährstoffaufnahme. Ich bin erstaunt, was alles funktioniert. Wir sollten offen für diese Wege sein und sie nicht unbesehen ins Lächerliche ziehen. Wir müssen uns mehr über die Erfahrungen und das neue Wissen austauschen. So können wir gemeinsam die Herausforderungen meistern, die auf uns zukommen.

Zum Autor: Phillip Krainbring

Phillip Krainbring

Der Junglandwirt stammt ursprünglich aus Ostholstein und führt heute einen Ackerbaubetrieb in der Magdeburger Börde. Er bloggt mit besonderer Leidenschaft für den Boden auf Instagram, Facebook und auf seiner Seite erklaerbauer.de.

Als Agrarsout schlägt er regelmäßig die Brücke zwischen Bauern und Verbraucher, unter anderem auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin.

Für agrarheute schreibt er regelmäßig in unserer Kolumne „Kopfdünger“.

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Dieser Kopfdünger-Beitrag ist in der agrarheute-Ausgabe Juni 2019 erschienen.

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